Im Prinzip kommen vor allem zwei Fahrzeugtypen in Frage: Hochdachkombis und „normale“ Kombis. Sie besitzen meist eine besonders niedrige Ladekante – ja nach Ausführung mal mehr, mal weniger ausgeprägt. Auch SUVs sind mitunter eine interessante Alternative – vor allem, wenn es weitere Faktoren für die Kaufentscheidung gibt, etwa einen möglichst bündigen Abschluss zwischen Ladekante und Kofferraumboden. Welche Elektroautos mit guten Einzelwerten oder in der Summe überzeugen, zeigt der Überblick.
Warum die Ladekante bei Autos so wichtig ist
Ob Getränkekisten oder Kinderwagen, Koffer oder Sporttaschen, Hundebox oder Surfbrett: Um im Alltag größere Dinge bequem von A nach B zu bringen, braucht man ein Auto mit möglichst viel Kofferraum. Dennoch entscheidet nicht das Volumen allein darüber, wie praktisch das Fahrzeug für den (Lasten-)Transport ist. Nicht zu unterschätzen ist auch, wie einfach sich Gegenstände ein- und ausladen lassen. Eine niedrige Ladekante kann hier von Vorteil sein. Denn sie reduziert die Höhe, über die Gepäck angehoben werden muss.
Das ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Ergonomie. Wer regelmäßig schwere oder sperrige Gegenstände hebt, belastet schnell Rücken und Gelenke. Eine niedrige Ladekante erleichtert das Beladen und kann den Kraftaufwand entsprechend reduzieren. Davon profitieren besonders ältere Menschen, Personen mit körperlichen Einschränkungen, Familien, Handwerker*innen oder eben alle, die mit ihrem Auto häufig größere (und schwere) Dinge bewegen.
Auch für Hundebesitzer*innen spielt die Höhe der Ladekante eine wichtige Rolle. Vor allem größere oder ältere Hunde haben oft Probleme, in einen hohen Kofferraum zu springen. Eine niedrige Einstiegshöhe schont dann die Gelenke der Tiere (und den Lack des Autos).
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Form des Kofferraums. Im Vergleich zu Verbrennern bieten Stromern hier konstruktionsbedingt Vorteile, weil Batterie und Antrieb im Unterboden untergebracht sind. Dadurch fällt der Kofferraumboden oft relativ eben aus, und zwischen Ladekante und Ladefläche liegt nur ein kleiner Höhenversatz. Das erleichtert das Handling, weil die zusätzliche Hürde geringer ausfällt: Gegenstände lassen sich leichter einladen, einschieben und wieder herausheben.
Von Kombi bis SUV: E-Autos mit besonders niedriger Ladekante
Hochdach- oder regulärer Kombi? Oder doch vielleicht ein SUV? Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Entscheidend ist immer, wofür das Fahrzeug im Alltag genutzt wird.
Hochdachkombis: Maximale Alltagstauglichkeit
Hochdachkombis gehören zu den praktischsten Fahrzeugen überhaupt. Sie verbinden eine sehr niedrige Ladekante mit einer großen Heckklappe, viel Stauraum und einer oft komplett ebenen Ladefläche. Das macht die großen Fahrzeuge perfekt für Familien. Doch nicht nur die üblichen Verdächtigen – Getränkekisten, Hundeboxen oder Kinderwagen – lassen sich leicht einladen – auch Fahrräder, Rasenmäher, größere Werkzeuge oder elektrische Geräte finden problemlos Platz. Für campingbegeisterte Menschen sind Hochdachkombis ebenfalls eine interessante Variante, da sich bei vielen Modellen mit umgeklappten Sitzen eine fast zwei Meter lange Liegefläche einbauen lässt.

Der Citroën ë-Berlingo ist ein typischer Vertreter der Hochdachkombis – markant die große Heckklappe (Bild: © Citroën).
Der Citroën ë-Berlingo ist ein typischer Vertreter dieser Fahrzeugklasse. Die Ladekante liegt je nach Variante bei etwa 58 bis 60 Zentimetern und damit deutlich niedriger als bei vielen SUVs. Gleichzeitig bietet das Fahrzeug sehr viel Platz im Innenraum und ein Ladevolumen von über 1.000 Litern, mit umgeklappten Sitzen sogar deutlich mehr. Große Schiebetüren hinten erleichtern zusätzlich den Zugang zur Rückbank mit Kindersitzen, etwa auf engen Parkplätzen in der Stadt.
Die Ladekante des VW e-Caddy ist mit rund 56 Zentimetern sogar noch etwas niedriger, allerdings ist der Innenraum nicht ganz so flexibel umbaubar wie beim ë-Berlingo (und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei Citroën etwas besser). Der Fiat E-Doblò verfolgt ebenfalls ein ähnliches Konzept: niedrige Ladekante von 60 Zentimetern, großer Kofferraum und viel Kopffreiheit im Innenraum.
Elektro-Kombis: Niedrige Ladekante und hohe Reichweite
Elektro-Kombis sind ein besonders guter Kompromiss: Sie bieten eine relativ niedrige Ladekante, eine lange Ladefläche und gleichzeitig eine gute Reichweite. Durch ihre flachere Bauform sind sie zudem aerodynamischer als viele SUVs, was sich positiv auf den Energieverbrauch und damit auf die Reichweite auswirken kann.
- Der Opel Astra Sports Tourer Electric ist vor allem für alle eine gute Wahl, die ein praktisches, aber nicht zu großes Fahrzeug suchen. Mit einer Ladekante von rund 60 Zentimetern erreicht er ein sehr gutes Niveau fürs Beladen im Alltag. Dazu kommt ein Kofferraumvolumen von über 1.500 Litern (bei umgeklappter Rückbank). Durch die kompakten Außenmaße ist das Fahrzeug zudem übersichtlich und macht sich auch gut im Stadtverkehr.
- Der Peugeot e-308 SW bewegt sich mit einer Ladekante von etwa 61 bis 63 Zentimetern in einem vergleichbaren Bereich, legt aber etwas mehr Wert auf Design und Fahrkomfort. Auch hier sorgt die Kombi-Bauform für viel Stauraum auf der Ladefläche. Vor allem Pendler*innen und kleinere Familien finden hier ein alltagstaugliches Elektroauto mit ausreichend Platz, ohne gleich auf ein großes SUV umsteigen zu müssen.
- Der VW ID.7 Tourer setzt im Vergleich dazu einen etwas anderen Schwerpunkt. Mit bis zu rund 1.714 Litern bietet er ein besonders großes Kofferraumvolumen. Neben Familien richtet er sich auch an Firmenwagen-Fahrer*innen, VW hat den ID.7 nicht ohne Grund als „Elektro-Passat“ positioniert. Denn als komfortabler Elektro-Kombi mit großer Batterie eignet sich der ID.7 Tourer eben hervorragend für Langstrecken und Urlaubsfahrten. Die Ladekante ist mit etwa 68 bis 71 Zentimetern (je nach Ausführung) dagegen etwas höher als bei den Opel- und Peugeot-Modellen.

Der ID.7 Tourer ist der erste Elektro-Kombi von Volkswagen und ist vor allem als Familien- und Firmenwagen gefragt (Bild: © VW).
Elektro-SUVs: Etwas höher, aber immer noch praktisch
Besonders beliebt seit vielen Jahren sind Elektro-SUVs, vor allem wegen der erhöhten Sitzposition und des großzügigen Innenraums. In puncto Ladekante bieten Hochdachkombis und Kombis zwar bessere Werte, trotzdem können auch E-SUVs eine gute Wahl sein. Gerade, wenn neben der Höhe der Ladekante auch ein gut zugänglicher Kofferraum und möglichst viel Komfort beim Beladen eine Rolle spielen.
Dass manchmal das Gesamtpaket stärker zählt als einzelne Aspekte, zeigt beispielsweise der Kia Niro EV. Mit rund 76 Zentimetern liegt seine Ladekante zwar klar über dem Niveau vieler Kombis. Praktisch ist das Modell trotzdem, weil der Kofferraumboden bündig mit der Ladekante abschließt. Dadurch entsteht kein zusätzlicher Absatz; und Gepäck, Kisten aller Art oder andere Gegenstände lassen sich leichter hineinschieben oder ausladen.
Ähnlich ist es bei Modellen wie dem Tesla Model Y und dem Škoda Enyaq. Auch sie können eine gute Alternative zu einem Kombi sein, wenn eine niedrige Ladekante nicht das einzige Kriterium ist. Viel Platz im Kofferraum und eine große Heckklappe bringen sie auf jeden Fall mit.

Praktisch im Alltag: Beim Kia Niro EV schließt der Kofferraumboden bündig mit der Ladekante ab (Bild: © Kia).
E-Auto-Modelle mit niedriger Ladekante in der Übersicht
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Modelle noch einmal im direkten Vergleich. Die Werte zur Ladekante sind als Orientierung zu verstehen und können je nach Ausstattung oder Ladeboden leicht variieren.
Modell |
Fahrzeugtyp |
Ladekante |
Kofferraumvolumen |
|---|---|---|---|
Citroën ë-Berlingo |
Hochdachkombi |
ca. 58–60 cm |
bis ca. 3.500 l |
VW e-Caddy |
Hochdachkombi |
ca. 56 cm |
bis ca. 3.000 l |
Fiat E-Doblò |
Hochdachkombi |
ca. 60 cm |
bis ca. 3.000 l |
VW ID.7 Tourer |
Kombi |
ca. 68–71 cm |
bis ca. 1.714 l |
Opel Astra Sports Tourer Electric |
Kombi |
ca. 60 cm |
bis ca. 1.553 l |
Peugeot e-308 SW |
Kombi |
ca. 61–63 cm |
bis ca. 1.574 l |
Kia Niro EV |
SUV |
ca. 76 cm |
bis ca. 1.390 l |
Tesla Model Y |
SUV |
ca. 70 cm |
bis ca. 2.150 l |
Škoda Enyaq |
SUV |
ca. 68–70 cm |
bis ca. 1.710 l |
Fazit: Niedrige Ladekante – hoher Komfort im Alltag
Die Höhe der Ladekante wirkt auf den ersten Blick wie ein kleines Detail. Im Alltag entscheidet sie aber, wie einfach sich das E-Auto beladen lässt. Wer regelmäßig Getränkekisten, Kinderwagen, Hundeboxen, Fahrradzubehör oder Werkzeug transportieren muss, profitiert von jedem Zentimeter weniger. Das Beladen wird einfacher, ist schonender für den Rücken und geht oft auch schneller.
Für die Praxis heißt das: Wer ein neues Elektroauto oder ein gebrauchtes Modell kaufen will, sollte daher nicht nur auf Reichweite, Ladeleistung oder Preis achten. Ebenso wichtig sind Ladekante, Kofferraumöffnung und eine möglichst ebene Ladefläche.
