Große E-Autos für die Familie im Check

Die meisten Autohersteller haben längst die Zeichen der Zeit erkannt und ihre Modellpalette um Elektroautos erweitert. 2021 ist aber nun das Jahr, in dem neben E-Flitzern für die City auch immer mehr E-SUVs und größere E-Autos angeboten werden. Die neuen Stromer bieten nicht nur jede Menge Leistung und Komfort, sondern auch viel Platz und sind damit perfekt geeignet für den Familienalltag.

Wir geben dir hier einen Überblick zu großen E-Autos, mit Platz für bis zu sieben Insassen und genügend Stauraum für Koffer, Kinderwagen & Co.


Das erwartet dich hier

Rundum sorglos unterwegs: Tesla Model Y

Die unangefochtene Nummer 1 unter den familientauglichen E-Autos kommt aus dem Hause Tesla. Das Model Y überzeugt in unserem Ranking der familienfreundlichen E-Autos in allen Kategorien. Stauraum, Sicherheit, Ladegeschwindigkeit, Reichweite und viele weitere Aspekte lassen bei Fahrer und Insassen keine Wünsche offen. Mit einer maximalen Reichweite von stolzen 480 Kilometern und der Tesla-eigenen Suchfunktion nach der nächsten Ladestation lassen sich auch längere Strecken Richtung Urlaubsdomizil im Ausland stressfrei bewältigen.

Tesla Logo

Mit keiner anderen Marke wird Elektromobilität so stark verbunden wie mit Tesla. Kein Wunder, dass der Autohersteller auch ein passendes Familienauto elektrifiziert.

Mit Kosten von rund 65.000 Euro ist der Elektro-Stromer im Segment „familientaugliche E-Autos“ preislich im oberen Mittelfeld angesiedelt. Serienmäßig verfügt das Model Y über fünf Sitzplätze in zwei Reihen, auf Wunsch lässt es sich sogar mit einer dritten Sitzreihe ausrüsten. So finden dann bis zu sieben Insassen Platz, ganz hinten allerdings aufgrund des begrenzten Platzes aber wohl nur zwei Kinder.  Eine maximale Reichweite von 500 Kilometern, die tiefe Ladekante für bequemes Ein- und Ausladen sowie die luxuriöse Innenausstattung  machen das Model Y zu unserer ersten Wahl bei großen E-Autos. Genug Power wird durch mehr als 450 PS gewährleistet, die den Wagen auf bis zu 241 km/h beschleunigen sollen.

Voraussichtlich 2021 wird das E-SUV auf den Markt kommen. Man darf gespannt sein, wie sich der Neuzugang in der Tesla-Familie schlagen wird. Das Tesla Model X, sozusagen der große Bruder des Model Y und ebenfalls familientauglich (wenngleich um einiges teurer), konnte in unserem Praxistest auch mit angehängtem Wohnwagen auf ganzer Linie überzeugen. Über das Kofferraumvolumen macht Tesla noch keine Angaben – maximal soll das Model Y aber über Platz für bis zu 1.900 Liter Zuladung verfügen.

Übrigens: Läuft bei Tesla alles nach Plan, könnten in einigen Jahren die hierzulande verkauften Model Y schon „made in Germany“ sein. Denn in der Gigafactory, die Tesla derzeit im brandenburgischen Grünheide (südöstlich von Berlin) errichtet, soll auch der kleine E-SUV gefertigt werden.

Tesla Model Y

Das Model Y von Tesla sieht aus wie ein SUV, eignet sich aber auch perfekt als Familienkutsche. (Foto: Tesla Motors)

Preis-Leistungs-Sieger im Segment E-Auto für die Familie: Aiways U5

Der chinesische Autobauer Aiways ist  auf dem deutschen Markt bislang eher unbekannt. Gegründet wurde das Unternehmen erst 2017, zwei Jahre später stellte das Start-up bereits das erste Modell vor. Produziert wird in China, die Entwicklung erfolgt dagegen international: Forschungslabore befinden sich in Deutschland, Dänemark und den USA. Der Name setzt sich aus „Ai“ und „ways“ zusammen. Während der zweite Begriff für Straße oder Weg steht, bedeutet der erste Künstliche Intelligenz (AI), im Chinesischen aber auch Liebe. Sprich: Bei Aiways gehen modernste Technologie und die Liebe zum Auto Hand in Hand.

Interessant für Familien ist der Aiways U5 vor allem aus preislicher Sicht. Die Standardversion kostet rund 38.000 Euro, die Premium-Variante knapp 41.000 Euro. Zum Vergleich: Für den gleichgroßen Mercedes EQC musst du mindestens 75.000 Euro hinlegen. Neben dem Preis klingen auch Reichweiten von bis zu 400 Kilometern durchaus interessant. Erreicht wird dies durch die Technologie, die bei Aiways zur Anwendung kommt. Eine innovative Sandwich-Struktur sorgt dafür, dass der Akku auch bei niedrigen Temperaturen länger hält, außerdem kannst du den U5 an Schnellladesäulen innerhalb von 30 Minuten von 30 auf 80 Prozent aufladen. Das Besondere: Zukünftige U5-Fahrer sollen die Möglichkeit haben, ein Akku-Zusatzpaket zu mieten, das beispielsweise einfach an Tankstellen zu beziehen sein soll. Damit soll die Reichweite um weitere 100 Kilometer gesteigert werden.

Die Leistungsdetails sind stark alltagsorientiert: Mit 160 km/h liegt die Maximalgeschwindigkeit zwar deutlich unter dem Tesla Model Y, reicht aber für die meisten Fahrten locker aus. Die Elektromotoren liefern rund 190 PS, von 0 auf 100 km/h schafft es der Aiways U5 in genau 10 Sekunden. Auch wenn die Anzahl der Insassen beim U5 auf fünf Personen beschränkt ist, versteckt sich dennoch im E-SUV ein kleines Raumwunder: Mit einer Länge von 4,68 Metern ist genügend Stauraum vorhanden, der Kofferraum bietet ein Volumen von 432 Litern, maximal sind 1.555 Liter drin. Und das Beste: Das große Panoramadach liefert immer ein großzügiges Raumgefühl, egal, wie voll du den U5 geladen hast.

Der Aiways U5 kann bereits beim Partner Euronics vorbestellt werden, die Auslieferung des Modelljahres 2021 erfolgt ab Oktober 2020.

 

Genug Platz für die Großfamilie: Mercedes EQV 300

Mehr Platz für mehr Insassen, Stauraum nach Bedarf und genug Kraft, um die Kinder, Koffer und Einkäufe durch die Gegend zu kutschieren: So lässt sich der Mercedes EQV am besten beschreiben. Im Mittelfeld unseren Rankings großer E-Autos angesiedelt, bedient die elektrische Version des Mercedes-Vans eine ganz besondere Nische: Der Benz bietet Platz für bis zu acht Insassen und ist mit rund 70.000 Euro Listenpreis im oberen Teilnehmerfeld angesiedelt.

Der großzügig bemessene Innenraum bietet ein Ladevolumen von mindestens 1.030 Litern. Zudem ist er maximal variabel: Du kannst beliebig Sitze aus- und einklappen, Reihen ein- und ausbauen oder vor und gegen die Fahrtrichtung verstellen – mehr Platz also beispielsweise für eine fünfköpfige Familie mit viel Gepäck.

Die Reichweite orientiert sich allerdings an Shuttlefahrten auf kurzen oder mittleren Distanzen. Für die Langstrecke ist der EQV 300 dagegen nicht gemacht. Allerdings muss der E-Van mit einer maximalen Reichweite von 400 Kilometern auch nicht gleich an die Steckdose, wenn die Familie zum Badesee und zurückfährt.

Der EQV von Mercedes-Benz fährt durch die Natur.

Hochwertige Verarbeitung und ganz viel Platz in der Großraum-Limousine: Der EQV von Mercedes-Benz bietet Platz für bis zu acht Insassen. (Foto: Daimler AG)

Aufgrund der Konfiguration ist der Mercedes mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h zwar nicht das schnellste E-Autos für Familien in unserem Ranking. Dafür punktet der große Wagen in Sachen Verarbeitung und Qualität. Ein ausführliches Video, in dem der E-Van vorgestellt wird, kannst du dir hier anschauen:

 

Vielseitig einsetzbar: VW ID.3

Um einiges kompakter als die bisher vorgestellten Modelle ist Volkswagens ID.3. Das E-Auto bietet in den Ausführungen mit einem kleineren Akku zwar fünf Sitzplätze, bei größeren Akkus (für mehr Reichweite) ist die Anzahl der Insassen dagegen auf vier begrenzt. Im Vergleich zu SUVs und Transportern ist der Innenraum des ID.3 auch weniger ausladend. Dafür punktet der Golf-Ableger mit einer großen Funktionalität. Mit 420 Kilometern maximaler Reichweite und 160 km/h Spitzengeschwindigkeit macht der kleinere E-Flitzer in der Stadt und bei Überlandfahrten gleichermaßen eine gute Figur.

Die kompakten Maße begrenzen allerdings den Stauraum: Der Kofferraum bietet ein Ladevolumen von 385 Litern, 1.267 Liter sind es mit umgeklappten Rücksitzen. Mit einem aktuellen Listenpreis von rund 36.000 Euro ist der Wagen gut für den Einstieg ins Elektro-Segment geeignet. Insbesondere die schnelle Ladegeschwindigkeit sorgt für Fahrspaß, da dadurch lange Ladepausen wegfallen.

Der Kompaktwagen von VW kommt mit über 400 Kilometern Reichweite und ist auch für Fahrten in der Stadt gut geeignet. (Foto: Volkswagen)

Elektrifizierter Familien-SUV in der Kompaktklasse: Skoda Enyaq

Im Volkswagen-Konzern laufen in den nächsten Monaten gleich drei elektrifizierte Familien-SUVs an: bei der Kernmarke VW der ID.4, bei Audi der Q4 e-tron. Und bei der tschechischen Tochtermarke Skoda fiel jüngst der Startschuss für den Enyaq. Alle drei Modelle basieren auf dem VW-eigenen Modularen Elektrobaukasten (MEB), der sich auch beim ID.3 findet. Der Name des Skoda-Modell leitet sich vom irischen Namen „Enya“ ab (genau, wie die Sängerin) und bedeutet „Feuer“, aber auch „Quelle des Lebens“.

Und mitten im Leben steht der Enyaq tatsächlich. Eine der Besonderheiten des tschechischen Familien-SUVs: Bei einer Gesamtlänge von 4,65 Metern verfügt der Enyaq über einen Radstand von knapp 2,80 Metern. Sprich: Von außen Kompaktklasse, von innen Mini-Van. Die 585 Liter allein im Kofferraum bieten schon jede Menge Stauraum. Rechnest du den Sitzbereich mit dazu, liegst du bei circa 2.000 Litern Ladevolumen insgesamt.

Familien- und alltagstauglich sind auch die unterschiedlichen Motorisierungen, von der Einsteigerversion mit Heckantrieb bis zum High-End-Modell mit Allrad. Die kleinste Variante, der Enyaq 50, verfügt etwa über einen Elektromotor mit 148 PS Leistung und kommt auf eine Reichweite von bis zu 340 Kilometern. Die nächstgrößere Version schafft noch 50 Kilometer mehr, für den Enyaq 80 wurde sogar eine Reichweite von rund 500 Kilometern ermittelt. Die Höchstgeschwindigkeit der heckgetriebenen Modelle liegt bei 160 km/h, das Topmodell vRS (erhältlich frühestens Ende 2021) mit zweitem E-Motor und 306 PS insgesamt erzielt sogar 180 km/h.

Neben Leistung und Ladevolumen ist auch der Preis ein starkes Argument, dir den Enyaq näher anzusehen. Skoda gibt als Grundpreis für die Basisversion 33.800 Euro an, nach Abzug der Umweltprämie zahlst du also gerade einmal 25.000 Euro für den Familien-SUV. Die stärkeren Versionen sind auch verhältnismäßig günstig: Der Enyaq 60 wird ab 38.850 Euro verkauft; der Enyaq 80 ab 43.950 Euro. Im Preis enthalten sind dann auch nette „Gimmicks“: Neben dem obligatorischen Eiskratzer und dem Regenschirm in der Fahrertür gibt es beispielsweise auch eine Gummiabdeckung für den Ladeanschluss dazu, die ihn vor Regen und Eis schützt.

Die erste Edition des Enyaq erinnert an das Gründungsjahr von Skoda: Genau 1.895 Exemplare der „Founders Edition“ konnten bestellt werden. (Foto: Skoda)

Fazit: Große E-Autos – die Unterschiede sind ebenfalls groß

Wenn du nach einem passenden E-Auto für deine Familie suchst, hast du die Qual der Wahl. Jeder der etablierten Anbieter hat eines oder mehrere Modelle im Angebot, vom City-Flitzer bis zur Großraum-Limousine. Da findest du bestimmt das Familienauto, das perfekt auf die Bedürfnisse deiner Family zugeschnitten ist. Wie unsere Vorstellung zeigt, unterschieden sich aber die Preise teils stark. Doch es gibt staatliche Unterstützung. Neben der Kaufprämie kannst du eine ganze Reihe von Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen, zum Beispiel in Form steuerlicher Vergünstigungen. Eine andere Möglichkeit, um hohe Kaufsummen zu vermeiden, ist das Leasing von E-Autos. Hierbei gilt es aber Vor- und Nachteile (z. B. monatliche Raten statt Einmalzahlung, dafür aber Mehrkosten durch Bindung an Vertragswerkstätten) abzuwägen. Wenn du dich für ein E-Auto als zukünftiges Fahrzeug interessierst, kannst du mit unserem praktischen Mobilitätsberater ganz einfach herausfinden, welches E-Auto am besten zu deinen Anforderungen passt.

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