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Das Wichtigste in Kürze
  • Netzbetreiber halten das Stromnetz stabil und haben für Engpässe in der Stromversorgung feste Notfallprozesse.
  • Als letzte Maßnahme kann ein „Brownout“ eingesetzt werden – eine zeitweise Abschaltung von Netzregionen zur Entlastung des Stromnetzes.
  • Bei rollierenden Abschaltungen werden Abschaltgruppen (Stadtteile bzw. Gemeinden) nacheinander für begrenzte Zeit von der Stromzufuhr getrennt.
  • Eine Strommangellage gilt in Deutschland als unwahrscheinlich, ist aber nicht völlig ausgeschlossen. Insgesamt ist die Versorgungssicherheit hoch.
  • Wird im Verteilnetz mehr erzeugt als verbraucht, hat das Einfluss auf das Lastflüsse im gesamten Stromnetz. Insofern sind Brownouts auch bei Erzeugungsüberschuss eine Letztmaßnahme für die Netzbetreiber.
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Was ist ein Brownout?

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Umspannwerk Pulverdingen: Verbindet unterschiedliche Spannungsebenen und unterstützt durch flexible Steuerung die Stabilität des Stromnetzes. (Quelle: Transnet BW)

Ein Brownout beschreibt die bewusste Abschaltung von Netzgebieten im Stromnetz. Deutsche Begriffe dafür sind u. a. Spannungsabsenkung oder auch Lastabschaltung. Im Gegensatz zum Blackout (dem vollständigen, unkontrollierten Stromausfall) bleibt die Stromversorgung beim Brownout grundsätzlich stabil, wird jedoch qualitativ reduziert. Technisch gesehen handelt es sich um eine gezielte Maßnahme der Netzbetreiber um z.B. die Gesamtlast im System bei einer drohenden Unterdeckung unmittelbar zu senken und so einen unkontrollierten Systemkollaps zu verhindern.

Auch die gezielte Abtrennung von Netzregionen zum Schutz des Gesamtsystems wird als Brownout bezeichnet. Idealerweise wird ein solcher Schritt angekündigt; da er jedoch oft als kurzfristige Reaktion auf kritische Netzzustände erfolgt, ist eine Vorwarnung der Öffentlichkeit nicht immer möglich.

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Was ist ein „Netzwischer“?

Ein Netzwischer ist ein sehr kurzer Stromnetzausfall, fachlich auch Kurzunterbrechung (KU) genannt, der nur Sekundenbruchteile dauert. Auslöser sind oft Blitzeinschläge oder Erdschlüsse (unbeabsichtigte elektrisch leitfähige Verbindungen zwischen einem elektrischen Leiter und der Erde oder geerdeten Teilen), die das Netz schlagartig stören.

Obwohl dabei technisch gesehen ein vollständiger Spannungsabfall auftreten kann, merken viele Verbraucher davon nichts oder nur minimal etwas. Der Grund: Regel- und Schutzsysteme gleichen die Störung sehr schnell aus. Dazu gehören unter anderem Notstromlösungen (wie Notstromaggregate) oder automatische Wiederzuschaltungen. So wird die Versorgung innerhalb von Sekunden stabilisiert – in der Regel ohne dauerhafte Schäden am Stromnetz.

Woher stammt der Begriff Brownout?

Der Begriff „Brownout“ stammt aus der Frühzeit der Stromversorgung. Durch den Spannungseinbruch bei einem unkontrollierten Brownout flackerten und verdunkelten sich Glühbirnen damals (bräunliches Licht), was Verbraucher*innen als kurzes „Zucken“ direkt wahrnahmen. Das gab dem Brownout seinen Namen.

Was passiert bei einem kontrollierten Brownout?

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Transformatorstation: Netzbetreiber leiten einen kontrollierten Brownout durch Absenken der Spannung ein. (Quelle: Transnet BW)

Ein kontrollierter Brownout wird von Netzbetreibern als präventive Maßnahme eingeleitet, indem die Spannung an den Regeltransformatoren gesenkt wird. Damit lässt sich die Leistungsaufnahme im Netz sofort reduzieren und die Netzstabilität zu wahren. Man kann sich einen kontrollierten Brownout wie einen "Energiesparmodus" für ganze Regionen vorstellen. Die Netzbetreiber senken die Spannung leicht ab. Das Ergebnis: Das Licht flackert vielleicht kurz oder wird minimal dunkler, aber alles läuft weiter. Durch die niedrigere Spannung verbrauchen einfache Geräte (wie Heizungen) automatisch weniger Strom. Das Netz wird entlastet, ohne dass jemand im Dunkeln sitzt.

Anders sieht es bei einer rollierenden Abschaltung aus: Bei dieser Art „Brownout“ werden einzelne Netzregionen gezielt abgeschalten, um Auswirkungen auf das Gesamtsystems zu verhindern. Die Folge: der Strom in dieser Region fällt aus. Diese Maßnahme setzen Netzbetreiber aber nur als letztes Mittel ein.

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Die rollierende Abschaltung

Gut zu wissen: In Deutschland ist dieses Szenario extrem unwahrscheinlich. Während andere Länder Brownouts als reguläres Mittel nutzen, ist das deutsche Netz so stabil, dass eine rollierende Abschaltung aufgrund von Strommangel bisher noch nie flächendeckend nötig war.

Reicht das "Dimmen" nicht aus, folgt die rollierende Abschaltung. Hierbei werden einzelne Gemeinden, Stadtteile oder Industriegebiete – sogenannte Abschaltgruppen – für eine begrenzte Zeit vom Netz genommen, um Kapazität und Bedarf auszugleichen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und das Forum Netztechnik/Netzbetrieb (VDE FNN) empfehlen eine Abschaltdauer von 90 Minuten, um die Folgen für Haushalte und Unternehmen zu begrenzen. Innerhalb dieses zeitlichen Rahmens tauen zum Beispiel Gefrierfächer noch nicht ab und Notstromaggregate können diesen Zeitraum überbrücken. Nach Ablauf der Zeit wird der Strom wieder zugeschaltet und die nächste Abschaltgruppe wird vom Netz genommen. Der Prozess gleicht die Bilanz zwischen Erzeugung und Verbrauch aus und stabilisiert so das Stromnetz. Die Abschaltung wird beendet, wenn sich die Versorgungssituation beruhigt hat.

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*SAIDI (System Average Interruption Duration Index); Quelle: VDE FNN, Stand 2026

Was kann zu einem Brownout führen?

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Die Netzfrequenz im deutschen Stromnetz muss konstant 50 Hertz betragen. Stromerzeugung und -verbrauch müssen sich konstant die Waage halten. Reicht das verfügbare Angebot an Strom über einen längeren Zeitraum nicht aus, um die prognostizierte Last zu decken tritt eine Strommangellage ein. Ein häufig genanntes Szenario ist die sogenannte Dunkelflaute. Dass diese bisher nie zu einem Brownout geführt hat, liegt an der hohen Resilienz des Systems.

Bevor die Stabilität gefährdet ist, greifen nämlich diverse Sicherheitsmechanismen:

  • Backup-Kapazitäten: Konventionelle Kraftwerke und zunehmend Großbatteriespeicher springen ein.
  • Lastmanagement (Demand Side Management): Große Verbraucher passen ihre Abnahme flexibel an das Angebot an.
  • Redispatch: Stromflüsse werden umgeleitet, um regionale Engpässe zu vermeiden.

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Warum ein Brownout die "Ultima Ratio" ist

Ein Brownout ist niemals die erste Reaktion auf eine Dunkelflaute. Er wird erst dann in Erwägung gezogen, wenn:

  1. Der europäische Stromimport ausgeschöpft ist.
  2. Alle verfügbaren Kraftwerksreserven am Netz sind.
  3. Die vertraglich vereinbarten Lastabschaltungen der Industrie nicht mehr genügen.

Ob es in kritischen Zeitfenstern zu einer solchen Situation kommt, hängt von den verfügbaren Kraftwerkskapazitäten in ganz Europa und der Verfügbarkeit von Speichermedien ab.

Wer ist vom Brownout betroffen?

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Hier wird gesteuert, welche Netzregionen bei Bedarf zeitweise vom Strom getrennt werden. (Quelle: Transnet BW)

Grundsätzlich betrifft ein drohender Energiemangel alle Netzkund*innen gleichermaßen – vom Privathaushalt über das Gewerbe und öffentliche Einrichtungen (z.B. Krankenhäuser) bis hin zu Industrie. Wer die Auswirkungen jedoch wann und wie stark zu spüren bekommt, hängt von der jeweiligen Stufe der Netzstabilisierung ab.

  • Beim eigentlichen Brownout (der Spannungsabsenkung) bleiben alle Kund*innen am Netz. Betroffen sind hier vor allem industrielle Anlagen mit sensiblen Elektromotoren oder ältere elektronische Geräte, die außerhalb der Normspannung instabil werden können. Die meisten Haushaltsgeräte bemerken diesen Zustand kaum.
  • Sollte die rollierende Abschaltung eintreffen, fällt der Strom in einer Netzregion für einen bestimmten Zeitpunkt aus. Bürger*innen können sich direkt bei ihrem zuständigen Verteilnetzbetreiber (zu finden auf der Stromrechnung) informieren. Netzkund*innen der EnBW-Tochter Netze BW haben hierfür ein spezielles Informationsportal: Unter www.stromabschaltungen-bawue.de lässt sich im Ernstfall gezielt abfragen, ob die eigene Region betroffen ist und für welches Zeitfenster die Abschaltung geplant ist. Diese Seite wird erst im konkreten Bedarfsfall live geschaltet, um sekundengenaue Informationen zu liefern.

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Wie kann ich mich über die aktuelle Versorgungslage informieren?

Informationen zur aktuellen Versorgungslage finden Sie unter anderem über diese nachfolgenden Quellen:

Wie wahrscheinlich ist ein Brownout?

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Überregionale Brownouts sind heute in Europa seltener geworden, was an den zuverlässigen Stromnetzen liegt. Zudem üben die Netzbetreiber diesen Prozess seit Jahren regelmäßig gemeinsam mit den benachbarten Netzbetreibern. Eine Strommangellage als Ursache für einen Brownout ist daher unwahrscheinlich, aber auch nicht gänzlich auszuschließen.

Gerade das deutsche Stromnetz schneidet bei der Versorgungssicherheit im europäischen Vergleich sehr gut ab – u. a. gemessen am SAIDI-Index, der die durchschnittliche Dauer der Unterbrechung eines Stromnetzes misst und von der Bundesnetzagentur ermittelt wird. 2024 lag die Nichtverfügbarkeit von Elektrizität für Letztverbraucher lediglich bei 11,6 Minuten – und damit unter dem Niveau des zehnjährigen Mittels der Unterbrechungsdauer (12,7 Minuten).

Beispielsweise in Japan treten Brownouts hingegen häufiger auf. Grund dafür ist die geteilte Netzfrequenz (50 Hz im Osten, 60 Hz im Westen). Da Strom nicht einfach zwischen diesen Frequenzen fließen kann, ist der Austausch zwischen den Landesteilen nur über begrenzte Konverterstationen möglich. Dies erschwert den schnellen Lastenausgleich bei Engpässen massiv – ein Problem, das wir im voll synchronisierten, europäischen Verbundnetz so nicht kennen.

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