Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Reduktion von Treibhausgasen ist die Verbesserung des Energieeinsatzes eine zentrale Säule der Energiewende. Deshalb optimieren wir kontinuierlich unseren Energieverbrauch und nutzen Ressourcen noch effizienter.
Dabei verfolgen wir zwei Ansätze: Energieeffizienz – also den Einsatz moderner, effizienter Technologien – und Suffizienz. Suffizienz bedeutet: Energie bewusst, sparsam und bedarfsgerecht einsetzen.
Fortlaufende Verbesserung unserer energiebezogenen Leistung
*Nach dem Energieeffizienzgesetz (EnEfG) ist EMAS der ISO 50001 gleichgestellt – unter anderem über den EMAS Kernindikator „Energie“.
Energieerzeugung
Im Bereich Energieerzeugung verbessern wir Energieeffizienz unter anderem über moderne Anlagentechnik, Systemflexibilität und die Nutzung vorhandener Wärmequellen. So reduzieren wir Energieverluste, senken Eigenverbräuche und erhöhen den Wirkungsgrad unserer Prozesse.
Dies sind unsere wichtigsten Maßnahmen:
Fuel Switch bedeutet für uns: Von Kohle über Erdgas zu Wasserstoff. Im Rahmen des Fuel Switch errichten wir neue, hocheffiziente Gas- und Dampfturbinenanlagen. Diese ersetzen die teils 40 Jahre alten Dampfturbinen der Kohlekraftwerke. Neben dem besseren Wirkungsgrad der neuen Anlagen entfallen durch den Brennstoffwechsel von Kohle zu Gas auch energieintensive Nebenanlagen wie Kohlemühlen, Bandanlagen oder Rauchgaswäscher. Der Fuel Switch (Kohle zu Erdgas) wurde in Stuttgart bereits erfolgreich realisiert. Zwei weitere Anlagen befinden sich im Bau. Eine weitere Anlage befindet sich in der Planung. Umfangreiche Informationen zum Fuel Switch unter:
Wärmepumpen nutzen Umgebungswärme zur Erzeugung von Heizwärme. Von Großwärmepumpen spricht man ab einer Leistung von etwa 500 kW. Bei Großwärmepumpen wird die Wärme aus bspw. Abwässern oder Flüssen genutzt. Am Standort Stuttgart‑Münster betreibt die EnBW seit 2024 eine Großwärmepumpe, die Abwärme aus dem Kühlwasserkreislauf des Restmüllheizkraftwerks nutzt. Statt die im Abwasser vorhandene Wärme in den Neckar einzuleiten, kann die durch die Großwärmepumpe erzeugte Wärme in das vorhandene Fernwärmenetz eingespeist werden.
Batteriespeicher tragen wesentlich zur Energieeffizienz bei, da sie überschüssigen Strom zwischenspeichern und bedarfsgerecht wieder abgeben können. Dadurch werden Stromnetze stabilisiert, Lastspitzen reduziert und die Einspeisung wird besser an den tatsächlichen Bedarf angepasst. Hierfür errichten wir Batteriespeicher an unseren Erzeugungsstandorten – beispielsweise 2025 am Windpark Häusern oder 2026 am Solarpark Adelsheim. An einer größeren Dimensionierung von Speichern wird im Energiepark Philippsburg gearbeitet. Dort wird einer der größten Batteriespeicher Deutschlands errichtet, der das Energiesystem flexibilisieren soll.
Erster Batteriespeicher an EnBW-Windpark
Immobilien
Die EnBW Real Estate GmbH verantwortet als 100‑prozentige Tochter der EnBW AG die wesentlichen Immobilienaktivitäten des Konzerns. Energieeffizienz ist dabei ein zentraler Hebel: Wir senken Verbräuche, reduzieren CO₂‑Emissionen und entwickeln Gebäude nachhaltig weiter. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir 2023 das Programm „Nachhaltiges Immobilienportfolio“ gestartet.
Wir verbessern die Energieeffizienz unseres Portfolios schrittweise – von energetischen Sanierungen über Photovoltaik bis hin zu digitaler Mess und Gebäudeautomation. Das betrifft das komplette Portfolio von rund 300 Gebäuden, deren Energieeffizienz wir Schritt für Schritt verbessern. Unser Anspruch: weniger CO₂ Emissionen, niedrigere Verbräuche, moderne und nachhaltige Gebäude. Bis 2030 wollen wir die spezifischen Energieverbräuche um 40 % senken; bereits heute liegen wir an ersten Standorten 20 % unter dem Niveau von 2018.
Verschiedene Standorte in Baden Württemberg wurden und werden nach dem Effizienzgebäudestandard EG 40 realisiert.
Fassadendämmung, Fenster, Lüftung, Wärmepumpe, PV-Anlage. Das alles sind wichtige Komponenten einer Gebäudesanierung.
Am Standort Mühlacker wird das Ergebnis sichtbar: Das Bezirkszentrum wird zu einem Effizienzgebäude EG 40 saniert.
IT
Auch im IT‑Bereich steigern wir Energieeffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette – insbesondere in Rechenzentren, bei Hardware und in digitalen Arbeitsprozessen. Unter dem Schlagwort „Green IT“ setzen wir Initiativen um, die ökologische, soziale und ökonomische Vorteile verbinden.
Anfang 2025 wurde das Competence Center Nachhaltige IT gegründet, um IT‑übergreifende Maßnahmen strukturiert zu betreuen. Hervorzuheben sind 2025 u. a. die Initiierung eines GreenOps‑Dashboards zur Darstellung des IT‑CO₂‑Fußabdrucks, die Reduktion digitaler Barrieren sowie Nachhaltigkeitskriterien für einen nachhaltigen IT‑Einkauf.
Gesellschaften
Netze BW
Im Netzbetrieb ist Energieeffizienz eng mit Versorgungssicherheit verbunden. Anlagen müssen dauerhaft zuverlässig betrieben werden. Wir setzen wir auf technische Optimierungen, die Verbräuche nachhaltig senken.
Wir modernisieren regelmäßig Anlagen mit hohen Verbräuchen, insbesondere Heizungen in Umspannwerken sowie in Gasdruckregel‑ und Messanlagen (GDRM‑Anlagen).
Umspannwerke haben den größten Anteil am Stromverbrauch der Netze BW GmbH. Ein großer Anteil des Stromverbrauchs innerhalb der Umspannwerke ist auf die Beheizung zurückzuführen. Wir sanieren jährlich mehrere Umspannwerke, um deren Heizenergiebedarf zu senken.
Der größte Anteil des Gasverbrauches liegt bei den Gasdruckregel‑ und Messanlagen (GDRM‑Anlagen). Bei der Druckminderung des Gases ist oft eine Vorwärmung technisch notwendig. Hier modernisieren wir jährlich mehrere Heizungsanlagen, um deren Wirkungsgrad und somit die Energieeffizienz zu verbessern.
Die Heizenergie an Umspannwerken sowie Gasdruckregel- und Messanlagen des Verteilnetzes der Netze BW werden durch gezielte Maßnahmen gesenkt.
Die Heizenergie an Umspannwerken sowie Gasdruckregel- und Messanlagen des Verteilnetzes der Netze BW werden durch gezielte Maßnahmen gesenkt.
Netze Wasser
Die NETZE BW Wasser GmbH (NWA) versorgt rund 600.000 Menschen in Stuttgart mit jährlich rund 40 Mio. m³ Trinkwasser. Die besondere Topografie Stuttgarts stellt hohe Anforderungen an die Verteilung – eröffnet aber auch Potenziale zur Energierückgewinnung.
Die Stadt ist in 68 Druckzonen unterteilt. Die NWA nutzt den Wasserdruck zur Stromerzeugung: An 16 Standorten betreibt sie insgesamt 20 Turbinen (rückwärtslaufende Pumpen) und gewinnt so Energie zurück.
Mit den Turbinen kann die NWA jährlich etwa drei GWh Strom produzieren bzw. rückgewinnen und damit rund 40 % des eigenen Strombedarfs von rund 1,4 GWh decken. Der übrige erzeugte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und substituiert fossile Energieträger.
Wie viele andere EnBW‑Gesellschaften auch bezieht die NWA 100 % Ökostrom.
Darüber hinaus setzt die NWA Maßnahmen über alle Energieträger hinweg um, von Strom über Gas bis hin zu Kraftstoffen im Fuhrpark.
Seit Einführung des zertifizierten Energiemanagementsystems hat die NWA bis Ende 2024 folgende Fortschritte erzielt: -33 % Gesamtenergieverbrauch, -47 % Netzstrombezug, +90 % mehr Energierückgewinnung. Das spart Kosten und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Umwelt‑ und Klimaschutz.
Plusnet
Auch in unseren Beteiligungen und Tochtergesellschaften, wie etwa der Plusnet, ist Energieeffizienz ein relevanter Beitrag zur Nachhaltigkeitsagenda – insbesondere dort, wo Infrastruktur modernisiert und Netze energieeffizienter betrieben werden. Die Plusnet GmbH verbindet technologische Innovation mit verantwortungsvollem und nachhaltigem Handeln. Als digitaler Service Provider für Geschäftskunden treibt Plusnet eine moderne Telekommunikationsinfrastruktur voran und leistet damit einen Beitrag zur Energieeffizienz im Netzbetrieb.
Im Fokus steht die Modernisierung technischer Infrastruktur und der Betrieb ressourcenschonender Systeme. Das stärkt Effizienz und reduziert Umweltwirkungen – auch entlang der konzernweiten ESG‑Ausrichtung.
Ein wesentlicher Hebel ist die konsequente Modernisierung der Telekommunikationsinfrastruktur, und damit der Umstieg von Kupfer auf Glasfasertechnologie. Glasfaser benötigt im laufenden Betrieb deutlich weniger Energie, ist störungsärmer und ermöglicht eine effizientere Nutzung der bestehenden Netzinfrastruktur. So steigen Leistungsfähigkeit und Stabilität – bei gleichzeitig sinkendem Energiebedarf.
2025 konnte Plusnet rund 2.300 Tonnen CO₂ einsparen – ein Beitrag zur konzernweiten Klimabilanz.
Die Umstellung auf Glasfaser und energieeffiziente Systeme reduziert den Energiebedarf im Netzbetrieb messbar. Die ausgewiesenen 2.300 Tonnen CO₂‑Einsparung verdeutlichen den Beitrag der technologischen Modernisierung.
Netzwerk Energie und Klima
Energieeffizienz‑ und Klimaschutz‑Netzwerke sind ein bewährter Ansatz, um Einsparpotenziale systematisch zu identifizieren, Erfahrungen zu teilen und Maßnahmen im Unternehmensalltag umzusetzen.
Die EnBW bietet seit mittlerweile 20 Jahren Netzwerk Energie und Klima als Dienstleistung für Industriekunden an. Seitdem wurden über 750 Treffen durchgeführt, mit aktuell 120 teilnehmenden Industrieunternehmen. In den Netzwerken arbeiten Unternehmen gemeinsam an Energieeinsparung, Klimaschutz, CO₂‑Minderung und der Senkung von Energiekosten.