E-Twingo: Stadtfloh unter Strom

Bereits Anfang 2020 präsentierte Renault den E-Twingo. Zwölf Monate und eine Namensänderung später kann der offiziell Twingo Electric genannte Stromer endlich zeigen, was er kann. Dabei beweist der Stadtfloh, dass er nicht nur klein und wendig ist, sondern auch jede Menge Fahrspaß bietet.

Wir stellen den Twingo Electric genauer vor.


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Schon mit der Einführung der aktuellen Twingo-Generation 2014 dachte Renault an eine Version mit Elektroantrieb. Die Plattform, zusammen mit Daimler entwickelt, bot bereits die Möglichkeit für einen Stromer-Antrieb. Doch während Daimler bereits seit 2017 mit dem Smart Electric Drive einen elektrifizierten Stadtflitzer anbietet, blieb der E-Twingo sechs Jahre lang ein Gedankenspiel.

Das änderte sich Anfang des Jahres, als Renault endlich den E-Twingo präsentierte. Damals hieß der Wagen noch Twingo Z.E.; die Abkürzung steht für Zero Emission. Seit September ist er als „Twingo Electric“ erhältlich. Verantwortlich für den Namenswechsel war Luca de Meo, der neue CEO von Renault. Allgemein wird beim elektrischen Twingo auch vom E-Twingo gesprochen. Wir verwenden in diesem Artikel sowohl den offiziellen als auch den umgangssprachlichen Namen.

Der Twingo Electric erweitert Renaults Stromer-Palette

Dass die Einführung des elektrifizierten Twingos so spät kommt, liegt am Renault ZOE. Seit seiner Einführung 2013 ist der Kompaktwagen eines der beliebtesten E-Autos Europas. Allein in Deutschland konnte Renault mehr als 40.000 Stück in den vergangenen Jahren verkaufen. In diesem Jahr kam gerade die zweite Modellgeneration mit verbesserter Technik und aufgefrischtem Design auf den Markt. Dem Verkaufschampion wollte man intern keine Konkurrenz machen.

Der Renault E-Twingo, das perfekte E-Auto für die Stadt

Der Renault Twingo Electric – ein Auto für die Stadt.

Mit dem Twingo Electric erweitert Renault nun seinen Stromer-Fuhrpark, genau passend zum derzeitigen E-Auto-Boom. Dabei ist der Twingo Electric nicht einfach ein Klon des Smart Electric Drive. Zwar wird er wie der Kleinwagen aus dem Daimler-Konzern im slowenischen Novo Mesto gebaut. Doch außer der Plattform und einigen technischen Details haben die beiden City-Flitzer nicht viel gemeinsam. E-Motor und Akkus des Twingo Electric stammen beispielsweise vom Renault ZOE und wurden für den Kleinwagen adaptiert.

Außen wie innen ein typischer Twingo

Von außen unterscheidet sich der E-Twingo nur minimal von der benzinbetriebenen Version. Lediglich ein paar blaue Zierelemente deuten auf den E-Antrieb hin. Auch der Innenraum sieht genauso aus wie beim Verbrenner-Twingo. Selbst beim analogen Tacho könnte man den Unterschied nicht bemerken … ja, wären da nicht zwei kleine Digital-Balken. Einer zeigt den Ladestand der Akkus an, der andere signalisiert, wie viel Motorleistung abgerufen wird bzw. wie hoch die Rekuperation ist.

Zu viel Platz darf man im Twingo wie gewohnt nicht erwarten. Wie auch, bei einer Länge von gerade einmal 3,60 Metern und einem Radstand von 2,49 Metern? Schon bei moderatem Körperwuchs kann es im Innenraum schnell eng. Der Kofferraum fasst 219 Liter, mit umgeklappter Rückbank beträgt der Stauraum bis zu 980 Liter. Das reicht zwar nicht, um in den Ski-Urlaub zu fahren. Aber zumindest die Wochenendeinkäufe lassen sich ordentlich verstauen.

Der Innenraum des Elektroautos Twingo Electric von Renault

Twingotypisch heißt es auch beim Stromer hinten: „Bitte Kopf einziehen“.

Der E-Twingo ist ein typisches Stadtauto mit 270 Kilometern Reichweite

Auch die anderen technischen Daten zeigen, dass der Twingo nicht für lange Autobahnfahrten, sondern eher für die Stadt gemacht ist. Der flotte Antritt spricht für sich, vorzüglich auch der kleine Wendekreis von 8,60 Metern. Dazu kommt, dass die Elektrik-Version dank tiefem Schwerpunkt ruhiger fährt als der Benziner. Der Grund: Die 150 Kilogramm schweren Akkus sind unter dem Boden befestigt, wodurch der Twingo besser auf der Straße liegt.

Der Elektromotor kommt mit einer Leistung von 60 kW (82 PS) daher, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 135 Stundenkilometern. Von 0 auf 100 km/h benötigt der E-Twingo rund 13 Sekunden. Kein Auto zum Rasen also, aber von 0 auf 50 km/h schafft es der Twingo Electric immerhin in 4,2 Sekunden. Recht flott für ein Auto, das zwar nur über 160 Nm Drehmoment verfügt, aber eben auch eine halbe Tonne leichter ist als der VW ID.3.

Der 22-kWh-Akku hat eine Reichweite von 180 Kilometern (nach WLTP-Norm). Im Stadtverkehr wächst sie sogar, dafür sorgen Bremsenergie und schonende Fahrweise. Im Eco-Modus lassen sich noch ein paar Prozent mehr rausholen. Dafür werden im Gegenzug Höchstgeschwindigkeit und Leistung begrenzt. Macht insgesamt eine Reichweite von bis zu 270 Kilometern. Pendler können so bis zu einer Woche Twingo fahren, ohne aufladen zu müssen.

Für längere Überland- und Autobahntouren ist der E-Twingo dagegen nur bedingt geeignet. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 130 km/h sind die Akkus spätestens nach 150 Kilometern erschöpft.

Das E-Auto der Renault Electric Vibes wird an der Ladesäule geladen

Geladen wird der Renault E-Twingo ausschließlich mit Wechselstrom.

Die Schnellladesäulen an der nächsten Raststätte helfen bei leerem Akku nicht weiter. Denn dem E-Twingo fehlt der CCS-Anschluss . Stattdessen kann man nur einen 22-kW-Wechselstrom-Anschluss nutzen. Der eingebaute Chameleon Charger stammt aus dem ZOE, lässt eine Ladeleistung von 2 kW bis 22 kW zu und lädt den Akku innerhalb einer Stunde auf 80 Prozent auf. 30 Minuten Laden reicht bereits für eine Reichweite von 80 Kilometern. Zuhause mit einer 11-kW-Wallbox braucht der Twingo doppelt so lange.

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Dank erhöhtem Renault-Anteil: Umweltbonus von 10.000 Euro

Bleiben noch die Kosten. Aktuell ist nur das hochwertige Modell „Vibes“ verfügbar. Dafür musst du 24.165 Euro zahlen. Neben den Sonderlackierungen Valencia-Orange und Quarz-Weiß mit optionalem Streifendesign enthält das Sondermodell 16-Zoll-Leichtmetallräder, ein Lederlenkrad, Stoff-Kunstlederpolsterung und innen und außen weitere farbliche Akzente. Elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel gehören ebenso zur Ausstattung wie getönte Seiten- und Heckscheiben, zwei Ladekabel (Mode 2 und Mode 3), eine Einparkhilfe hinten mit Rückfahrkamera, Klimaautomatik, Licht- und Regensensor und eine Sitzheizung für die vorderen Sitze. Zur staatlichen Förderung kommt noch ein Bonus von Renault dazu, so dass sich der Preis des E-Twingos um rund 10.000 Euro reduziert. Macht nach Abzug einen Gesamtpreis von 14.685 Euro. Nächstes Jahr soll auch das noch einmal günstigere Basismodell „Life“ auf den Markt kommen.

Der Innenraum des Renault E-Twingo

Die Innenraumgestaltung des Twingo Electric ist schlicht und funktional.

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Fazit : Wendiger E-City-Flitzer für Pendler

Alles in allem muss man sagen: Der Renault Twingo Electric macht vieles richtig – als Stadtauto. Das gute Handling im Stadtverkehr, die ordentliche Reichweite für Pendler und der flotte Antritt des E-Motors sprechen für sich. Dadurch wird der E-Twingo eine echte Konkurrenz zu anderen elektrifizierten Kleinwagen – vor allem für die aus dem Volkswagen-Konzern, etwa dem Seat Mii oder dem Skoda Citigo, die preislich um einiges oberhalb des E-Twingo rangieren und aktuell zum großen Teil vergriffen sind. Klarer Nachteil des kleinen City-Flitzers ist allerdings der fehlende CCS-Anschluss, wodurch ein Boxenstopp an der Schnellladesäule leider wegfällt.

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