Smart Meter einbauen: Ablauf, Installation und Kosten im Überblick

Sie möchten Ihren Stromverbrauch besser im Blick behalten, einen dynamischen Stromtarif nutzen oder stehen ohnehin vor dem Austausch Ihres Stromzählers? In all diesen Fällen spielt das Smart Meter eine wichtige Rolle. Beim Einbau geht es vor allem um einen klar geregelten Ablauf, die technische Einrichtung und die Kosten. Hier erfahren Sie, wie der Installation funktioniert.

Beim Einbau eines Smart Meters läuft vieles nach einem festen Schema ab: Der Messstellenbetreiber kündigt den Austausch an, eine Fachkraft übernimmt die Installation und anschließend wird das System eingerichtet. Auch die Kosten sind klar geregelt. Unser Überblick zeigt, wie der Einbau abläuft, wer zuständig ist und welche Punkte Sie vor dem Termin kennen sollten.



Warum die Smart-Meter-Technik jetzt bei vielen Einzug hält

Der klassische Stromzähler bekommt zunehmend digitale Unterstützung: Mit dem Smart-Meter-Rollout werden immer mehr Haushalte mit intelligenten Messsystemen ausgestattet. Der Grund dafür liegt in der Energiewende:

Immer mehr Strom stammt aus erneuerbaren Quellen wie Wind- und Solarenergie, deren Erzeugung stärker schwankt. Damit Stromangebot und -nachfrage künftig besser zusammenpassen, braucht es ein intelligenteres Stromnetz (Smart Grid). Smart Meter helfen dabei, Energieflüsse besser zu erfassen, Stromverbrauch und Erzeugung aufeinander abzustimmen und das Netz fit für die Zukunft zu machen.). Smart Meter helfen dabei, Energieflüsse besser zu erfassen, Stromverbrauch und Erzeugung aufeinander abzustimmen und das Netz fit für die Zukunft zu machen.

Ein Smart Meter, offiziell intelligentes Messsystem (iMSys), besteht dabei aus einem digitalen Stromzähler und einem Kommunikationsmodul, dem Smart Meter Gateway. Dieses Gateway überträgt Messdaten automatisch und verschlüsselt an den Messstellenbetreiber. Die Übertragung erfolgt beispielsweise in 15-Minuten-Intervallen.

Für Verbraucher*innen bedeutet das vor allem mehr Überblick: Statt nur den Jahresverbrauch zu kennen, können Energieflüsse detaillierter nachvollzogen werden. Besonders interessant ist das für Haushalte mit Photovoltaikanlage, Wärmepumpe, Wallbox oder Stromspeicher. Wer beispielsweise den eigenen Solarstrom möglichst direkt nutzen möchte, erkennt nun besser, wann Energie erzeugt und wann sie verbraucht wird.

Ein iMS Zähler an einer Wand.

Digitale Stromzähler und Smart Meter Gateways bilden die Grundlage für intelligente Messsysteme, mit denen sich die Energieströme im Haushalt und im Stromnetz besser überwachen lassen.

Wer muss überhaupt ein Smart Meter einbauen lassen?

Der Einbau intelligenter Messsysteme ist im Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) geregelt. Der Rollout erfolgt schrittweise und soll bis 2032 weitgehend abgeschlossen sein.

Ob ein Smart Meter eingebaut werden muss, hängt vor allem vom Stromverbrauch und der genutzten Technik ab. Ein verpflichtender Einbau ist unter anderem vorgesehen bei:

Voraussetzung
Grund für den Einbau
Stromverbrauch über 6.000 kWh pro Jahr
Genauere Erfassung und bessere Steuerungsmöglichkeiten
Photovoltaikanlage mit mehr als 7 kWp Leistung
Einbindung der eigenen Stromerzeugung
Steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG, zum Beispiel Wallbox oder Wärmepumpe
Unterstützung eines stabilen Stromnetzes
bulk

Wer kann ein intelligentes Messsystem nutzen?

Auch Haushalte ohne verpflichtenden Einbau können ein intelligentes Messsystem nutzen. Ein freiwilliger Einbau kann beispielsweise interessant sein, wenn Sie künftig einen dynamischen bzw. intelligenten Stromtarif nutzen wollen.

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Wer kann den Einbau eines Smart Meters veranlassen?

Haus- und Wohnungseigentümer*innen haben grundsätzlich die Entscheidungshoheit über den Einbau eines Smart Meters. Ist der Einbau gesetzlich vorgeschrieben, muss dieser jedoch ermöglicht werden. Mieter*innen müssen ihn dann in diesem Fall ebenfalls dulden und gegebenenfalls Zugang zum Zählerschrank gewähren. Bei Mehrfamilienhäusern muss unter Umständen die Eigentümergemeinschaft über notwendige Anpassungen an der Zähleranlage mitentscheiden, da der Einbau das gemeinschaftliche Eigentum betreffen kann.

Wichtig ist auch, dass Mieter*innen den Einbau eines Smart Meters in der Regel nicht selbst veranlassen können. Ob ein freiwilliger Einbau möglich ist, kann grundsätzlich beim zuständigen Messstellenbetreiber in Erfahrung gebracht werden. Das ist beispielsweise interessant, wenn eine steckerfertige Solaranlage, also ein Balkonkraftwerk, genutzt wird und mehr Überblick über den eigenen Stromverbrauch gewünscht ist. Eine Zustimmung des Vermieters ist allerdings vor dem Einbau einzuholen.

Eine Fachkraft baut mit einem Schraubenzieher einen Stromzähler ein.

Der Ausbau eines analogen Stromzählers und die Installation eines intelligenten Messsystems erfolgen durch geschulte Fachkräfte. Das Ganze dauert in der Regel weniger als eine Stunde.

Wie der Einbau eines Smart Meters abläuft

Viele stellen sich den Einbau eines Smart Meters komplizierter vor, als er tatsächlich ist. Der Ablauf ist klar geregelt: Der Messstellenbetreiber informiert rechtzeitig über den Termin und organisiert den Austausch.

Schritt 1: Ankündigung durch den Messstellenbetreiber

Der Messstellenbetreiber ist im gesamten Verfahren die zentrale Figur: Er organisiert den Einbau, kümmert sich um den Betrieb des Messsystems und sorgt dafür, dass die notwendigen Prozesse im Hintergrund laufen.

Vor dem Einbau erhalten Sie daher von ihm eine schriftliche Information. Darin stehen der geplante Termin, wichtige Hinweise zum Ablauf und Informationen darüber, was vorbereitet werden sollte.

Schritt 2: Zählerschrank prüfen und vorbereiten

Vor dem Einbau eines Smart Meters sollte der vorhandene Zählerplatz fachlich geprüft werden. Besonders bei älteren Anlagen kann es sein, dass der Zählerschrank nicht den heutigen technischen Anforderungen entspricht. Ein 30 oder 50 Jahre alter Zählerplatz ist daher nicht automatisch für den Einbau eines Smart Meters geeignet.

Eine Elektrofachkraft sollte insbesondere prüfen:

  • ob Zählerschrank und Zählerplatz technisch geeignet und sicher sind,
  • ob ausreichend Platz für Zähler, Smart Meter Gateway und weitere erforderliche Komponenten vorhanden ist,
  • ob die Installation den aktuellen Anforderungen entspricht,
  • ob der Zählerplatz gut zugänglich ist und
  • ob die Voraussetzungen für die notwendige Kommunikationsanbindung (z. B. Mobilfunk oder LAN) gegeben sind.

Auch ältere Bauformen, etwa Zählertafeln mit schwarzer Rückwand, können eine Modernisierung erforderlich machen. Welche Anpassungen notwendig sind, hängt vom konkreten Bestand und den technischen Vorgaben ab.

Wichtig: Ob ein Zählerplatz geeignet ist, sollte insbesondere bei älteren Anlagen eine Elektrofachkraft beurteilen. Sind Modernisierungen erforderlich, gehören diese nicht zum eigentlichen Smart-Meter-Einbau und können zusätzliche Kosten verursachen.

Schritt 3: Der Einbau vor Ort

Beim Termin tauscht eine Fachkraft den bisherigen Stromzähler gegen das Smart Meter aus. Dafür wird die Stromversorgung im Haushalt kurzzeitig unterbrochen.

Der Ablauf:

  1. Abschaltung der Stromversorgung.
  2. Ausbau des alten Zählers.
  3. Installation des Smart Meters.
  4. Anschluss und Prüfung des Smart Meter Gateways.
  5. Funktionstest der Kommunikation.

Der eigentliche Austausch dauert häufig weniger als eine Stunde pro Zähler. Anschließend erhalten Sie nochmals Informationen zur weiteren Nutzung.

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Nach der Installation folgt die Einrichtung der Datenübertragung

Nach der eigentlichen Montage ist die Arbeit noch nicht ganz abgeschlossen. Das Smart Meter wird zunächst in Betrieb genommen und die Datenkommunikation eingerichtet. Bis alle beteiligten Systeme vollständig miteinander verbunden sind und die Verbrauchsdaten zur Verfügung stehen, kann etwas Zeit vergehen. Dabei stellt der Messstellenbetreiber sicher, dass alle für den Betrieb des Smart Meters erforderlichen Daten mit den beteiligten Marktpartnern ausgetauscht werden.

Die Datenübertragung läuft automatisch und verschlüsselt ab. Für die Verbindung nach außen können unterschiedliche Kommunikationstechnologien eingesetzt werden. Dazu gehören insbesondere:

  • Mobilfunk, beispielsweise über LTE oder LTE450,
  • Breitband-Powerline (BPL), also die Datenübertragung über das Stromnetz,
  • Ethernet, beispielsweise über eine vorhandene Internetverbindung.

Welche Verbindung zum Einsatz kommt, hängt unter anderem vom eingesetzten Smart Meter Gateway und den Gegebenheiten vor Ort ab. Bei der Installation wird daher geprüft, welche Kommunikationsanbindung für die jeweilige Messstelle geeignet ist.

Die Sicherheitsanforderungen an intelligente Messsysteme sind dementsprechend hoch: Das Smart Meter Gateway muss vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert sein. Dadurch wird sichergestellt, dass die Kommunikation entsprechend modernsten Anforderungen geschützt erfolgt.

Als Bewohner*in oder Eigentümer*in müssen Sie bei Einrichtung der Datenübertragung in der Regel nichts selbst machen. Auch eine eigene Anmeldung des Smart Meters ist nicht erforderlich – darum kümmert sich ebenfalls der zuständige Messstellenbetreiber.

Nach erfolgreicher Einrichtung erhalten Kund*innen Zugang zu einem Online-Portal oder einer App. Dort lassen sich dann die Verbrauchsdaten einsehen und Entwicklungen nachvollziehen.

Ein Mann steht in seiner Küche und tippt am Handy.

Über ein Online-Portal oder eine App lassen sich Verbrauchsdaten eines Smart Meters einsehen und Energieflüsse im Haushalt besser nachvollziehen.

Smart-Meter-Einbau: Diese Kosten entstehen

Viele fragen sich beim Einbau nun vor allem: Was kostet ein Smart Meter eigentlich? Und muss ich das bezahlen? Die Antwort hängt davon ab, warum das Gerät eingebaut wird und welche Ausstattung vorhanden ist.

Bei einem gesetzlich vorgeschriebenen Einbau entstehen für Sie als Verbraucher*in keine zusätzlichen Kosten für die Installation des Smart Meters. Stattdessen werden die Kosten über die gesetzlich geregelten Entgelte für den Messstellenbetrieb abgedeckt.

Die jährlichen Gebühren (für Betrieb, Wartung und die sichere Übertragung der Messdaten) sind gesetzlich begrenzt und unterscheiden sich, je nachdem welche Situation auf Sie zutrifft:

Situation
Maximale jährliche Kosten
Haushalt mit verpflichtendem Smart Meter (Verbrauch über 6.000 bis 10.000 kWh)
bis zu 40 € pro Jahr
Photovoltaikanlage mit 15 bis 25 kWp Leistung
bis zu 110 € pro Jahr
Photovoltaikanlage mit 25 bis 100 kWp Leistung
bis zu 140 € pro Jahr
Steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG*, zum Beispiel Wallbox oder Wärmepumpe
bis zu 50 € pro Jahr

*Für Einbau und Betrieb einer Steuerungseinrichtung (Steuerbox) bei § 14a-Geräten, können zusätzlich bis zu 50 € pro Jahr anfallen – insgesamt also bis zu 100 € pro Jahr.

Smart-Meter-Einbau und Förderung

Für den Einbau eines Smart Meters gibt es keine klassische Förderung wie beispielsweise bei einer Photovoltaikanlage – Stichwort: Einspeisevergütung – oder dem Einbau einer Wärmepumpe, der über KfW- und BAFA-Programme bezuschusst wird. Stattdessen sorgen die gesetzlichen Preisobergrenzen dafür, dass die Kosten für Verbraucher*innen im Rahmen bleiben.

Aber: Für steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG greifen zusätzlich reduzierte Netzentgelte, wodurch sich die laufenden Kosten für den Betrieb solcher Geräte verringern können. Damit sollen Geräte wie Wärmepumpen oder Wallboxen besser in das Stromnetz integriert werden.

Beispielrechnung: Smart-Meter-Kosten für einen 4-Personen-Haushalt

Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Stromverbrauch von 7.000 kWh pro Jahr erhält ein Smart Meter aufgrund gesetzlicher Vorgaben. Im Haushalt sind weder eine Wärmepumpe, eine Wallbox noch eine PV-Anlage vorhanden.

Die Kosten können beispielsweise so aussehen:

Kostenpunkt
Betrag
Einbau des Smart Meters
0 €
Jährlicher Messstellenbetrieb
maximal 40 €
Kosten über 5 Jahre
maximal 200 €
Kosten über 10 Jahre
maximal 400 €

Über zehn Jahre entstehen in diesem Beispiel also maximal rund 400 Euro Kosten für den Betrieb des intelligenten Messsystems.

Anders sieht es bei Haushalten mit größeren Photovoltaikanlagen oder steuerbaren Verbrauchseinrichtungen aus. Eine Familie mit einer PV-Anlage mit beispielsweise 20 kWp Leistung sollte mit maximal 110 Euro jährlichen Kosten rechnen.

Kostenpunkt
Betrag
Einbau des Smart Meters
0 €
Jährlicher Messstellenbetrieb
maximal 110 €
Kosten über 10 Jahre
maximal 1.100 €

Denken Sie daran: Die tatsächlichen Kosten können je nach Messstellenbetreiber und technischen Gegebenheiten vor Ort etwas abweichen.

Freiwilliger Smart-Meter-Einbau: Was gilt?

Wer aktuell nicht zum Einbau eines Smart Meters verpflichtet ist, dennoch von den Möglichkeiten eines intelligenten Messsystems profitieren möchte, kann einen freiwilligen Einbau beantragen.

Auch hierfür gelten gesetzliche Preisobergrenzen:

  • einmalige Kosten für den Einbau: maximal 100 Euro
  • jährliche Kosten: zwischen 30 Euro und 60 Euro pro Jahr*

* Die genaue Höhe hängt vom Anbieter des Smart Meters und dem jeweiligen Leistungsumfang ab.

Auch in diesem Fall ist eine separate Anmeldung des Smart Meters nicht notwendig. Der Messstellenbetreiber übernimmt ebenfalls die notwendigen Schritte.

Fazit: Mit Smart Meter zu mehr Überblick über den Energieverbrauch

Der Einbau eines Smart Meters ist in der Regel ein kleiner technischer Umbau, der langfristig mit großem Nutzen verbunden ist. Der Austausch selbst dauert meist nicht lange und läuft nach einem festen Ablauf ab.

Besonders interessant wird die Technik, wenn Stromverbrauch und eigene Erzeugung besser zusammenpassen sollen. Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, eine Wärmepumpe betreibt oder sein Elektroauto zuhause mit eigenem Solarstrom lädt, kann mit den zusätzlichen Informationen den eigenen Energieverbrauch besser verstehen und optimieren.

Noch ein praktischer Tipp: Wenn Sie einen Termin für den Smart-Meter-Einbau erhalten, sollten Sie vor allem den Platz im Zählerschrank prüfen und den Zugang vorbereiten. Mehr ist in der Regel nicht nötig: Den Rest organisiert der zuständige Messstellenbetreiber.

Besonders interessant ist ein Smart Meter in Kombination mit einem intelligenten Energiemanagementsystem. Dieses kann verschiedene Energieverbraucher im Haushalt miteinander verknüpfen und beispielsweise den Betrieb einer Wärmepumpe, das Laden eines Elektroautos oder die Nutzung eines Stromspeichers besser aufeinander abstimmen. Die Messdaten des Smart Meters schaffen dafür eine wichtige Grundlage.

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