Wärmepumpe im Keller aufstellen: Wann lohnt sich das wirklich?

Viele denken beim Aufstellungsort einer Wärmepumpe wahrscheinlich an den Garten oder Vorgarten. Doch was ist, wenn draußen zu wenig Platz ist, die Optik des Geräts stört oder man sich Gedanken um Lärm macht? Eine mögliche Lösung: die Wärmepumpe im Keller oder Hauswirtschaftsraum aufstellen. In diesem Artikel erfahren Sie, wann dies sinnvoll ist, welche Voraussetzungen zu erfüllen sind – und mit welchen Vor- und Nachteilen Sie rechnen sollten.

Gerade in dicht bebauten Wohngebieten, bei kleinen Grundstücken oder Reihenhäusern rückt die Frage nach alternativen Aufstellorten in den Fokus. Denn Wärmepumpen sollen möglichst leise arbeiten, wenig Platz beanspruchen und das Erscheinungsbild von Haus und Garten nicht beeinträchtigen. Die Aufstellung im Keller oder Hauswirtschaftsraum wirkt da naheliegend, ist aber längst nicht in jedem Gebäude möglich oder die beste Lösung.



So funktioniert eine Wärmepumpe im Keller

Ob innen oder außen aufgestellt – das Grundprinzip einer Wärmepumpe bleibt gleich: Sie entzieht der Umgebung (Luft, Erde oder Wasser) Wärme und bringt diese mithilfe eines Verdampfers, Verdichters und Verflüssigers auf ein nutzbares Temperaturniveau. Der dafür benötigte Strom wird hocheffizient eingesetzt: Aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt eine Wärmepumpe bis zu fünf Kilowattstunden Wärme.

Grundsätzlich lassen sich alle gängigen Wärmepumpen-Typen auch im Keller oder Hauswirtschaftsraum betreiben. Am häufigsten kommt die Luft-Wasser-Wärmepumpe zum Einsatz. Sie kann als Monoblock vollständig oder als Split-Gerät zumindest teilweise im Innenraum installiert werden.

  • Wichtig bei Monoblock-Geräten: Die Außenluft muss durch Luftkanäle von draußen in den Keller oder Hauswirtschaftsraum geführt und wieder ausgeblasen werden. Damit diese Luftzufuhr reibungslos funktioniert, sind zwei getrennte Wanddurchführungen erforderlich, möglichst weit voneinander entfernt, um Rücksaugung kalter Abluft zu vermeiden. Empfohlen wird, Ansaug- und Ausblasöffnung auf verschiedene Gebäudeseiten zu legen. Alternativ sollte ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden.
  • Split-Wärmepumpen vereinfachen die Kelleraufstellung: Die Außeneinheit bleibt im Freien, während nur die kompakte Inneneinheit – bestehend aus Wärmetauscher, Umwälzpumpe und Regelung – im Keller Platz findet. Dadurch ist der bauliche Aufwand etwas geringer, da hier lediglich zwei Kältemittelleitungen zwischen Außen- und Inneneinheit verlegt werden müssen.

Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen, die Erdwärme beispielsweise über Erdsonden, Flächenkollektoren oder spezielle Korbanlagen gewinnen, ist die Innenaufstellung im Keller sogar Standard. In diesem Fall müssen lediglich zwei Soleleitungen (Vorlauf und Rücklauf) nach außen geführt werden.

Eher selten in Einfamilienhäusern verbaut werden Wasser-Wasser-Wärmepumpen, die Grundwasser als Wärmequelle nutzen. Auch sie können im Keller untergebracht werden, benötigen jedoch Zugänge zu zwei Brunnenanlagen und sind generell mit höheren Anschaffungskosten verbunden.

Eine Split-Wärmepumpe an der Hauswand

Bei Split-Wärmepumpen ist der bauliche Aufwand für die Aufstellung im Keller nicht so groß, da lediglich zwei Kältemittelleitungen zwischen Außen- und Inneneinheit verlegt werden müssen.

Wann ist es sinnvoll, eine Wärmepumpe im Keller aufzustellen?

Nicht jedes Grundstück bietet ausreichend Platz für eine außen installierte Wärmepumpe. Besonders in Reihenhäusern, innerstädtischen Lagen oder bei schmalen Grundstücken kann es schwierig sein, die Mindestabstände zu Nachbargrenzen (oft bis zu 3 Meter, je nach Bundesland) einzuhalten. Zudem stören sich manche Anwohner*innen an den Betriebsgeräuschen einer Luft-Wasser-Wärmepumpe – auch wenn moderne Geräte deutlich leiser geworden sind.
In solchen Fällen kann die Aufstellung im Keller eine echte Alternative sein. Sie bietet zusätzliche Vorteile:

  • Keine Beeinträchtigung des Gartens: Es bleibt mehr Platz für Freizeit oder Begrünung – ganz ohne sichtbare Technik, die Wärmepumpe muss auch nicht verhüllt werden.
  • Schutz vor Witterung: Im Keller ist die Anlage besser vor Frost, Hagel oder UV-Strahlung geschützt, was sich positiv auf die Lebensdauer auswirkt.
  • Konstante Umgebungstemperatur: Im Keller herrschen über das Jahr stabile Temperaturen – ein kleiner Effizienzvorteil gegenüber stark schwankenden Außenbedingungen, gerade mit Blick auf den Winter.

Wärmepumpe im Keller: Diese Nachteile sollten Sie kennen

So praktisch eine Kelleraufstellung auch ist – sie bringt einige technische und bauliche Herausforderungen mit sich, die den Installationsaufwand und die Kosten deutlich erhöhen können:

  • Durchbrüche in der Gebäudehülle: Für Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen zwei Öffnungen in der Außenwand geschaffen werden – für Zu- und Abluft. Diese Durchbrüche verschlechtern die Dämmwirkung der Gebäudehülle und können bei unsachgemäßer Ausführung zu Feuchteschäden führen. Im Neubau lassen sie sich leichter integrieren als im Bestand.
  • Höhere Installationskosten: Der Einbau im Keller ist aufwändiger – allein die Luftkanäle und Abdichtungsarbeiten verursachen oft Mehrkosten im vierstelligen Bereich.
  • Schallübertragung ins Gebäude: Auch wenn moderne Wärmepumpen leise arbeiten – Schwingungen können sich über Kellerwände und -decke in Wohnräume übertragen. Eventuell muss ein Schallschutzsockel her, auch eine entkoppelte Montage könnte notwendig werden.
  • Platzbedarf: Eine innen installierte Wärmepumpe benötigt rund 2 × 2 Meter Stellfläche, dazu kommen Wartungsflächen, Pufferspeicher und ggf. weitere Komponenten. In kleinen Kellerräumen kann das zum Problem werden.
  • Luftfeuchtigkeit und Korrosion: Keller sind häufig feuchter als andere Räume. Um Korrosion zu vermeiden, kann ein Entfeuchtungssystem notwendig werden – was zusätzliche Betriebskosten verursacht.
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe im Keller

Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen, die Erdwärme über Erdsonden oder Flächenkollektoren nutzen, ist die Innenaufstellung im Keller Standard.

bulk

Tipp

Wenn Sie neu bauen, lohnt es sich, über eine Kelleraufstellung nachzudenken. Im Altbau sollte die Entscheidung immer gemeinsam mit einem Fachbetrieb getroffen werden – am besten im Rahmen einer individuellen Vor-Ort-Beratung.

Voraussetzungen für die Installation im Keller

Bevor eine Wärmepumpe im Keller installiert werden kann, sollte geprüft werden, ob der Raum überhaupt geeignet ist. Neben den allgemeinen Voraussetzungen zum Einbau einer Wärmepumpe müssen auch die folgenden baulichen und technischen Anforderungen erfüllt sein:

Luftführung zur Außenwand

Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen ist eine Zuluft- und Abluftöffnung in der Kelleraußenwand nötig. Die beiden Öffnungen müssen ausreichend Abstand zueinander haben, um einen thermischen Kurzschluss zu vermeiden. Ideal ist eine Eckaufstellung mit guter Luftzirkulation. Der Keller sollte dafür ebenerdig oder halb-ebenerdig sein. Typische Beispiele sind Keller in Hanglagen, Souterrainwohnungen oder Häuser mit Lichtschächten, bei denen ein Teil der Kellerwand über dem Geländeniveau liegt.
Wenn alle Kellerwände komplett unter Erdreich liegen, ist eine Luftführung nach außen technisch nur mit größerem Aufwand (z. B. vertikalen Schachtbau, Kernbohrung über Erdreichniveau) möglich. Das ist bei klassischen Altbauten oder dichten Stadthäusern oft der Fall.

Stromversorgung

Wärmepumpen benötigen eine 400-Volt-Stromversorgung. Eine Haushaltssteckdose reicht nicht aus. Ein Elektrofachbetrieb muss ggf. Leitungen und Absicherung im Keller nachrüsten. Vor allem im Bestand muss immer ein kritischer Blick auf den Zählerschrank geworfen und beurteilt werden, ob er noch ausreichend Platz für die Installation einer Wärmepumpe bietet. Gegebenenfalls muss ein neuer Zählerschrank installiert werden. Das wiederum wirkt sich auf die Kosten aus.

Kondensatabfluss

Beim Betrieb entsteht Kondenswasser, das sicher abgeführt werden muss. Ein Bodenablauf oder Abwasseranschluss ist unverzichtbar – sonst drohen Feuchteschäden.

Energie für Bude Warm

Finden Sie den passenden Tarif für Ihre Wärmepumpe und profitieren Sie von klimaschonender Wärme zum besten Preis!

Genug Platz

Der Raum muss mindestens 4 m² frei zugängliche Stellfläche bieten. Außerdem müssen Kellertreppe und Türmaße groß genug sein, damit das Gerät eingebracht werden kann.

Deckenhöhe

Je nach Modell sind Wärmepumpen zwischen 1,50 m und 2,00 m hoch. Für Montage und Wartung ist zusätzlicher Freiraum nach oben erforderlich – ideal sind mindestens 2,20 m Deckenhöhe. Für niedrigere Keller sind mittlerweile auch kompaktere Modelle erhältlich.

Ebener Boden

Die Wärmepumpe muss auf einer ebenen, tragfähigen Fläche stehen. Unebenheiten lassen sich mit einem Betonsockel ausgleichen.

Dämmung

Ein gut gedämmter Keller, insbesondere eine isolierte Bodenplatte, verbessert die Energieeffizienz der Anlage. Er verhindert ungewollte Wärmeverluste und reduziert die Gefahr von Kondensation.

Raum für Wartung und Reparatur

Fachbetriebe empfehlen einen seitlichen Freiraum von mindestens 50 cm rund um das Gerät, damit Servicearbeiten problemlos durchgeführt werden können.

Eine Wärmepumpe im Keller.

Die Wärmepumpe muss auf einer ebenen, tragfähigen Fläche stehen und genügend Platz für Wartungsarbeiten bieten.

Was kostet eine Wärmepumpe im Keller?

Die Gesamtkosten einer Wärmepumpe setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen: Anschaffungskosten für das Gerät, möglicherweise Erschließungskosten, Installationskosten und Zubehör – und bei der Kelleraufstellung zusätzlich aus baulichen Anpassungen wie Wanddurchbrüchen, Luftkanälen oder Entfeuchtung.
Die Wahl der Technologie hat dabei den größten Einfluss auf den Preis:

Wärmepumpen-Typ
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Sole-Wasser-Wärmepumpe
Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Anschaffungskosten
ab 22.000 EUR
ab 22.000 EUR
Ab 7.500 EUR
Erschließungskosten
0 EUR
ab 10.000 EUR
ab 10.000 EUR
Installationskosten
ab 7.500 EUR
ab 7.500 EUR
ab 7.500 EUR
Gesamt
ab 29.500 EUR
ab 39.500 EUR
ab 39.500 EUR

Dabei stehen verschiedene Förderungen für Wärmepumpen zur Verfügung. Dadurch können die Kosten deutlich reduziert werden.

Zusätzliche Kosten bei Kelleraufstellung

Richtwerte, die typischerweise bei Bestandsgebäuden angesetzt werden:

  • Luftkanäle und Wanddurchbrüche: meist etwa 1.000–2.500 EUR, bei komplexen Situationen (z. B. Edelstahlkanäle, große Durchmesser, lange Strecken) auch deutlich mehr
  • Kondensatabführung / Abwasseranschluss: in vielen Fällen 300–800 EUR, bei aufwendiger Leitungsführung ggf. mehr
  • Schallschutzmaßnahmen (Entkopplung, einfache Verkleidung): häufig 500–1.500 EUR, bei hochwertigen Schallschutzhauben auch darüber
  • Transport in den Keller: wird fast immer individuell kalkuliert – je nach Zugänglichkeit reicht die Spanne vom kleinen Aufpreis bis zu mehreren hundert Euro

Fazit: Wärmepumpe im Keller – sinnvoll, aber nicht für jedes Haus

Die Innenaufstellung einer Wärmepumpe im Keller kann eine sinnvolle Alternative zur Installation im Vorgarten sein – vor allem bei kleinen Grundstücken, in dicht bebauten Wohngebieten, bei hoher Geräuschempfindlichkeit oder wenn die Optik stört. Der platzsparende Standort, ein besserer Schutz vor Witterungseinflüssen und die ästhetischen Vorteile sprechen für diese Lösung.
Allerdings ist sie auch mit erhöhtem Planungsaufwand und zusätzlichen Kosten verbunden. Besonders im Bestand muss geprüft werden, ob die baulichen Voraussetzungen stimmen – von der Luftführung über die Deckenhöhe bis hin zum Abwasseranschluss.

EnBW EnergieLeben

Auf dem Weg zu Ihrem modernen Zuhause - Wir begleiten Sie.