Meine PV-Anlage und ich: Ein Jahr in Zahlen

Seit August 2025 läuft auf unserem Dach eine 10-kWp-Anlage. Nach einem Jahr wollte ich wissen, wie sich die Anlage auf unsere Stromversorgung und die jährliche Abrechnung ausgewirkt hat. Was die Anlage produziert hat, wie viel davon wir selbst genutzt haben und wie die Jahresbilanz ausfällt, zeigt mein Einspeise-Tagebuch.

Jetzt war sie also tatsächlich da: unsere eigene PV-Anlage. Angefangen hat alles mit einer Idee und ersten Überlegungen auf dem Papier. In den vergangenen Wochen hat das Projekt dann immer mehr Gestalt angenommen. Installiert wurden 10 kWp Leistung auf einer weitgehend nach Süden ausgerichteten Dachfläche – gute Voraussetzungen also, um möglichst viel Solarstrom über das Jahr mitzunehmen.



August 2025: Endlich Strom vom eigenen Dach

Selbst installiert haben wir die Anlage nicht, sondern uns bewusst für einen Handwerksbetrieb aus der Region entschieden. Der eigentliche Aufbau ging überraschend schnell: Nach gerade einmal zwei Tagen hatten die Fachleute die Anlage montiert und angeschlossen. Seitdem kommt ein Teil unseres Stroms direkt vom Dach.

In den ersten Wochen habe ich deutlich öfter in die PV-App geschaut, als es eigentlich nötig gewesen wäre. Morgens beim Kaffee habe ich einen Blick auf mein Handy geworden, zwischendurch am Schreibtisch und abends noch einmal. Vor allem an sonnigen Tagen habe ich neugierig die aktuelle Leistung beobachtet und direkt gesehen, was eine vorbeiziehende Wolke mit der Erzeugung macht.

Fachkräfte montieren die PV-Anlage auf dem Dach.

Die Installation der PV-Anlage sollte ein Fachbetrieb übernehmen – der Aufbau ging dann in der Regel auch ziemlich schnell (Symbolbild).

Der August hat den Einstieg leicht gemacht. Unsere Anlage steht in Stuttgart, und der Sommer zeigte sich in Baden-Württemberg noch einmal von seiner warmen und sonnigen Seite. Rund 258 Sonnenstunden kamen zusammen. Gute Bedingungen also für die ersten Wochen mit PV. Unsere Anlage erzeugte etwa 1.100 kWh. Davon verbrauchten wir rund 120 kWh direkt selbst, knapp 980 kWh gingen ins Netz.

Trotzdem haben wir weiterhin Strom zugekauft. Abends wurde gekocht, der Geschirrspüler lief häufig erst nach dem Essen – dann lieferte das Dach kaum noch etwas. Also habe ich die Spülmaschine irgendwann auf mittags programmiert. Kurz darauf folgte die Waschmaschine. Früher war mir ziemlich egal, ob sie um 11 oder 19 Uhr läuft.

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PV-Anlage anmelden: Was ist nötig?

Bevor eine Photovoltaikanlage Strom ins öffentliche Netz einspeisen kann, muss der Netzanschluss mit dem zuständigen Netzbetreiber geklärt werden. Bei unserer 10-kWp-Anlage hat das der beauftragte Fachbetrieb übernommen. Er reichte die notwendigen technischen Angaben ein und kümmerte sich auch um die Abstimmung rund um Anschluss und Zähler. Moderne Messeinrichtungen können Strombezug und Einspeisung getrennt erfassen; bei unserer Anlage war der passende Zähler deshalb ebenfalls Teil der Inbetriebnahme. Anschließend musste die PV-Anlage noch ins Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur eingetragen werden. Dafür hatten wir einen Monat Zeit.

Hier gibt’s weitere Infos zur Anmeldung der PV-Anlage.

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Herbst und Winter: Jetzt sank die Ertragskurve

Im September hielt sich der Sommer zunächst noch eine Weile. Gleichzeitig zogen häufiger Regenphasen durch. Das habe ich auch in der App beobachten können: Auf einen sehr guten Sonnentag konnten oft zwei deutlich schwächere folgen. Am Monatsende standen rund 850 kWh auf dem Ertragszähler.

Im Oktober fühlte sich das Wetter erstmals wirklich nach Übergangszeit an. Einzelne helle Tage wechselten sich mit längeren grauen Phasen ab, die Erzeugung sank auf etwa 520 kWh.

An einem sonnigen Oktobertag habe ich Waschmaschine und Geschirrspüler gleichzeitig gestartet. Ein Blick in die App zeigte kurz darauf trotzdem Netzbezug. An diesem Tag reichte die aktuelle Leistung nicht aus, um beide Geräte während ihrer Leistungsspitzen vollständig mit Solarstrom zu versorgen. Später habe ich mich deshalb auch mit intelligentem Energiemanagement beschäftigt, das Erzeugung und Verbrauch im Haushalt besser aufeinander abstimmen kann. Auch weil wir überlegt haben und immer noch überlegen, die Heizung auf eine Wärmepumpe umzustellen.

Im November fiel der Ertrag dann auf rund 260 kWh, im Dezember waren es etwa 220 kWh. Nach den Sommermonaten wirkten solche Werte zunächst klein. Gleichzeitig passte unser Verbrauch im Winter besonders schlecht zur Erzeugung: Morgens war es noch dunkel, abends schon wieder – genau dann wurde bei uns viel Strom gebraucht.

Der Januar überraschte mich etwas. Es gab einige klare Wintertage, an denen die Anlage sichtbar Leistung brachte. Wegen der kurzen Tage blieb der Monatsertrag mit rund 250 kWh trotzdem recht überschaubar.

Auf einer PV-Anlage liegt Schnee.

Dass im Winter bei Eis und Schnee der Ertrag der PV-Anlage sinkt, ist ganz normal.

Februar und März: Mit Frühlingsbeginn, stieg der Ertrag

Im Februar hat sich manches schon nach Vorfrühling angefühlt. Die Tage wurden länger, morgens wurde es wieder früher hell. Mit rund 62 Sonnenstunden blieb der Monat in puncto Ertrag aber eher verhalten: ungefähr 300 kWh landeten auf dem Zähler.

Im März veränderte sich das Bild schlagartig. Viele Tage waren trocken und klar, rund 196 Sonnenstunden kamen zusammen. Auch in der App war der Unterschied kaum zu übersehen: Die Anlage erzeugte etwa 980 kWh Solarstrom – mehr als dreimal so viel wie im Februar.

An einem sonnigen Wochenende sah ich mittags die hohe Leistung in der App und stellte spontan noch eine Waschmaschine an. Die Wäsche hätte auch bis zum nächsten Tag warten können, aber gerade stand genug Solarstrom zur Verfügung.

Was mir da erst bewusst wurde: Solche Momente veränderten mit der Zeit den Blick auf den eigenen Verbrauch. Ich plante größere Verbraucher inzwischen häufiger in die Stunden, in denen die Anlage viel liefert – ohne dafür unseren ganzen Tagesablauf nach dem Sonnenstand auszurichten, das wäre mir zu viel Arbeit gewesen.

Frühjahr und Sommer: Wohin mit dem ganzen Strom?

Im April war der Winter endgültig vergessen. Viele helle Tage sorgten dafür, dass die Anlage schon am Vormittag regelmäßig mehr Strom produzierte, als wir gerade benötigten. Der Monatswert stieg auf rund 1.150 kWh.

Im Mai waren es etwa 1.300 kWh, im Juni rund 1.500 kWh. Spülmaschine und Waschmaschine liefen inzwischen meistens in den sonnigen Stunden. Viel mehr ließ sich in unserem Alltag aber kaum verschieben.

Gerade dadurch wurde das Thema Batteriespeicher für mich erstmals konkret. Mittags speisten wir große Mengen ein, die wir ohne Speicher nicht für den Abend aufheben konnten. Wer ein E-Auto hat, kann überschüssigen Solarstrom außerdem gezielt zum Laden nutzen und damit den Eigenverbrauch erhöhen.

Der Juli bildete schließlich den stärksten Monat unseres ersten PV-Jahres. Der Sommer zeigte sich in Stuttgart besonders sonnig, rund 328 Sonnenstunden kamen zusammen. In der App stand am Monatsende etwa 1.820 kWh Ertrag.

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Ein Jahr Einspeise-Tagebuch auf einen Blick

Wenn ich die zwölf Monate jetzt nebeneinanderlege, fällt vor allem die Spannweite auf: von schwachen Wintermonaten bis zum sehr sonnigen Juli. Ebenso deutlich wird, dass ein großer Teil des erzeugten Stroms ins Netz ging, weil Erzeugung und unser Verbrauch zeitlich oft nicht zusammenpassten.

Monat
PV-Erzeugung
selbst genutzt
eingespeist
Netzbezug
Aug. 2025
1.100 kWh
120 kWh
980 kWh
180 kWh
Sep.
850 kWh
105 kWh
745 kWh
205 kWh
Okt.
520 kWh
95 kWh
425 kWh
235 kWh
Nov.
260 kWh
75 kWh
185 kWh
295 kWh
Dez.
220 kWh
70 kWh
150 kWh
320 kWh
Jan. 2026
250 kWh
70 kWh
180 kWh
310 kWh
Feb.
300 kWh
80 kWh
220 kWh
270 kWh
März
980 kWh
100 kWh
880 kWh
240 kWh
April
1.150 kWh
110 kWh
1.040 kWh
210 kWh
Mai
1.300 kWh
120 kWh
1.180 kWh
190 kWh
Juni
1.500 kWh
125 kWh
1.375 kWh
175 kWh
Juli
1.820 kWh
130 kWh
1.690 kWh
170 kWh
Gesamt
10.250 kWh
1.200 kWh
9.050 kWh
2.800 kWh

Mit und ohne PV: Unsere Stromrechnung im Vergleich

Nach einem Jahr interessierte mich vor allem, wie sich die Anlage auf unsere jährlichen Stromkosten ausgewirkt hat.

Unser Haushalt verbrauchte im Betrachtungszeitraum rund 4.000 kWh. Ohne PV hätten wir diese komplett aus dem Netz gekauft. Bei unserem aktuellen Strompreis von 31,1 Cent/kWh wären dafür 1.244 Euro reine Verbrauchskosten angefallen.

Mit PV haben wir noch rund 2.800 kWh aus dem Netz bezogen. Dafür fielen etwa 871 Euro an. Durch den direkt genutzten Solarstrom sanken unsere Kosten für Netzstrom damit um rund 373 Euro.

Hinzu kamen rund 9.050 kWh eingespeister Solarstrom. Bei der für uns geltenden Einspeisevergütung von 7,86 Cent/kWh ergaben sich rund 711 Euro Vergütung.

Jahresbilanz Ohne PV Mit PV
Stromverbrauch 4.000 kWh 4.000 kWh
Netzbezug 4.000 kWh 2.800 kWh
Kosten Netzstrom* 1.244 € ca. 871 €
 
Einsparung Stromkosten ca. 373 €
Einspeisevergütung – ca. 711 €
Finanzieller Effekt der PV – ca. 1.084 €

*ohne Grundpreis, da dieser in beiden Szenarien anfällt.

Unsere Anlage hat rund 15.000 Euro gekostet. Wenn der finanzielle Effekt in den kommenden Jahren in einer ähnlichen Größenordnung bleibt, hätte sich die Investition nach ungefähr 14 Jahren nominal amortisiert. Wer eine Anlage plant, sollte bei den Anschaffungskosten auch prüfen, welche Photovoltaik-Förderungen oder günstigen Kredite aktuell infrage kommen. Ganz exakt lässt sich die Amortisationszeit heute noch nicht sagen: Strompreise, Erträge, Wartungskosten und unser Eigenverbrauch können sich im Laufe der Jahre verändern.

Fazit: Was ich nach zwölf Monaten anders machen würde

Ein Jahr nach der Inbetriebnahme hat sich für mich vor allem eines gezeigt: Die Anlage hat deutlich mehr Strom produziert, als wir ohne Speicher selbst nutzen konnten. Genau deshalb würde ich das Thema Eigenverbrauch heute schon bei der Planung stärker berücksichtigen.

An der Anlage selbst würde ich deshalb nichts grundsätzlich anders machen. Ich würde heute aber früher darüber nachdenken, wann wir größere Geräte laufen lassen und ob sich ein Batteriespeicher für uns lohnt. Auch eine stärkere Elektrifizierung des Haushalts würde ich bei der Planung mitdenken. Optionen wären zum Beispiel eine Wärmepumpe oder ein E-Auto. So könnten wir künftig mehr Solarstrom direkt selbst nutzen. Auch variable Stromtarife können interessant sein, wenn sich ein Teil des Netzbezugs gezielt in günstigere Stunden verschieben lässt.

Finanziell lässt sich der Effekt nach dem ersten vollständigen Betriebsjahr ebenfalls beziffern: Durch den direkt genutzten Solarstrom haben wir rund 373 Euro an Netzstromkosten gespart. Hinzu kamen etwa 711 Euro Einspeisevergütung. Insgesamt hat sich damit ein finanzieller Vorteil von rund 1.084 Euro pro Jahr ergeben. Für die langfristige Planung sind deshalb neben der Einspeisung vor allem Batteriespeicher und Elektrifizierung entscheidend – insbesondere Wärmepumpe und E-Auto.

Tipp: Eine weitere Möglichkeit, mit Solarüberschüssen umzugehen, sind Stromclouds. Dabei wird der überschüssige Solarstrom nicht physisch zu Hause gespeichert, sondern ins Netz eingespeist und über ein entsprechendes Tarif- oder Abrechnungsmodell bilanziert. Ob sich das lohnt, hängt vom jeweiligen Angebot und vom eigenen Verbrauchsprofil ab.


Titelbild: Mit KI generiert