Wärmepumpen sind nach wie vor gefragt – und das spiegelt sich auch in den Preisen wider. Doch die starke Nachfrage ist nur ein Teil der Geschichte. Auch steigende Materialkosten, fehlende Kapazitäten im Handwerk und Lieferengpässe haben ihren Anteil daran, dass sich die Preise so verändert haben. Die gute Nachricht: Wer plant, auf eine Wärmepumpe umzusteigen, sollte nicht nur auf die aktuellen Kosten schauen, sondern auch auf das, was noch kommt. Und hier deutet sich Entspannung an.
Preisentwicklung bei Wärmepumpen 2022-2025
Zwischen 2022 und 2024 sind die Preise für Wärmepumpen in Deutschland regelrecht durch die Decke gegangen. Luft-Wasser-Wärmepumpen – die mit Abstand am häufigsten verbaute Variante – kosteten plötzlich bis zu 40 Prozent mehr als noch zwei Jahre zuvor. Statt rund 24.000 Euro mussten viele Haushalte nun mit durchschnittlich 34.000 Euro rechnen. Einzelne Angebote lagen sogar deutlich darüber: Laut einer Auswertung reichte die Preisspanne bei Angeboten von 20.000 bis über 60.000 Euro – bei ähnlichem Leistungsumfang.
Für das Jahr 2025 zeichnet sich nun erstmals eine leichte Entspannung ab: Der Durchschnittspreis für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt aktuell bei rund 30.000 Euro – also 4.000 Euro weniger im Vergleich zum Vorjahr. Trotzdem bleibt das Preisniveau hoch: Im Vergleich zu 2022 zahlen Kund*innen im Schnitt weiterhin rund ein Viertel mehr.
Viele Handwerksbetriebe waren in den letzten Jahren mit dem Einbau von Wärmepumpen ausgelastet – auch das trieb die Preise nach oben.
Wie viel eine Wärmepumpe tatsächlich kostet, hängt stark von der gewählten Technologie ab. Neben dem Gerät selbst fallen vor allem Kosten für Montage und Zubehör an. Am günstigsten sind Luft-Wasser-Wärmepumpen – sie kommen ohne Erdarbeiten aus und lassen sich vergleichsweise einfach installieren. Deutlich teurer wird es bei Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Hier schlagen Bohrungen, Brunnen oder spezielle Genehmigungen zusätzlich zu Buche:
- Luft-Wasser-Wärmepumpen: Mit 12.000 bis 25.000 Euro sind sie die günstigste Variante – und mit über 90 Prozent Marktanteil auch die gängigste. Die Installation ist vergleichsweise unkompliziert und eignet sich für Neubauten ebenso wie für die Nachrüstung im Bestand. Bei einem typischen Einfamilienhaus (150 m² Wohnfläche) summieren sich die Gesamtkosten inklusive Zubehör und Installation im Schnitt auf etwa 30.000 Euro.
- Sole-Wasser-Wärmepumpen: Der Einbau sogenannter Erdwärmepumpen ist deutlich aufwendiger – die Systeme sind aber auch effizienter. Lösungen mit Flachkollektoren liegen 2025 zwischen 20.000 und 35.000 Euro, Erdsonden können bis zu 50.000 Euro kosten. Ursache sind vor allem Bohrungen und Genehmigungen. Dafür überzeugen sie im Betrieb oft mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von über 4,0.
- Wasser-Wasser-Wärmepumpen: Diese Systeme nutzen Grundwasser als Energiequelle – benötigen aber zwei Brunnen, behördliche Genehmigungen und chemische Analysen. Das macht sie zur teuersten Lösung: Die Kosten bewegen sich zwischen 22.000 und 45.000 Euro. Wirtschaftlich sind sie vor allem dort, wo die örtlichen Bedingungen optimal passen – dann arbeiten sie auch mit sehr hoher Effizienz.
Warum Wärmepumpen in den letzten Jahren teurer wurden
Die Gründe für den deutlichen Preisanstieg bei Wärmepumpen sind vielfältig – und viele wirken bis heute nach. Neben den stark gestiegenen Rohstoff- und Materialkosten haben vor allem zwei Entwicklungen die Preise zwischen 2022 und 2024 massiv in die Höhe getrieben: fehlende Kapazitäten im Handwerk und die sprunghaft gestiegene Nachfrage im Zuge des Gebäudeenergiegesetzes (GEG).
Insbesondere der Fachkräftemangel zeigte ungeahnte Auswirkungen auf die Preisentwicklung von Wärmepumpen. Viele Betriebe waren über Monate hinweg vollständig ausgelastet, die Auftragsbücher randvoll. In manchen Regionen reagierten Fachbetriebe sogar mit sogenannten „Abwehrangeboten“ – also bewusst überhöhten Preisen, um neue Aufträge abzulehnen.
Zudem hat die enorme Nachfrage nach Wärmepumpen zur rasanten Preisentwicklung beigetragen: Nach Inkrafttreten des GEG wollten viele Eigentümer*innen möglichst schnell umrüsten – aus Sorge, gesetzliche Fristen zu verpassen. Die Folge: lange Wartezeiten, Engpässe bei Bauteilen und weiter steigende Preise. In der Spitze mussten Kund*innen mit Lieferzeiten von bis zu zwölf Monaten rechnen.
Hinzu kommt: Der Markt ist nach wie vor unübersichtlich. Die Unterschiede zwischen einzelnen Angeboten sind zum Teil erheblich – auch weil sich Leistungsumfang, Produktqualität und Zusatzkosten wie Bohrungen oder Elektroarbeiten stark unterscheiden können. Für Verbraucher*innen ist es deshalb oft schwierig, auf einen Blick zu erkennen, welches Angebot wirklich fair kalkuliert ist.
Drastische Preissteigerungen wurden auch bei wichtigen Rohstoffen wie Kupfer, Aluminium und Stahl registriert – alles unverzichtbare Materialien für Wärmetauscher, Verdichter und Gehäuse. Laut dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) lagen die Materialkosten 2023 teils 30 bis 50 Prozent über dem Niveau vor der Energiekrise.
Erschwerend kamen globale Lieferkettenprobleme hinzu, die die Wärmepumpenbranche besonders hart trafen. Neben pandemiebedingten Produktionsausfällen verteuerten sich auch Transport- und Logistikkosten erheblich. Komponenten wie Halbleiter und Steuerungselektronik waren zeitweise kaum verfügbar – mit direkten Auswirkungen auf Produktionsmenge und -kosten. Erst seit Mitte 2024 entspannt sich die Lage langsam wieder.
Wärmepumpen sind in Deutschland teurer als im Ausland
Die rund 30.000 Euro, die Luft-Wasser-Wärmepumpen in Deutschland derzeit im Schnitt kosten, haben wir bereits erwähnt. Im europäischen Vergleich liegen die Preise hierzulande damit sogar ganz vorne. In Großbritannien etwa gibt es vergleichbare Anlagen schon ab rund 14.000 Euro, bei unseren Nachbarn in Frankreich liegen die Kosten bei etwa 18.000 Euro. Was auf den ersten Blick überraschend wirkt, hat gleich mehrere Ursachen.
In Großbritannien sind viele Häuser ähnlich aufgebaut, das erleichtert auch Installation und Montage von Wärmepumpen.
Technische Vorschriften
In Deutschland gelten besonders strenge Vorgaben an Wärmepumpen. Neben hohen Energieeffizienzstandards müssen sie auch leise arbeiten – gerade in dicht besiedelten Wohngebieten. So schreiben die Landesbauordnungen teils Mindestabstände zur Nachbargrenze vor, wenn bestimmte Schallwerte überschritten werden. Das kann aufwendige Planungen oder zusätzliche Schallschutzmaßnahmen (z. B. Einhausungen) notwendig machen.
Hinzu kommen technische Anforderungen wie geringe Vorlauftemperaturen bei gleichzeitig höherem Heizbedarf aufgrund des kälteren Klimas. Für viele Häuser braucht es daher speziell entwickelte, leisere und leistungsstärkere Modelle. Auch zusätzliche Komponenten wie Heizstäbe oder Abtauvorrichtungen lassen die Preise weiter steigen. Selbst grundlegende Arbeiten wie Stromanschluss oder Absicherung sind hierzulande oft komplexer (z. B. strengere Normen) – was den Gesamtaufwand und damit die Kosten deutlich erhöht.
Steuerliche Belastung
Ein weiterer Preisfaktor: In Deutschland fällt beim Kauf und Einbau einer Wärmepumpe grundsätzlich 19 Prozent Mehrwertsteuer an – unabhängig davon, ob es sich um eine Sanierung oder einen Neubau handelt. In Großbritannien dagegen sind Wärmepumpen vollständig von der Mehrwertsteuer befreit, sofern sie im Rahmen einer energetischen Modernisierung eingebaut werden. Das senkt die Endkosten dort deutlich – insgesamt um mehrere tausend Euro.
Montagekosten
Der Anteil der Montage- bzw. Installationskosten an den Gesamtkosten beträgt typischerweise etwa 20 bis 30 Prozent, in Einzelfällen auch bis zu 35 Prozent – nicht zuletzt wegen hoher Lohnkosten. Während deutsche Betriebe 2024 im Schnitt rund 65 Euro pro Stunde berechneten, lagen die Sätze in Frankreich bei etwa 40 Euro, in Polen sogar nur bei 25 Euro.
In einer aktuellen Auswertung bemängelt die Verbraucherzentrale zudem, dass viele Angebote zentrale Leistungen wie Fundament, Elektroinstallation oder den hydraulischen Abgleich nicht vollständig ausweisen. Lediglich 26 Prozent der geprüften Fälle enthielten alle erforderlichen Bestandteile. Die Folge: versteckte Zusatzkosten von durchschnittlich bis zu 10.000 Euro – oft erst erkennbar, wenn die Arbeiten bereits begonnen haben.
Hinzu kommt: In Deutschland sind Planungs- und Dokumentationspflichten umfassender, etwa bei der hydraulischen Einbindung, beim Nachweis der Effizienz oder bei Genehmigungen. Der höhere Planungsaufwand schlägt direkt auf die Endpreise durch.
Gebäudebestand
Ein oft unterschätzter Faktor sind die baulichen Unterschiede: Der Gebäudebestand in Deutschland ist vielfältiger und oft weniger standardisiert als in anderen Ländern. Reihenhäuser aus den 1920er- bis 1970er-Jahren mit alten Heizsystemen sind keine Seltenheit. Zwar ist der Einbau einer Wärmepumpe auch im Bestand technisch kein Problem, doch jeder Fall erfordert individuelle Planung, Anpassungen und Zusatzarbeiten. In Großbritannien dagegen sind viele Einfamilienhäuser ähnlich gebaut, was die Installation vereinfacht und Kosten spart.
Förderung mit Nebenwirkungen
Besonders kurios: Die deutsche Förderlogik trägt unbeabsichtigt zur Preissteigerung bei. Während andere Länder pauschale Zuschüsse gewähren, orientiert sich die deutsche Wärmepumpenförderung prozentual am Gesamtpreis. Je teurer eine Anlage ist, desto höher die Förderung – das kann Anreize für überhöhte Preise setzen.
Branchenkenner sehen darin einen systemischen Fehler: Wärmepumpen ließen sich auch für unter 20.000 Euro installieren – doch Handwerksbetriebe bevorzugen lukrativere Aufträge, bei denen dann auch die Zuschüsse zwangsläufig höher ausfallen. In anderen Ländern sind die Förderbeträge hingegen festgelegt oder einkommensabhängig gestaffelt. Das setzt klare Preisgrenzen – und übt Druck auf Anbieter aus, wirtschaftlich zu kalkulieren. In Deutschland fehlt dieser Effekt weitgehend.
Mit stärkerer Serienfertigung und technischen Verbesserungen wollen die Hersteller die Kosten für Wärmepumpen bis 2030 um bis zu 40 Prozent senken.
Ausblick: Wie sich die Preise bis 2030 entwickeln könnten
Auch wenn die Preise 2025 erstmals wieder leicht sinken, bleibt der Wärmepumpenmarkt in Bewegung. Nach dem starken Absatzrückgang 2024 rechnet der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) für das laufende Jahr mit einer deutlichen Erholung: Die Verkaufszahlen könnten um rund 30 Prozent steigen – auf etwa 260.000 Geräte. Diese Entwicklung dürfte sich stabilisierend auf das Preisniveau auswirken.
Einen starken Impuls für steigende Absatzzahlen könnte auch der europäische Emissionshandel ETS 2 liefern, der ab 2027 auch fossile Brennstoffe wie Gas und Heizöl umfasst. Für Verbraucher*innen bedeutet das: Wer weiterhin auf fossile Heizsysteme setzt, muss mit deutlich steigenden Betriebskosten rechnen. CO₂-Preise von bis zu 300 Euro pro Tonne sind möglich. – was Wärmepumpen wirtschaftlich noch attraktiver macht.
Der Bundesverband Wärmepumpe geht daher davon aus, dass bis spätestens 2030 jährlich 500.000 Wärmepumpen installiert werden – bei anhaltender Förderung und verlässlichem Marktumfeld womöglich schon ab 2027. Und auch die Hersteller bereiten sich bereits auf die steigende Nachfrage vor. Laut BWP sind allein 2024 und 2025 über sieben Milliarden Euro in neue Werke und automatisierte Anlagen geflossen. Ziel ist es, durch Serienfertigung und technische Verbesserungen die Kosten bis 2030 um bis zu 40 Prozent zu senken.
Für Käufer*innen deutet daher vieles darauf hin, dass der Höhepunkt der Preisentwicklung überschritten ist – langfristig könnten Wärmepumpen damit deutlich erschwinglicher werden.
Wie haben sich die Kosten für Wärmepumpenstrom entwickelt?
Wärmepumpen werden häufig mit einem speziellen Stromtarif für Heizstrom betrieben. Dieser sogenannte Wärmepumpenstrom ist technisch identisch mit Haushaltsstrom, wird aber zu günstigeren Konditionen abgerechnet – insbesondere dann, wenn der Versorger den Strombezug zeitweise steuern darf. Dafür profitieren Kund*innen von spürbar niedrigeren Preisen.
Gleichwohl sind die Preise für Wärmepumpenstrom in den letzten Jahren parallel zu den allgemeinen Strompreisen gestiegen. Während sie 2020 noch bei etwa 23 Cent pro Kilowattstunde lagen, kletterten sie bis 2022 auf rund 36 Cent. Dieser Anstieg ist vor allem auf die stark gestiegenen Großhandelspreise infolge des Ukrainekriegs sowie Veränderungen bei Umlagen und Förderregelungen zurückzuführen. Im Jahr 2023 entspannten sich die Preise spürbar, sodass der Durchschnittspreis für Wärmepumpenstrom auf etwa 29 Cent zurückging.
2025 liegt der durchschnittliche Strompreis für Wärmepumpenstrom bei etwa 25 bis 28 Cent pro Kilowattstunde – das sind rund 30 Prozent weniger als der allgemeine Preis für Haushaltsstrom, der aktuell bei etwa 39,7 Cent liegt. Bei einem Jahresverbrauch von 8.000 kWh ergibt sich so ein Einsparpotenzial von über 700 Euro.
Grund für die günstigeren Tarife sind reduzierte Netzentgelte, niedrigere Konzessionsabgaben und der Wegfall einiger staatlicher Umlagen – etwa der KWKG- und der Offshore-Netzumlage bei separatem Zähler. Auch die Mehrwertsteuer fällt dadurch etwas geringer aus.
Tipp: Mit dem Wärmepumpenstromtarif der EnBW profitieren Sie von dauerhaft günstigerem Strom für Ihre Heizung – inklusive transparenter Konditionen und zuverlässiger Versorgung.
Fazit
Nach den starken Preisanstiegen der letzten Jahre hat sich der Markt 2025 erstmals leicht entspannt. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind wieder etwas günstiger zu haben, die Lieferzeiten sinken, und die Förderung ist so attraktiv wie nie. Langfristig werden Wärmepumpen durch technische Fortschritte und größere Produktionsmengen voraussichtlich günstiger. Gleichzeitig steigen die Betriebskosten fossiler Heizsysteme durch den CO₂-Preis ab 2027 spürbar an.
Wer also wartet, spart vielleicht bei der Anschaffung – zahlt dafür aber möglicherweise Jahre lang höhere Heizkosten. Ein rechtzeitiger Umstieg könnte sich also lohnen.