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Gas- und Dampfkraftwerk Obrigheim

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Der Kraftwerksstandort Obrigheim liegt zwischen Heidelberg und Heilbronn direkt am Neckar und hat die Energieerzeugung in Baden-Württemberg über Jahrzehnte geprägt. Im Oktober 1968 ging hier der erste kommerziell genutzte Druckwasserreaktor der Bundesrepublik ans Netz, der bis zu seiner Abschaltung im Jahr 2005 mehr als 90 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugte. Seit 2008 befindet sich das Kernkraftwerk im Rückbau. Nach derzeitigem Stand wird dessen Abschluss im atomrechtlichen Rahmen Anfang der 2030er Jahre erwartet. Traditionsreiche Kraftwerksstandorte wie Obrigheim bieten aufgrund der bereits vorhandenen Infrastruktur gute Bedingungen für mögliche energiewirtschaftliche Nachnutzungskonzepte. Hierfür wird am Standort derzeit ein Neubauprojekt für flexibel regelbare Kraftwerksleistung geprüft: Eine neue Gas- und Dampfturbinenanlage könnte zunächst mit Erdgas, später mit Wasserstoff betrieben werden und dann CO₂-neutral Strom erzeugen.

Rückbau KWO

Informationen zum Rückbau des ehemaligen Kernkraftwerks am Standort Obrigheim finden Sie hier:

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Projektvorhaben

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Energiewirtschaftlicher Kontext

Einen aktuellen Anlass für energiewirtschaftliche Nachnutzungskonzepte bietet ein derzeit laufendes Gesetzgebungsverfahren der Bundesregierung – das Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG). Beweggrund für dieses Gesetzgebungsvorhaben ist der hohe Bedarf an flexibler, regelbarer Kraftwerkskapazität, die die wetterabhängige Erzeugung aus erneuerbaren Energien ergänzt. Dazu will die Bundesregierung mit dem StromVKG einen neuen bundesweiten Anreizrahmen für Investitionen schaffen und Ausschreibungen für entsprechende Kraftwerksprojekte durchführen. In Abhängigkeit von einer wirtschaftlich attraktiven finanziellen Förderkulisse und der Ausgestaltung eines wettbewerblichen Ausschreibungsverfahrens des Bundes prüft die EnBW neben ihren bestehenden Projekten in Stuttgart-Münster, Altbach/Deizisau und Heilbronn weitere Investitionen in wasserstofffähige Gaskraftwerke. In Obrigheim könnte eine neue Gas- und Dampfturbinenanlage zunächst mit Erdgas, später mit Wasserstoff betrieben werden und dann CO₂-neutral Strom erzeugen. Neben Obrigheim werden auch andere Standorte von der EnBW auf ihre entsprechende Eignung geprüft.

Erneuerbare Energien (EE) wie Wind und Solar deckten 2025 bereits knapp 58 Prozent der deutschen Brutto-Stromerzeugung. Doch ihr Aufkommen ist wetterabhängig und schwankt. Daher werden im europäischen Verbundnetz Batteriespeicher sowie wasserstofffähige Gaskraftwerke benötigt. Beide Technologien ergänzen sich in ihren Stärken und sorgen zusammen für eine verlässliche und bezahlbare Energieversorgung. Während Batteriespeicher vorwiegend zur Abdeckung kurzfristiger Bedarfsspitzen eingesetzt werden, kommen in längeren Phasen schwacher EE-Einspeisung äußerst flexible, wasserstofffähige Gaskraftwerke zum Einsatz. Sie können schnell hoch- und heruntergefahren werden und liefern jederzeit verfügbare Leistung zur Bedarfsdeckung in Form von Strom. Damit sichern sie die Netzstabilität und sind ein notwendiger Baustein, um hohe Anteile erneuerbarer Energien zuverlässig ins System zu integrieren. Die Kraftwerksanlagen können zunächst mit Erdgas betrieben werden und sind vollständig auf klimafreundlichen Wasserstoff umstellbar.

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Der Standort Obrigheim besteht aus bebauten und unbebauten Flächen entlang des Neckars. Das mögliche Baufeld für ein GuD-Kraftwerk grenzt direkt westlich an das ehemalige Kernkraftwerk (im Bild unten) an und liegt auf bislang ungenutzten Flächen der EnBW (im Bild mittig).

Vorhaben Obrigheim

Vor allem im Süden Deutschlands besteht ein hoher Bedarf an neuer regelbarer, d. h. flexibler Kraftwerkskapazität: Eine Studie der Übertragungsnetzbetreiber hatte einen Zubaubedarf von 6,5 Gigawatt (GW) allein im Netzgebiet der TransnetBW (Baden-Württemberg) ergeben. Würde dieser Zubau realisiert, könnte ein Weiterbetrieb von älteren Kohlekraftwerken in der Netzreserve in diesem Netzgebiet vermieden werden. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben müssen zudem alle Kohlekraftwerke in Deutschland bis spätestens 2038 abgeschaltet werden.

Die regionale Versorgungssicherheit mit Strom hat jedoch oberste Priorität, weshalb die EnBW am Standort eine regelbare, wasserstofffähige Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) in Betracht zieht:

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  • Die neue hochflexible und vor allem zur regelbaren Stromerzeugung eingesetzte Anlage hätte eine elektrische Nennleistung von circa 850 Megawatt (MW). Damit wäre sie ein idealer Partner der Erzeugung aus erneuerbaren Energien und wichtig für die Versorgungssicherheit in Süddeutschland.
  • Die ins Auge gefasste Fläche ist bereits seit 1974 als Erweiterungsfläche für das inzwischen stillgelegte Kernkraftwerk Obrigheim im Bebauungsplan ausgewiesen. Dieser Plan müsste lediglich an die aktuellen Planungen angepasst werden.
  • Eine Weiternutzung des Standorts böte viele Vorteile und wäre durch die Nutzung bestehender Infrastruktur und der Netzanbindung besonders kosteneffizient.

Sobald genug Wasserstoff verfügbar ist und die Versorgungsinfrastruktur in Deutschland auf diesen umgestellt wurde, könnte das Kraftwerk CO₂-neutral Strom produzieren. Damit wäre mit dem Gas- und Dampfkraftwerk Obrigheim (GKWO) ein wichtiger Schritt in Richtung klimaneutraler Stromerzeugung getan.

Neuinvestitionen in regelbare Kraftwerksleistung können nur dann erfolgen, wenn die innerhalb des geplanten Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetzes festgelegten gesetzlichen Rahmenbedingungen einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen erlauben und eine entsprechende Förderkulisse bereitgestellt wird. Das Vorhaben Obrigheim müsste sich dann gegen andere bundesweit geplante Projekte in einem wettbewerblichen Ausschreibungsverfahren durchsetzen.

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Die Funktionsweise der Gas- und Dampfturbinenanlage inkl. Fernwärmeauskopplung als Animation. Für den Standort Obrigheim ist keine Fern- oder Nahwärmeauskopplung geplant.

Technik

Eine Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) kombiniert die Prinzipien eines Gasturbinen- und die eines Dampfkraftwerks:

  • Eine mit Gas befeuerte Gasturbine erzeugt über einen Generator elektrischen Strom. Die heißen Abgase aus der Gasturbine werden dann durch einen Abhitzekessel geleitet, der die Abwärme nutzt und überhitzten Wasserdampf erzeugt.
  • Der entstehende Wasserdampf wird für den Betrieb einer Dampfturbine genutzt. Diese Dampfturbine treibt ebenfalls einen Generator zur Stromproduktion an.
  • Durch die Kombination beider Prozesse wird die Energie aus der Gasverbrennung doppelt genutzt, was den Wirkungsgrad auf über 60 Prozent erhöht.

Derzeit wird für das Vorhaben Obrigheim von einer elektrischen Nennleistung von rund 850 Megawatt (MW) ausgegangen. Nähere Details zu einem neuen Kraftwerk, wie beispielsweise die Anordnung der Anlagen, hängen jedoch von der weiteren technischen Planung ab. Für den Anschluss des neuen Kraftwerks an das öffentliche Gasnetz wäre der Neubau einer Gasleitungstrasse zum Kraftwerksstandort erforderlich. Zudem wird aktuell die Machbarkeit eines Batteriespeichers neben der GuD untersucht. Eine Fern- oder Nahwärmeauskopplung am Standort Obrigheim ist nicht geplant.

Planung

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Projektphasen

Hier informieren wir Sie über wichtige Ereignisse und Meilensteine zur Vorbereitung und möglichen Umsetzung einer Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) am Kraftwerksstandort Obrigheim.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass eine Umsetzung maßgeblich von einem Zuschlag im geplanten Ausschreibungsverfahren des Bundes abhängen würde und dass das entsprechende Gesetzgebungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist. Um eine zeitnahe Realisierung zu ermöglichen, führen wir bereits vor einer möglichen Ausschreibung eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung durch. Sie finden nachfolgend aktuelle Informationen zum Zeitplan des voraussichtlichen Planungs- und Genehmigungsprozesses.

8. Juli 2026
Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung
Vorauss. September und Dezember 2026
Wettbewerbliches Ausschreibungsverfahren gemäß Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG)
Vorauss. Oktober 2026
Scoping-TerminFußnote0Bei komplexen Planungsprozessen wird von der verfahrensführenden Behörde (hier das Regierungspräsidium Karlsruhe) ein Scoping-Termin durchgeführt. Dabei werden – unter Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und Fachbehörden – Gegenstand, Umfang und Methodik der Raumverträglichkeits- und Umweltverträglichkeitsuntersuchung sowie der Inhalt der zu erstellenden Antragsunterlagen formal festgelegt. für das Genehmigungsverfahren gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)
Geplant bis Oktober 2026
Grundsatzbeschluss des Obrigheimer Gemeinderats zur Änderung des Bebauungsplans
Vorauss. März 2027
Einreichung des Genehmigungsantrags gemäß BImSchG
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Fragen und Antworten

Nein, Grundvoraussetzung für eine Entscheidung über die Realisierung wäre der Zuschlag bei einer Auktionsteilnahme, da nur damit das Projekt wirtschaftlich darstellbar ist. Außerdem befindet sich das Projekt noch im Genehmigungsverfahren. Eine Entscheidung über die Realisierung ist demnach von den politischen Rahmenbedingungen und den Ausschreibungen im Rahmen des Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetzes abhängig. Eine finale Investitionsentscheidung wäre an eine erfolgreiche Auktionsteilnahme gekoppelt.

Steht der Bau des Gaskraftwerks Obrigheim bereits fest?

Es werden regelbare Stromerzeugungskapazitäten in Baden-Württemberg benötigt, um den Strombedarf jederzeit zuverlässig zu sichern. Erneuerbare Energiequellen können diesen Bedarf nicht durchgängig übernehmen, und Kohlekraftwerke sollen aufgrund ihrer CO₂-Emissionen künftig nicht mehr dafür herangezogen werden. Batteriespeicher sind zwar regelbar, stehen aber bei Bedarf nur für kurze Zeiträume (bis maximal wenige Stunden) zur Verfügung. Deshalb sollen Gaskraftwerke, die später auf Wasserstoff als Energiequelle umgestellt werden können, die vorhandene Lücke schließen.

In Baden-Württemberg ist der EnBW-Standort Obrigheim aus unserer Sicht gut für den Bau eines solchen Gaskraftwerks geeignet. Die geplante Gas- und Dampfturbinenanlage in Obrigheim soll vor allem flexibel Strom liefern, wenn Wind- und Sonnenenergie nicht ausreichen oder die Netzstabilität abgesichert werden muss. Batteriespeicher können das nur kurzfristig übernehmen. Ohne die Anlage müssten längerfristig Kohlekraftwerke mit deutlich höheren CO₂-Emissionen einspringen.

Warum wird ein neues Gaskraftwerk in Obrigheim benötigt?

Der Rückbau des Kernkraftwerks Obrigheim ist ein aufwändiges Vorhaben. Es ist weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. Die EnBW geht aktuell davon aus, dass der Rückbau des Kraftwerks im atomrechtlichen Rahmen voraussichtlich Anfang der 2030er Jahre abgeschlossen werden kann. Bis dahin untersteht das Anlagengelände der atomrechtlichen Überwachung und kommt damit für eine Nachnutzung – parallel zum Rückbau – nicht in Frage. Der Beginn von Kraftwerksprojekten zur Deckung des Bedarfs an regelbaren Stromerzeugungskapazitäten kann jedoch nicht so lange warten, und die Vorgaben des Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetzes werden voraussichtlich eine Inbetriebnahme eines neuen Kraftwerks in Obrigheim Anfang der 2030er Jahre vorschreiben.

Warum wird das neue Kraftwerk nicht auf die alten Flächen gebaut?

Hierüber ist noch nicht entschieden, zumal die Flächen voraussichtlich erst Anfang der 2030er Jahre zur Verfügung stehen werden. Angesichts der guten Erschließung, der vorhandenen Infrastruktur und der Festschreibung einer „energienahen Nutzung“ in den staatlichen Regionalplänen liegt grundsätzlich eine im weitesten Sinne energiewirtschaftliche Nutzung nahe.

Was passiert mit den Flächen des alten Kraftwerks in Zukunft?

Der Begriff der Energiewende beschreibt den Pfad von einer auf CO₂-Emissionen basierenden Stromerzeugung hin zu einer CO₂-freien Stromerzeugung. In diesem Sinne stellt auch eine mehrstufige Dekarbonisierung eines Teils der Energieerzeugung einen Bestandteil der Energiewende dar. Eine moderne Gas- und Dampfturbinenanlage emittiert bereits im Erdgasbetrieb pro erzeugter Kilowattstunde Strom nur noch halb so viel CO₂ wie ein modernes Kohlekraftwerk und stellt somit einen ersten und vergleichsweise schnell und kostengünstig umsetzbaren Schritt zur Dekarbonisierung der Stromerzeugung dar.

Die EnBW verknüpft das geplante Gaskraftwerk mit dem Gelingen der Energiewende. Wie kann ein zunächst mit fossilem Brennstoff befeuertes Kraftwerk überhaupt als Teil der Energiewende gesehen werden?

Im Sinne der Energiewende bzw. der Reduktion von klimawirksamen Gasen kommt es nicht auf die installierte Kraftwerksleistung an, sondern auf die in den jeweiligen Kraftwerken erzeugte Strommenge. Wie hoch der Strombedarf im Markt ist, wird durch die Verbraucher*innen vorgegeben. Für die Stromerzeugung und einen wirksamen Klimaschutz ist dann die Frage relevant, mit welchen CO₂-Emissionen die Bedarfsdeckung erreicht werden kann. Wenn nun durch den Neubau eines hoch effizienten Gaskraftwerks (das eine Kilowattstunde Strom mit rd. 370 g CO₂-Emission erzeugen kann), ein bislang im Mittellastbereich laufendes Kohlekraftwerk (das eine CO₂-Emission von über 800 g CO₂ pro erzeugter Kilowattstunde Strom aufweist) in die Netzreserve verschoben wird und dort erfahrungsgemäß nur noch eine geringe Stundenanzahl im Jahr läuft, trägt dies maßgeblich zur Reduktion von CO₂-Emissionen bei und ist dementsprechend ein wesentlicher Baustein der Energiewende. Investitionen in neue regelbare Kraftwerkskapazitäten sind außerdem die Voraussetzung, um bislang wegen ihrer Systemrelevanz in die Netzreserve verschobene ältere Kohlekraftwerke nach und nach komplett stilllegen zu können.

Wie ist ein positiver Klimagasbeitrag möglich, wenn das neue Gaskraftwerk zusätzlich gebaut wird und die bisherigen Kohlekraftwerke in der Netzreserve weiter betrieben werden?

Erdgas (also Methan) und Wasserstoff (H₂) haben sehr unterschiedliche Eigenschaften, so dass es immer erforderlich sein wird, ein Kraftwerk vor der Umstellung von Erdgas auf Wasserstoff umzurüsten. Der entscheidende Vorteil eines H₂-ready-Kraftwerkes ist aber, dass diese Umrüstung technisch überhaupt möglich und bei der Grundauslegung der Kraftwerkskomponenten bereits berücksichtigt ist. Hierdurch werden durch die späteren Umrüstungen Kosten entstehen, die nur im einstelligen Prozentbereich im Vergleich zu den ursprünglichen Investitionskosten liegen. Wichtig ist, dass Kraftwerke wie das, das für Obrigheim geplant ist, mit relativ geringem Aufwand umgerüstet werden können, sobald Wasserstoff in ausreichendem Umfang und zu wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung steht. Hierbei streben wir den Einsatz von 100 Prozent Wasserstoff an. Sollte nach der Umstellung auf Wasserstoff aus technischen Gründen (z. B. zum Anfahren der Turbinen) Erdgas erforderlich sein, so sind damit aufgrund der kurzen Anfahrdauer der Turbinen nur geringe CO₂-Emissionen verbunden.

Was bedeutet es, wenn die EnBW ein sogenanntes H2-ready-Kraftwerk baut, wenn es zunächst doch als reines Gaskraftwerk betrieben wird?

Das lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur schwer voraussagen, da es von vielen Faktoren abhängt. Die wesentlichen Fragen sind hierbei, wann ein entsprechend leistungsfähiger Anschluss an das vorgelagerte geplante Wasserstoffkernnetz möglich sein wird. Dann muss Wasserstoff in ausreichender Menge am Markt verfügbar sein und letztlich muss der Wasserstoff auch zu anderen Brennstoffen, insbesondere Erdgas, kostenseitig konkurrenzfähig sein. Der letzte Punkt könnte z. B. auch über regulatorische Maßnahmen, wie zwei im Kabinettsbeschluss zum Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz vorgesehene separate Wasserstoffausschreibungen, erreicht werden. Auf der anderen Seite wird im Rahmen der Regulatorik auch eine verbindliche Umstellung auf Wasserstoff bzw. ein klimaneutraler Betrieb der Anlagen gefordert, nämlich ab 2045. Die EnBW geht nach heutiger Einschätzung von einem Umstellungszeitpunkt innerhalb der zweiten Hälfte der 2030er Jahre aus.

Wann ist eine Umstellung auf Wasserstoff geplant?

Das Ziel der EnBW ist ganz klar der Einsatz von grünem Wasserstoff. Gerade in der Hochlaufphase kann es jedoch sein, dass allein grüner Wasserstoff gar nicht in ausreichenden Mengen verfügbar wäre oder aufgrund der vorhandenen Kostenstruktur noch zu teuer ist. Damit würde unter anderem die Umstellung auf Wasserstoff hinausgezögert. Wesentlich kostengünstiger ist blauer Wasserstoff, der durch die Dampfreformierung von Erdgas entsteht. Das anfallende CO₂ wird dabei abgeschieden und anschließend dauerhaft gespeichert. Blauer Wasserstoff ist deshalb eine sinnvolle Brücke, da er stofflich mit grünem Wasserstoff identisch ist und somit ohne weitere Umstellungen in der Kraftwerkstechnik oder den Versorgungspipelines sukzessive später durch grünen Wasserstoff substituiert werden kann. Wir halten es daher für legitim, auch nach günstigeren Wegen zu suchen, die angestrebte Dekarbonisierung der regelbaren Stromerzeugung umzusetzen, auch wenn das unter Umständen Zwischenschritte, z. B. über sogenannten blauen Wasserstoff, beinhaltet. Aus diesem Grund setzt sich die EnBW bei der Regulatorik dafür ein, dass auch blauer Wasserstoff grundsätzlich zugelassen wird, was jedoch nicht damit gleichzusetzen ist, dass die EnBW langfristig oder per se nur blauen Wasserstoff einsetzen möchte.

Spricht die EnBW denn dann von grünem Wasserstoff oder doch von blauem Wasserstoff, der letztlich durch Dampfreformation aus Erdgas gewonnen wird?

Zur Genehmigung des Projekts sind verschiedene Genehmigungsverfahren zu durchlaufen, u. a. die Änderung des Bebauungsplans, das Genehmigungsverfahren nach Bundes-Immissionsschutzgesetz und die Planfeststellung. Bei allen diesen Genehmigungsverfahren stehen wir noch am Anfang. Das Projekt befindet sich aktuell in der Phase der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens gemäß § 3 Abs. 1 Baugesetzbuch und frühen Öffentlichkeitsbeteiligung gem. § 2 Umweltverwaltungsgesetz. Die Gemeinde Obrigheim und die EnBW informieren am 8. Juli 2026 im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung über die allgemeinen Ziele, Zwecke und voraussichtlichen Auswirkungen der geplanten Gas- und Dampfturbinenanlage. Zusätzlich wird der Bebauungsplanentwurf für eine gewisse Zeit online zur Einsicht bereitgestellt werden. In diesem Zeitraum können Bürgerinnen und Bürger Stellungnahmen abgeben. Eine weitere Phase der öffentlichen Auslegung ist zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen.

In welcher Phase des Genehmigungsverfahrens und der Öffentlichkeitsbeteiligung befindet sich das Projekt jetzt?

Aktuelles, Termine & Kontakt
Aktuelles

Derzeit gibt es keine aktuellen Meldungen zum Gas- und Dampfkraftwerk Obrigheim.

Termine

Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung

  • Mittwoch, 8. Juli 2026, 18:00 Uhr
  • Gymnastikhalle, Gemeinschaftsschule Obrigheim, Schulstraße 8, 74847 Obrigheim
  • Um Anmeldung wird gebeten:

Kontakt

Haben Sie Fragen? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung!

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