Die Ladeleistung spielt für die Dauer eines Ladevorgangs eine entscheidende Rolle. Grundsätzlich gilt: Je größer die Ladeleistung des Fahrzeugs und der Ladestation, desto schneller lädt Ihr Elektroauto.
Was versteht man unter Ladeleistung eigentlich?
Der Begriff bezieht sich auf die Geschwindigkeit, mit der Strom in die Batterie geladen wird. Die Ladeleistung wird in Kilowatt (kW) angegeben und hängt von verschiedenen Faktoren ab – mehr dazu später. Eine höhere Ladeleistung bedeutet, dass das Fahrzeug schneller geladen werden kann.
Mit Ladezeit ist hingegen die Zeit gemeint, die das Fahrzeug zum vollständigen Aufladen des Akkus benötigt. Ladeleistung und Ladezeit sind somit zwei unterschiedliche Angaben.
So wird die Ladeleistung eines E-Autos gemessen
Es werden unterschiedliche Maßeinheiten zur Differenzierung genutzt: Kilowatt (kW) und Kilowattstunde (kWh). Während die Ladeleistung in Kilowatt gemessen wird, gibt die Kilowattstunde die im Akku gespeicherte Energiemenge an – also, wie viel Energie im Akku des Fahrzeugs vorhanden ist.
Die Ladeleistung lässt sich wie folgt berechnen:
Spannung x Strom = Leistung
Die tatsächliche Leistung hängt dabei auch von der Art der Ladestation ab. Es gibt die unterschiedlichen Ladearten AC (Wechselstrom) und DC (Gleichstrom). AC-Ladestationen sind beispielsweise Wallboxen, die Sie zu Hause verwenden. Sie liefern in der Regel bis 11 kW oder 22 kW. Das Fahrzeug wandelt den Strom dann eigenständig in Gleichstrom um die Batterie zu laden.
Bei DC-Ladestationen handelt es sich um Schnellladestationen, die den Strom direkt als Gleichstrom in das Fahrzeug einspeisen. Sie ermöglichen eine deutlich höhere Ladeleistung. Das ist besonders für schnelles Laden unterwegs sehr wichtig.
Wodurch wird die Ladeleistung eines Elektroautos beeinflusst?
Wie schnell der Akku eines Elektroautos an einer Ladestation aufgeladen werden kann, hängt von zwei Faktoren ab:
- die Ladeleistung, die durch das interne Ladegerät des Elektroautos abgerufen werden kann und die von der Ladeelektronik des Fahrzeugs gesteuert wird, sowie
- die maximale Ladeleistung des Ladepunktes.
Grundsätzlich gilt: Die maximale Ladeleistung und damit auch die Zeit, die Sie zum Aufladen Ihres E-Autos benötigen, wird vom „schwächsten Glied der Kette“ vorgegeben. Hier zum besseren Verständnis vier Beispiele:
Beispiel 1:
Hat Ihr Elektroauto eine maximale Ladeleistung von 11 kW AC, dann laden Sie auch mit einer 22 kW-Wallbox nur mit max. 11 kW.
Beispiel 2:
Wenn Ihr E-Auto eine maximale Ladeleistung von 125 kW DC hat, dann laden Sie an einer Ladestation mit maximal 50 kW Ladeleistung auch mit Ihrem Fahrzeug nur mit maximal 50 kW.
Beispiel 3:
Hat Ihr E-Auto eine maximale Ladeleistung von 125 kW DC, kann es im Winter vorkommen, dass Sie an einer Schnellladesäule mit 150 kW trotzdem nur mit beispielsweise 89 kW laden.
Beispiel 4:
Besitzen Sie eine 22 kW Wallbox mit mehreren Anschlüssen und zwei E-Autos, können Sie diese gleichzeitig laden. Allerdings müssen sich diese die Ladeleistung dann mit je 11 kW teilen.
Häufig wird die Ladeleistung beim Ladevorgang durch das Fahrzeug selbst beeinflusst.
Einflussfaktoren auf die fahrzeugseitige Ladeleistung im Detail
Die maximal mögliche Ladeleistung ist von Elektroauto zu Elektroauto unterschiedlich.
Generell hat jedes E-Auto eine spezifische Ladekurve. Ein beispielhafter Vergleich verschiedener Fahrzeugkategorien ist hier in der Grafik zu sehen. Die Ladekurve Ihres E-Autos kann in der Realität von den dargestellten Kurven abweichen.
Wie Sie in der Grafik sehen können, hängt die Ladeleistung auch vom Ladezustand der Batterie ab. Bei Erreichen eines fahrzeugspezifischen Ladezustands, fällt die Leistung stufenweise ab, bis die Batterie vollständig geladen ist. Beim Vergleich der Ladezeiten verschiedener Fahrzeuge zeigt sich, wie unterschiedlich diese Zeiten sein können.
Die interne Steuerung des E-Fahrzeugs orientiert sich bei der Ladeleistung nicht nur an dem Ladezustand (dem sogenannten SOC, State of Charge), sondern auch an der Temperatur der Batterie. Der Grund: Durch den stufenweisen Abfall der Ladeleistung wird die maximale Lebensdauer der Batterie und eine hohe Sicherheit beim Ladevorgang gewährleistet. Darüber hinaus dient dies dem Schutz der Batterie vor Beschädigungen durch beispielsweise zu hohe Temperaturen.
Übrigens: Als Faustregel können Sie sich merken, dass der Akku bis zu einem Ladezustand von 80 Prozent mit hoher Ladeleistung geladen wird, sofern äußere Einflüsse das nicht verhindern. Darüber hinaus wird die Ladeleistung sukzessive reduziert.
Temperatur der Batterie
Für die konstante Überwachung der Akku-Temperatur ist das Batteriemanagementsystem (BMS) Ihres Stromers zuständig. Denn wie eben erwähnt, spielt auch die Temperatur der Batterie bei der Ladeleistung eine Rolle. Ist diese beispielsweise zu niedrig oder zu hoch, wird die Ladeleistung heruntergefahren, um die Akkuzellen zu schonen und zu schützen. Ein Aspekt, der vor allem im Winter eine Rolle spielt, denn insbesondere die Außentemperatur hat einen großen Einfluss auf die Batterie.
Im Winter, wenn es sehr kalt ist, kann es daher auch zu einer Einschränkung der Ladeleistung kommen. Je nachdem wie viele Kilometer Sie bis zu Ihrer Ladesäule zurückgelegt haben, ist die Batterie aufgewärmt oder nicht.
Kleiner Tipp für kühle Tage: Anstatt Ihr Fahrzeug in der Nähe des Startpunktes zu laden, können Sie es auch erst in der Nähe des Zielortes laden. So können Sie Ihr E-Auto und den Akku bzw. die Batterie optimal vorwärmen.
Alter der Batterie
Auch das Alter der Batterie hat Einfluss auf die Ladeleistung. Jeder wiederaufladbare Akku verliert mit der Zeit an Speicherfähigkeit, also an Kapazität. Das kennen Sie sicher von Ihrem Smartphone, dessen Akku im Laufe der Zeit weniger lang hält. Genauso ist es bei Batterien von Elektroautos der Fall. Zum Beispiel spiegelt sich dieser Umstand in der Verminderung der Reichweite im Lebenszyklus eines Elektroautos wider. Dabei kann sich nicht nur die Kapazität verringern, auch der Innenwiderstand der Batterie kann im Laufe der Zeit steigen. Das kann zu einer fahrzeugseitigen Reduktion der Ladeleistung führen.
Die Ladezyklen eines E-Autos geben somit Aufschluss, wie häufig der Akku geladen und entladen werden kann, bevor seine Kapazität spürbar sinkt. Die tatsächliche Lebensdauer hängt aber von vielen Faktoren ab, beispielsweise von den Temperaturen, aber auch von der Art des Ladens oder dem Fahrstil.
Wirkungsgrad der Batterie
Darüber hinaus spielt auch der Ladewirkungsgrad eine Rolle, also mögliche Verluste beim Ladevorgang. Vergleicht man die Leistung, die in der Batterie des E-Autos ankommt, mit der Leistung, die das Display der Ladestation anzeigt, kann es sein, dass unterschiedliche Werte angezeigt werden. Dies ist meistens korrekt und liegt am Wirkungsgrad.
Kurz gesagt: Je höher der Wirkungsgrad, umso weniger Energie kann während des Ladevorgangs verloren gehen. Damit erreicht man mehr Effizienz – und es ist theoretisch auch schnelleres Laden möglich.
Einflussfaktoren auf die Ladeleistung der Ladestation im Detail
Neben der Ladeleistung Ihres E-Autos beeinflusst auch die maximale Leistung der Ladestation den Ladevorgang.
Gut zu wissen: An den EnBW mobility+ Schnellladestationen wird je nach Standort eine Ladeleistung von 50 bis zu 400 kW zur Verfügung gestellt. Normale öffentliche EnBW mobility+ Ladestationen (AC) verfügen dagegen über eine Ladeleistung von bis zu 22 kW. Die Information, welche maximale Leistung an welcher Ladestation verfügbar ist, finden Sie ganz einfach in der EnBW mobility+ App.
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Standort der Ladesäule
Die angegebene Ladeleistung kann in bestimmten Fällen von der Ladesäule reduziert werden, wodurch die theoretisch maximale Leistung der Ladesäule nicht erreicht wird.
Der häufigste Grund dabei ist die Reduktion der Ladeleistung wegen eines parallelen Ladevorgangs. In diesem Fall tritt ein Algorithmus der Ladesäule in Kraft, der die Leistung zwischen zwei oder mehreren Ladepunkten an einer Ladesäule möglichst fair aufteilt. Somit ist gewährleistet, dass mehrere Ladevorgänge parallel stattfinden können und nicht ein Fahrzeug allein die volle Ladeleistung beansprucht. Das bedeutet, wenn von zwei Ladepunkten an einer Säule beide belegt sind, wird die verfügbare Leistung fair auf beide Ladevorgänge aufgeteilt: An einer 400 kW Ladesäule beziehen dann beide E-Autos jeweils 200 kW.
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H3: Lautstärke, Steckertyp & Stromnetz
Neben der fairen Aufteilung gibt es weitere, jedoch sehr viel seltener vorkommende Gründe zur Reduktion der Ladeleistung. So kann die Leistung von einzelnen Ladestationen in Wohngebieten zu bestimmten Uhrzeiten reduziert werden, damit die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für Geräuschemissionen eingehalten werden.
Ein weiterer möglicher Grund könnte auch die Netzauslastung des kompletten Standorts sein. Überschreitet diese einen kalkulierten Wert, weil sehr viele E-Autos zeitgleich sehr viel Leistung abrufen, erhält die Ladestation ein Signal und drosselt ebenfalls die Leistung. Dies kommt jedoch äußerst selten vor. Zudem bestimmen Steckertypen die maximale Ladeleistung, die das Elektroauto aufnehmen kann.
Auch die Entscheidung für eine Station mit Schnellladung oder normaler Ladegeschwindigkeit hat einen Einfluss. Schnellladen führt dazu, dass die Batterietemperatur ansteigen kann. Das Elektrofahrzeug kann diesen Temperaturanstieg aber normalerweise mit dem Batteriemanagementsystem (BMS) regeln, sodass es keine negativen Effekte gibt.
Tipps zur Maximierung der Ladeleistung
Mit den folgenden Tipps können Sie die Ladezeiten verkürzen und die beste Ladeleistung für Ihr E-Auto erzielen.
- Ideale Ladegewohnheiten anwenden: Vor allem im Winter ist es wichtig darauf zu achten, dass der Akku vor dem Laden eine bessere Temperatur hat. Das erreichen Sie über die Vorkonditionierung.
- Schnellladesäulen (DC-Laden) gezielt nutzen: Wählen Sie bevorzugt Ladesäulen mit hoher Leistung, wenn Sie es eilig haben. Beachten Sie aber, dass das Fahrzeug auch darauf ausgelegt sein muss und das Laden teurer sein kann.
- Ladezustand berücksichtigen: Die maximale Ladeleistung wird vor allem bei niedrigem Akkustand erreicht, bei knapp über 10 Prozent. Daher ist auch Schnellladen zu diesem Zeitpunkt am besten.
- Batterie warten und pflegen: Das ist entscheidend für eine lange Lebensdauer und die beste Leistung. Vermeiden Sie Tiefentladungen sowie Überladungen. Das Fahrzeug sollte im besten Fall immer im Bereich zwischen 20 und 80 Prozent liegen.
Wie Sie Ihre Ladestopps für lange Strecken am besten planen, erfahren Sie in unserem Ratgeber und dem passenden Video:
Fazit
Wie Sie sehen, gibt es eine Reihe von Punkten, die Einfluss auf die Ladeleistung und die Dauer des Ladevorgangs Ihres Elektroautos haben. Zu den wichtigsten Faktoren gehören die maximale Ladeleistung Ihres E-Autos sowie des Ladepunktes, an den Sie Ihren Stromer anschließen möchten. Dabei gibt der jeweils niedrigere Wert vor, welche maximale Leistung möglich ist.
In speziellen Fällen und bei Problemen kann Ihnen unser Service telefonisch sicher weiterhelfen. Die Nummer finden Sie auf allen EnBW-Ladesäulen.
Sollten Sie allgemein Fragen zum Laden Ihres Elektroautos haben, sollten Sie einen Blick auf unseren Artikel „E-Auto richtig laden: 10 Tipps für Neulinge und Profis“ werfen.