Kleiner Spoiler vorweg: Tatsächlich gibt es derzeit nur drei Cabrios mit Elektromotor als Neuwagen zu kaufen. Andere Modelle, die mittlerweile nicht mehr hergestellt werden, finden Sie mit etwas Glück auf dem Gebrauchtwagenmarkt. m Folgenden lernen Sie alle aktuellen E-Cabrios kennen.
Warum gibt es so wenige E-Cabrios?
Nahezu alle Fahrzeughersteller legen ihren Fokus auf die Entwicklung neuer E-Autos, die Neuzulassungen steigen weltweit an und Elektroautos werden in vielen Ländern staatlich gefördert. Auch in Deutschland steht mittlerweile wieder eine E-Auto-Förderung zur Verfügung. E-Cabrios gibt es trotz dieser rasanten Entwicklung eher wenige. Dabei bietet ein fast lautloses Fahrzeug für entspannende Überlandfahrten bei offenem Verdeck mindestens einen großen Vorteil: Kein Motorengeräusch stört die Ruhe auf dem Weg zum nächsten Badesee.
Es gibt jedoch einen Grund, warum E-Cabrios noch nicht die Welt erobert haben: die potenzielle Reichweite. Diese ist nämlich nicht nur von der Größe der verwendeten Batterie, sondern auch vom Luftwiderstand abhängig. Der Luftwiderstand wird im sogenannten cW-Wert (auch Strömungswiderstandkoeffizient, Widerstandsbeiwert oder Luftwiderstandsbeiwert) angegeben. Dabei gilt: Je niedriger der cW-Wert, desto geringer der Luftwiderstand, desto größer die Reichweite.
Bei einem Cabrio ohne Verdeck geht die Stromlinienform zum größten Teil verloren. Der Wind findet im Innenraum viel Fläche, die Widerstand leistet. Dadurch wird mehr Energie benötigt, um das Fahrzeug zu beschleunigen und die Reichweite reduziert sich. Das macht die Entwicklung von E-Cabrios mit hoher Reichweite schwieriger.
E-Cabrios in der Übersicht: Erhältliche Modelle
Die Liste der Hersteller, die sich bislang der aerodynamischen Herausforderungen gestellt haben, ist leider sehr kurz: BMW brachte 2023 den aktuellen Mini in einer E-Cabrio-Version heraus – aber nur als limitiertes Sondermodell (999 Stück in zwei Farben), das bereits ausverkauft ist. Citroën stoppte den Verkauf seines offenen Strandbuggys, des e-Mehari, bereits 2019.
Auch Smart hatte ein Cabrio im Angebot. Das EQ fortwo Cabrio war wohl das kleinste elektrische Cabriolet auf dem Markt, schaffte maximal 153 Kilometer ohne Boxenstopp an der Ladesäule und war in 40 Minuten wieder auf bis zu 80 Prozent aufgeladen. Produktion und Verkauf des Smart EQ fortwo Cabrios sind seit Ende März 2024 allerdings eingestellt. Das Elektro-Cabrio ist leider nur noch gebraucht erhältlich.
Allerdings gibt es aktuell noch drei Modelle, die auf dem Markt zu haben sind und für Cabrio-Fans interessant sein dürften.
Fiat 500e: Der Italiener mit bis zu 320 Kilometern Reichweite
Italienisches Lebensgefühl und Wind in den Haaren gehören einfach zusammen: Vielleicht hat gerade deshalb der italienische Automobilhersteller Fiat sein Modell 500e mit Faltdach versehen. Man könnte jetzt vielleicht einwenden, dass es sich bei dieser Variante nicht um ein echtes Cabrio handelt – aber sei es drum. Mangels Alternativen genießen wir auch mit etwas höheren Holmen im Fiat 500e die frische Luft und ein (kleines) Gefühl von Freiheit.

Den Fiat 500e gibt es auch in einer Cabrio-Ausführung (Bild: © Stellantis).
Auf Knopfdruck wird aus dem 500e annähernd ein E-Cabrio – und mit einer Reichweite von theoretisch 320 Kilometern bleibt Ihnen viel Zeit, um die italienischen Strände zu erkunden.
Seit seiner Markteinführung 2020 hat der kleine Italiener mit offenem Faltdach viele Fans gewonnen. Die Realität der Verkaufszahlen sah allerdings anders aus: Die Nachfrage blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die Produktion im Turiner Werk Mirafiori wurde deshalb mehrfach unterbrochen.
Fiat hat daraus Konsequenzen gezogen. Seit Ende 2025 läuft im selben Werk wieder ein Fiat 500 mit Hybridantrieb vom Band. Das ist ein Schritt zurück zum Verbrenner, den Fiat eigentlich für immer hinter sich lassen wollte. Der Hybrid soll den 500 wieder erschwinglicher machen und die Verkaufszahlen stabilisieren.
Das Elektromodell bleibt vorerst im Programm. Die Variante mit Faltdach startet bei einem Preis von rund 28.000 Euro. Für 2027 ist ein Update mit günstigeren Batterien geplant. Der Preis soll dann unter 20.000 Euro fallen. Wer sich für den Fiat 500e als E-Cabrio interessiert, sollte die Modellentwicklung im Blick behalten. Das Update 2027 könnte den kleinen Italiener wieder attraktiver machen – auch mit offenem Dach.
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MG Cyberster: Der Roadster, der sein Versprechen hält
Lange war der MG Cyberster nur eine Ankündigung. Seit 2024 ist der sportliche Roadster aus dem Hause MG nun auch in Europa erhältlich. Das Design erinnert an klassische britische Sportwagen: lange Motorhaube, niedrige Frontpartie, geschwungene Linien. Dazu kommen markante Scherentüren und ein modernes Cockpit. Der Cyberster ist in zwei Varianten erhältlich: mit einem 250 kW (340 PS) starken Elektromotor an der Hinterachse oder als XPOWER-Version mit 375 kW (510 PS) und Allradantrieb. Die Batterie fasst jeweils 77 kWh.

Der MG Cyberster – hier in der XPOWER-Version erinnert an klassische britische Sportwagen (Bildquelle: © MG Motor Deutschland).
Mit dem Cyberster bekommt man ein echtes E-Cabrio mit sportlichem Anspruch – zu einem Preis, der im Vergleich zu den Luxus-Konkurrenten noch halbwegs erschwinglich wirkt. Der Einstiegspreis liegt bei rund 59.000 Euro.
Maserati GranCabrio Folgore: La dolce vita, elektrisch
Wer beim Thema E-Cabrio an Kompromisse denkt, hat den Maserati GranCabrio Folgore noch nicht gesehen. Das italienische Luxus-Cabriolet ist seit 2025 auf dem Markt und seit Anfang 2026 regulär bestellbar. Es ist das erste vollständig elektrische Cabrio aus dem Hause Maserati – und es setzt die Messlatte hoch.

Mit einem Preis von rund 205.000 Euro spielt das GranCabrio Folgore von Maserati in einer ganz eigenen Liga (Bildquelle: © Stellantis).
Drei Elektromotoren leisten zusammen rund 560 kW (761 PS). Die Beschleunigung von null auf 100 km/h gelingt in unter drei Sekunden. Dabei bleibt der GranCabrio Folgore das, was Maserati immer war: ein Fahrzeug, das Fahrdynamik mit Eleganz verbindet. Das offene Verdeck, das edle Interieur und der lautlose Antrieb passen gut zusammen.
Das GranCabrio Folgore spielt allerdings auch preislich in einer eigenen Liga. Der Basispreis in Deutschland liegt bei rund 205.000 Euro. Wer bereit ist, tief in die Tasche zu greifen, bekommt dafür ein E-Cabrio, das keine Wünsche offenlässt.
Blick in die Zukunft: Diese E-Auto-Cabrios sollen bis 2026 kommen
BMW brachte vor einiger Zeit den aktuellen Mini in einer E-Cabrio-Version heraus – leider nur als limitiertes Sondermodell, das bereits ausverkauft ist. Auch der offene Strandbuggy von Citroën, der e-Mehari, ist seit 2019 nicht mehr erhältlich. Der Blick auf die Ankündigungen der Hersteller zeigt: Ganz muss man die Hoffnung auf ein E-Cabrio nicht aufgeben. MG, Porsche, Tesla, Polestar und Fisker haben bereits Modelle angekündigt, die bis 2026 auf den Markt kommen sollen. Einziger Wermutstropfen: Für alle muss man doch etwas tiefer in die Tasche greifen, und drei E-Cabrios werden für die meisten von uns eher reine Traumautos bleiben.
Porsche Boxster: 718er mit E-Power
Der neue Porsche 718 Boxster Electric ist eines der meisterwarteten E-Cabrios überhaupt. Das Konzept überzeugt: sportliches Design, eine angestrebte Reichweite von mindestens 400 Kilometern und eine Ladekapazität, die den Akku in unter 25 Minuten von fünf auf 80 Prozent bringen soll.
Doch der Weg zum Markt ist länger als gedacht. Porsche hat die Entscheidung zum Nachfolger des 718 mehrfach aufgeschoben. Ein konkreter Verkaufsstart steht Stand Mai 2026 noch aus. Wann der elektrische Boxster tatsächlich kommt, ist derzeit offen.
Der Boxster Electric bleibt trotzdem eines der spannendsten E-Cabrios in der Pipeline. Wer auf ihn wartet, braucht vor allem eines: Geduld.

Der Porsche Boxster soll auch als E-Variante erscheinen. Wann es soweit ist, ist allerdings noch nicht bekannt (Bild: © Porsche).
Tesla Roadster: Knapp 1.000 Kilometer auf der Autobahn
Kaum ein E-Auto wurde so oft angekündigt wie der neue Tesla Roadster. Die Versprechen sind groß: bis zu 997 Kilometer Reichweite, eine 200-kWh-Batterie und eine Beschleunigung, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen soll. Der Preis liegt bei rund 200.000 US-Dollar.
Ursprünglich sollte der Roadster bereits 2025 ausgeliefert werden. Daraus wurde nichts. Der Marktstart wurde erneut verschoben – ein konkretes Datum gibt es Stand Mai 2026 nicht.
Der Tesla Roadster bleibt ein faszinierendes Versprechen. Ob und wann er kommt, bleibt abzuwarten.

Der neue Roadster von Tesla soll bis zu 400 km/h schnell sein und knapp 1.000 Kilometer mit einer Ladung schaffen (Bild: © Tesla).
Polestar 6: Spaciger wird’s heute nicht mehr
Der Polestar 6 ist eines der aufregendsten E-Cabrios, die je angekündigt wurden: 650 kW (884 PS), 900 Nm Drehmoment, ein Design, das stark von der Luft- und Raumfahrt inspiriert ist. Die limitierte „LA Concept Edition“ mit 500 nummerierten Einheiten war schnell ausverkauft.
Doch die Auslieferung lässt auf sich warten. Polestar hat die Prioritäten verschoben und konzentriert sich zunächst auf Modelle für den Massenmarkt. Laut aktuellen Berichten ist ein Verkaufsstart vor 2029 nicht mehr geplant.
Wer einen Polestar 6 reserviert hat, wartet noch eine Weile. Alle anderen können vorerst nur staunen und hoffen.

Der Polestar 6 wird nur in einer begrenzten Auflage von 500 nummerierten Einheiten als „Polestar 6 LA Concept edition“ produziert (Bild: © Polestar).
Schade: Diese Elektro-Cabrios bleiben nur ein Wunsch
Schon in der Vergangenheit gab es bei einigen Hersteller Spekulationen darüber, ob bestimmte Modelle auch als E-Cabrios angeboten werden könnten. Die interessantesten Fälle: Volkswagen, Jaguar und Fisker.
ID.3 wird kein E-Cabrio
Relativ laut dachte der deutsche Automobilhersteller Volkswagen über einen VW ID.3 als Cabrio nach und zeigte 2021 bereits erste Skizzen, wie etwa auto motor sport berichtete. Damit fühlten die Wolfsburger anscheinend schon mal vor, wie die Reaktionen auf ein solches E-Cabrio wären. Doch dann passierte … nichts. Auch drei Jahre später haben sich die Ideen nicht weiter konkretisiert. Daher gehen wir davon aus, dass Volkswagen einen offenen ID.3 wohl nicht anbieten wird.
Aus für Jaguar E-Type Cabrio
Oldtimer müssen nicht immer laut und reich an Schadstoffen sein: Das bewiesen die ersten Pläne und Modelle des Jaguar E-Type Zero. Der Verbrennungsmotor sollte im beliebten Klassiker durch einen 300-PS-Elektromotor mit bis zu 270 Kilometern Reichweite ersetzt werden. Ursprünglich war eine Serienproduktion vorgesehen sowie die Möglichkeit, alte E-Types auf Elektroantrieb umzurüsten. Doch 2019 gab Jaguar den Entwicklungsstopp bekannt – und dabei ist es bis jetzt geblieben. Sehr schade, wir hätten diesen Elektro-Oldtimer zu gern auf der Straße gesehen.
Fisker Ronin: Das Ende eines großen Versprechens
Der Fisker Ronin sollte alles auf einmal sein: der weltweit erste vollelektrische Viersitzer-Cabriolet-Sportwagen, mit rund 1.000 PS, einer Reichweite von fast 1.000 Kilometern und einem Preis von 385.000 US-Dollar. Ein Traumauto – leider im wahrsten Sinne des Wortes.
Fisker hat im März 2024 Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen existiert nicht mehr. Der Ronin wird nicht gebaut.

E-Cabrios sind schadstoffarm, lautlos und machen Lust auf Sommer.
Fazit: Lautlos, aber nicht perspektivlos
Die Zulassungszahlen für Cabrios sind in den letzten Jahren rückläufig. Wurden vor rund 20 Jahren noch über 140.000 Fahrzeuge mit offenem Verdeck neu zugelassen, waren es 2025 gerade einmal knapp 34.000 Cabrios. Aber auch weltweit sind die Verkaufszahlen für Cabrios seit Jahren rückläufig.
Vielleicht muss man davon ausgehen, dass Cabrios nur noch eine sehr spezielle Nische darstellen. Das trifft dann verstärkt nochmal für die Elektro-Ausführungen zu. Darüber hinaus stehen die Hersteller bei der Entwicklung von E-Cabrios vor technischen Herausforderungen. Da überrascht es nicht, dass nur eine Handvoll Autobauer spezielle E-Cabrios in ihr Programm aufnehmen wollen.
Trotzdem: Ganz aussterben werden die Cabrios anscheinend nicht, denn zumindest in den höher- und hochpreisigen Klassen sollen in den nächsten Jahren neue Modelle auf den Markt kommen. Sofern man sich die Preise für die E-Cabrios. leisten kann, spricht nichts gegen einen schadstoffarmen, lautlosen Ausflug in die Natur mit dem freien Himmel über dem Kopf. So darf der Sommer gerne kommen.

