Warmwasser sparen: Mit unseren Tipps sofort Kosten senken

Warmes Wasser verbraucht im Haushalt oft mehr Energie, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Etwa 10 bis 20 Prozent des gesamten Energiebedarfs entfallen allein auf diesen Bereich – und damit mehrere hundert Euro pro Jahr. Mit unseren Tipps erfahren Sie, wie Sie möglichst einfach Warmwasser sparen können. Die gute Nachricht: Fast alles lässt sich im Alltag schnell umsetzen.

Ein großer Teil der Kosten für warmes Wasser entsteht nicht beim Duschen oder Baden selbst, sondern durch falsche Einstellungen, alte Technik und Wärmeverluste, die im Alltag kaum auffallen. Genau hier liegt ein häufig unterschätztes Potenzial: Warmwasser ist in vielen Haushalten irgendwie immer „da“, ohne dass bewusst darauf geachtet wird, wie effizient es eigentlich bereitgestellt wird. Wer diese Stellschrauben kennt, kann Warmwasser sparen und den Energieverbrauch gezielt senken – oft mit kleinen Anpassungen, die sich schnell umsetzen lassen und langfristig die Kosten reduzieren.



Tipp 1: Warmwassertemperatur sinnvoll absenken

In vielen Haushalten ist die Warmwassertemperatur höher eingestellt als nötig. Häufig stehen 60 Grad Celsius oder mehr dauerhaft zur Verfügung – obwohl diese Temperatur im Alltag kaum vollständig genutzt wird. Mithilfe einer moderaten Absenkung, die direkt an der Heizungsanlage, am Durchlauferhitzer oder Boiler vorgenommen wird, können Sie Energie sparen, das Ganze muss aber aus hygienischer Sicht richtig umgesetzt werden.

Warum eine niedrigere Temperatur Energie spart

Je höher die Warmwassertemperatur im Speicher ist, desto größer sind die sogenannten Bereitschaftsverluste. Das Wasser verliert auch dann Energie, wenn gerade kein Warmwasser gezapft wird.
Eine Absenkung um wenige Grad kann diese Verluste reduzieren – ohne dass dies Einfluss auf den gewohnten Komfort beim Duschen oder Händewaschen hätte.

Legionellen: klare Empfehlungen beachten

Beim Thema Warmwasser gilt jedoch: Energieeffizienz darf nicht auf Kosten der Gesundheit gehen.
Die aktuellen Empfehlungen lauten:

  • Mindestens 60 °C am Austritt des Warmwasserspeichers, um Legionellen sicher abzutöten
  • Mindestens 55 °C im Leitungssystem, damit sich Keime nicht vermehren
  • Temperaturen unter 50 °C werden ausdrücklich nicht empfohlen, da sich Legionellen zwischen 25 °C und 45 °C besonders gut vermehren

In Ein- und Zweifamilienhäusern gilt das Risiko als geringer, wenn Warmwasser täglich genutzt wird und nicht in den Rohren steht. Unter diesen Bedingungen gelten die empfohlenen 55 °C als praktikable Kompromisslösung.

Viele moderne Heizungsanlagen verfügen zudem über eine automatische Legionellenschaltung, die das Wasser in bestimmten Abständen stärker erhitzt. Fachstellen weisen jedoch darauf hin: Diese Funktion wirkt nur dann zuverlässig, wenn das erhitzte Wasser anschließend auch durch alle Leitungen und Zapfstellen fließt. Andernfalls wird nicht sichergestellt, dass alle Leitungen regelmäßig mit ausreichend heißem Wasser durchspült werden – und genau dort können sich Legionellen vermehren.

Zeitaufwand

Dieser Tipp ist mit wenig Zeitaufwand verbunden. Gerade einmal fünf Minuten sollten reichen, um die entsprechende Einstellung an der Heizungsregelung, am Speicher oder im Menü der Wärmepumpe vorzunehmen. Dafür ist weder Werkzeug, noch ein Fachbetrieb erforderlich.

Energie- und Kostenersparnis

Eine Absenkung der Warmwassertemperatur um rund 5 Grad Celsius kann den Energiebedarf für Warmwasser um bis zu 10 Prozent senken.
Beispielrechnung:

  • Jahresbedarf Warmwasser: ca. 2.500 kWh
  • Einsparung: 125–250 kWh pro Jahr
  • Bei 0,35 €/kWh entspricht das 45–90 Euro pro Jahr
Eine Zirkulationspumpe

Die richtige Einstellung der Zirkulationspumpe bietet großes Einsparpotenzial bei Warmwasser.

Tipp 2: Zirkulationspumpe gezielt steuern

Eine Warmwasser-Zirkulationspumpe sorgt dafür, dass warmes Wasser sofort aus dem Hahn kommt. Das ist super bequem – aber in energetischer Hinsicht durchaus problematisch. Denn in vielen Haushalten läuft die Pumpe 24 Stunden am Tag, obwohl Warmwasser nur zu bestimmten Zeiten benötigt wird. Genau hier steckt eines der größten Einsparpotenziale beim Warmwassersparen.

Warum die Zirkulation so viel Energie kostet

Die Stromkosten der Pumpe selbst sind meist überschaubar. Entscheidend sind die Wärmeverluste in den Rohren: Durch die permanente Zirkulation kühlt das Wasser in den Leitungen ständig ab und muss immer wieder nachgeheizt werden – selbst dann, wenn niemand Warmwasser nutzt.

Expert*innen bezeichnen eine ungeregelte Zirkulation deshalb als einen der größten „stillen Energiefresser“ im Haushalt. Besonders bei langen oder schlecht gedämmten Leitungen sind die Verluste erheblich.

Hygiene: Was erlaubt ist – und was nicht

Beim Steuern der Zirkulationspumpe müssen ebenfalls bestimmte gesundheitliche Vorgaben eingehalten werden. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) empfiehlt:

  • Die Zirkulation darf für maximal 8 Stunden innerhalb von 24 Stunden unterbrochen werden
  • Ein Abschalten über Nacht ist unbedenklich
  • Entscheidend ist, dass das System tagsüber regelmäßig durchgespült wird

Damit bleibt der Schutz vor Legionellen gewährleistet – auch bei zeitlich begrenztem Betrieb.

Tipp für den Alltag: Wird die Zirkulation nachts abgeschaltet, empfiehlt es sich, das erste Wasser am Morgen kurz ablaufen zu lassen, bevor Sie es zum Beispiel fürs Zähneputzen nutzen.

Komfort vs. Kosten: realistisch betrachtet

Ohne permanente Zirkulation dauert es etwas länger, bis warmes Wasser aus dem Hahn kommt. Dabei fließt zunächst kaltes Wasser ab. Wichtig für die Einordnung: Die Kosten für dieses zusätzlich verbrauchte Wasser sind fast immer deutlich geringer als die Energieverluste, die entstehen, wenn Leitungen rund um die Uhr warmgehalten werden. Unterm Strich überwiegt also klar der Spareffekt.

Umsetzung: drei praktikable Wege

Je nach Heizungsanlage und Ausstattung bieten sich unterschiedliche Lösungen an:

  • Integrierte Zeitsteuerung:
    Viele Heizungsregelungen (z. B. von Viessmann oder Buderus) ermöglichen feste Zeitfenster direkt im Menü.
  • Zeitschaltuhr oder smarte Steckdose:
    Eine einfache oder smarte Steckdose erlaubt es, die Pumpe nur zu bestimmten Zeiten oder bei Bedarf zu aktivieren.
  • Hocheffizienzpumpe:
    Ältere Pumpen verbrauchen oft 25–40 Watt Strom, moderne Hocheffizienzpumpen nur 3–5 Watt. Der größere Spareffekt entsteht zwar durch weniger Wärmeverluste, dennoch lohnt sich langfristig ein Austausch.

Zeitaufwand

Mit 15 bis 30 Minuten ist der Zeitaufwand zur initialen Einrichtung zunächst etwas höher. Der Austausch einer energiefressenden Pumpe kann allerdings nur durch einen Fachbetrieb erfolgen.

Energie- und Kostenersparnis

Durch eine zeitlich gesteuerte Zirkulation lassen sich 300 bis 600 kWh Energie pro Jahr einsparen. In Einfamilienhäusern mit langen oder ungedämmten Leitungen sind diese Werte oft sogar konservativ gerechnet.
Beispielrechnung:

  • Einsparung: 300–600 kWh/Jahr
  • Bei 0,35 €/kWh entspricht das 105–210 Euro pro Jahr
Ein Sparduschkopf

Mit einem Sparduschkopf lässt sich nicht nur der Bedarf an Wasser senken, sondern auch Energie sparen, die für das Aufheizen notwendig gewesen wäre.

Tipp 3: Sparduschkopf – kleiner Wechsel, große Wirkung

Ein Sparduschkopf gilt oft als klassische Maßnahme zum Wassersparen im Bad. Der größte Vorteil liegt jedoch woanders: bei der Energie, die für das Erwärmen des Wassers benötigt wird. Da die Warmwasserbereitung nach der Heizung der zweitgrößte Energieposten im Haushalt ist, wirkt dieser Tipp gleich doppelt.

Der Doppel-Effekt: weniger Wasser, deutlich weniger Energie

Jeder Liter Warmwasser muss auf Duschtemperatur gebracht werden – meist auf rund 38 bis 40 °C. Reduziert sich die durchfließende Wassermenge, sinkt automatisch auch der Energiebedarf.

Zum Vergleich:

  • Herkömmliche Duschköpfe: 12–15 Liter pro Minute
  • Wassersparende Modelle: rund 8 Liter pro Minute

Damit lässt sich der Warmwasserverbrauch pro Duschminute um bis zu 40 Prozent senken – ohne dass die Duschdauer verändert werden muss.

Technik: Warum der Komfort erhalten bleibt

Hochwertige Sparduschköpfe arbeiten mit Luftbeimischung nach dem Venturi-Prinzip. Dem Wasserstrahl wird Luft zugeführt, wodurch die Tropfen größer und weicher wirken. Ein Durchfluss von etwa 8 Litern pro Minute gilt laut Verbraucherzentrale als guter Kompromiss zwischen Sparsamkeit und Duschkomfort.

Zeitaufwand und Kosten

Ein Duschkopf ist in etwa 10 Minuten ausgetauscht. Die Anschaffungskosten für ein wassersparendes Modell liegen bei etwa 20 bis 40 Euro. Für den Austausch wird weder Werkzeug noch ein Fachbetrieb benötigt.

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Energie- und Kostenersparnis

Bei täglichem Duschen lassen sich mit einem Sparduschkopf über 400 kWh Energie pro Jahr einsparen.
Beispielrechnung:

  • Einsparung: 400–500 kWh/Jahr
  • Bei 0,35 €/kWh entspricht das 140–175 Euro pro Jahr

Damit amortisiert sich die Anschaffung häufig bereits nach 3 bis 4 Monaten.

Wichtige Einschränkungen beachten

  • Alte hydraulische Durchlauferhitzer:
    Bei sehr alten, hydraulisch gesteuerten Geräten kann ein geringer Durchfluss dazu führen, dass das Gerät nicht sauber anspringt oder die Temperatur schwankt. In solchen Fällen sind moderne elektronische Durchlauferhitzer deutlich besser geeignet, da sie auch kleine Wassermengen präzise erwärmen.
  • Regenduschen:
    Große Regenduschen verbrauchen oft 20 Liter pro Minute oder mehr. Wer hier auf eine sparsamere Alternative umsteigt, spart deutlich mehr Energie als es die Durchschnittsrechnung zeigt.

Tipp: Ein einfacher Schnelltest zeigt, ob sich ein Wechsel lohnt: Einen 10-Liter-Eimer unter die Brause halten und voll aufdrehen. Ist der Eimer nach weniger als einer Minute voll, verbraucht die Dusche mehr als 10 Liter pro Minute – ein Sparduschkopf lohnt sich in diesem Fall sofort.

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Warmwasser sparen bei Gas- und Ölheizungen

Auch in Haushalten mit Gas- oder Ölheizung macht Warmwasser einen spürbaren Teil der Heizkosten aus. Je weniger Wasser erhitzt, gespeichert und verteilt werden muss, desto weniger Brennstoff wird benötigt. Die vorgestellten Maßnahmen wie eine korrekt eingestellte Warmwassertemperatur, eine gesteuerte Zirkulationspumpe oder der Verzicht auf unnötige Leitungsverluste helfen deshalb ganz konkret dabei, Gas zu sparen beim Warmwasser – oder bei Ölheizungen den Heizölverbrauch zu senken. Beides wirkt sich direkt auf den Bedarf an fossilem Brennstoff aus – und damit auf die laufenden Kosten.

Eine Waschmaschine, vor der ein Vater und seine Tochter sitzen.

Die Waschmaschine gehört zu den Geräten, bei denen fast der gesamte Stromverbrauch auf das Erhitzen des Wassers entfällt.

Tipp 4: Waschmaschine und Geschirrspüler clever nutzen

Blicken wir nun über Baden, Duschen und Händewaschen hinaus. Und da fällt auf: Waschmaschine und Geschirrspüler gehören zu den Geräten, bei denen Warmwasser besonders viel Energie kostet. Der Grund: Fast der gesamte Stromverbrauch entfällt auf das Erhitzen des Wassers – nicht auf Motor oder Elektronik. Genau hier lässt sich mit der richtigen Programmauswahl viel Energie sparen.

Warum niedrigere Temperaturen so effektiv sind

Die sogenannte 90-Prozent-Regel gilt für beide Geräte: Rund 80 bis 90 Prozent der Energie werden für das Aufheizen des Wassers benötigt. Sinkt die Temperatur, sinkt der Energieverbrauch überproportional.

Konkrete Vergleichswerte:

  • 30 °C statt 40 °C: rund 50 % weniger Energie
  • 30 °C statt 60 °C: bis zu 70 % weniger Energie

Moderne Waschmittel unterstützen diesen Effekt auf ihre Weise: Die enthaltenen Enzyme entfalten ihre volle Reinigungswirkung bereits bei 20 bis 30 °C. Für normale Alltagswäsche ist ein „heißer Waschgang“ daher meist nicht nötig.

Das Eco-Programm-Paradox erklärt

Eco-Programme laufen oft deutlich länger – teilweise 3 bis 4 Stunden. Genau das ist ihr Vorteil:
Durch die längere Einwirkzeit des Wasch- oder Spülmittels reicht eine niedrigere Wassertemperatur, um das gleiche Reinigungsergebnis zu erzielen. Die längere Laufzeit spart daher Heizenergie, statt sie zu verschwenden. Für Sie entsteht aber keinen zusätzlichen Aufwand – Sie stellen das Programm ein und das Gerät arbeitet selbstständig.

Geschirrspüler: Vorspülen kostet mehr als es bringt

Ein häufiger Fehler ist das Vorspülen von Geschirr unter fließendem Warmwasser. Das verbraucht mehr Energie und Wasser, als der Geschirrspüler im Automatik- oder Eco-Modus benötigt.

Unsere Empfehlung:

  • Grobe Speisereste mit Besteck oder Küchenpapier entfernen
  • Geschirr direkt in die Maschine geben
  • Programm die Arbeit machen lassen

Tipp: Um von vornherein jede Menge Energie zu sparen, sollten Sie darauf achten, dass Sie das Geschirr richtig in die Spülmaschine einräumen.

Regelmäßige Reinigung

So wirkungsvoll niedrige Temperaturen sind: Nur saubere Geräte reinigen optimal. Neben einer regelmäßigen Reinigung von Waschmaschine und Geschirrspüler ist daher ein gelegentlicher Heißwaschgang unverzichtbar.

Waschmaschine:
Damit sich keine Biofilme, Keime oder Gerüche bilden, empfiehlt Stiftung Warentest:

  • Einmal im Monat ein Waschgang bei 60 °C
  • Mit pulverförmigem Vollwaschmittel, da dieses bleichende Komponenten enthält

So werden Ablagerungen im Gerät zuverlässig entfernt – auch bei häufigem Waschen mit niedrigen Temperaturen.

Geschirrspüler:
Auch der Geschirrspüler profitiert von gelegentlichen höheren Temperaturen:

  • Regelmäßig ein Programm mit mindestens 60 °C nutzen
  • Siebe und Sprüharme in regelmäßigen Abständen reinigen

So bleiben Innenraum und Leitungen sauber, und die Reinigungsleistung bleibt dauerhaft erhalten.

Zeitaufwand

Dieser Tipp zum Warmwassersparen benötigt praktisch keine Zeit, ist ohne eine aufwändige Umrüstung möglich und verursacht keine Zusatzkosten.

Energie- und Kostenersparnis

Durch konsequente Nutzung niedriger Temperaturen und Eco-Programme lassen sich 100 bis 200 kWh Energie pro Jahr einsparen. Zusätzlich sinken die Wasser- und Abwasserkosten etwas.
Beispielrechnung:

  • Einsparung: 100–200 kWh/Jahr
  • Bei 0,35 €/kWh entspricht das 35–70 Euro pro Jahr

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Warmwasseranschluss für Waschmaschine und Geschirrspüler

Gegebenenfalls kann sich ein direkter Warmwasseranschluss für Waschmaschine oder Geschirrspüler lohnen – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Wirtschaftlich ist er vor allem dann, wenn das Warmwasser günstiger erzeugt wird als über die elektrischen Heizstäbe der Geräte, etwa mithilfe von Solarthermie oder einer Wärmepumpe. Aber auch bei anderen Heizsystemen kommt diese Lösung unter Umständen in Frage.

Entscheidend sind außerdem kurze Leitungswege: Stehen Waschmaschine oder Geschirrspüler mehr als etwa 2–5 Meter vom Warmwasserspeicher entfernt, gehen mögliche Einsparungen durch Wärmeverluste in den Leitungen schnell verloren.

Technisch kommen zwei Lösungen infrage:

  • Geräte mit separatem Warm- und Kaltwasseranschluss, die das Wasser selbstständig auf die Zieltemperatur mischen
  • Vorschaltgeräte, die warmes und kaltes Wasser korrekt mischen und sicherstellen, dass Spül- und Klarspülgänge mit kaltem Wasser erfolgen

Je nach verwendetem Heizsystem lassen sich so 40–70 Euro pro Jahr (Wärmepumpe/Solarthermie) oder 15–30 Euro (Gasheizung) einsparen.

Wichtig: Herkömmliche Waschmaschinen oder Geschirrspüler dürfen niemals direkt an den Warmwasserhahn angeschlossen werden. Ungeregeltes, zu heißes Zulaufwasser kann bei einer Waschmaschine Textilien beschädigen, auch bei Geschirrspülern sind Beeinträchtigungen möglich.

Ein Gäste WC

Ein kleiner Durchlauferhitzer unter dem Gäste-Waschbecken erwärmt das Wasser nur im Moment der Nutzung – und nur in der benötigten Menge.

Tipp 5: Warmwasser gezielt bereitstellen

Wir hatten das Thema schon mehrfach angerissen: Warmwasser wird in vielen Häusern zentral erzeugt und über lange Leitungen verteilt. Das ist komfortabel, aber energetisch oft ineffizient – vor allem dort, wo Warmwasser nur selten oder sehr kurz genutzt wird, etwa im Gäste-WC oder im Keller. Die eigentliche Energieersparnis dieses Tipps entsteht nicht durch weniger Nutzung, sondern durch das Vermeiden unnötiger Leitungsverluste und stehenden Warmwassers.

Warum lange Warmwasserleitungen Energie verschwenden

In ungedämmten oder langen Rohren verliert warmes Wasser auf dem Weg zur Zapfstelle kontinuierlich Energie. Wird im Gäste-WC für wenige Sekunden warmes Wasser angefordert, bleibt danach eine komplette Leitung voller warmem Wasser zurück. Dieses Wasser wird nicht genutzt, kühlt aber langsam in der Wand aus – die dafür eingesetzte Energie ist verloren.

Die Verbraucherzentrale bestätigt: Solche Leitungsverluste und Totraumverluste summieren sich über das Jahr zu erheblichen Energiemengen, insbesondere in Einfamilienhäusern mit langen Stichleitungen.

Dezentrale Lösungen sind oft effizienter

Für selten genutzte Zapfstellen kann eine dezentrale Warmwasserbereitung sinnvoller sein als eine lange Leitung vom zentralen Speicher. Ein kleiner Durchlauferhitzer am Gäste-Waschbecken erwärmt das Wasser nur im Moment der Nutzung – und nur in der benötigten Menge. Energetisch ist das häufig günstiger als dauerhaft mehrere Meter Rohr mit Warmwasser zu „füllen“.

Einsparpotenzial realistisch betrachtet

Wer Leitungsverluste reduziert – etwa durch Stilllegung unnötiger Warmwasserleitungen oder den Wechsel auf dezentrale Lösungen – kann 50 bis 105 Euro pro Jahr sparen. Diese Werte ergeben sich aus der Kombination von vermiedener Zirkulation, weniger Wärmeverlusten und keiner unnötigen Erwärmung von Wasser, das ungenutzt bleibt.

Wichtig: Warmwasserleitungen nicht einfach „abdrehen“

Bei der Umsetzung dieses Tipps ist besondere Sorgfalt nötig. Einfach nur das Eckventil unter dem Waschbecken zu schließen, ist keine sichere Lösung.

Der Grund:

  • Stehendes Wasser in einer Warmwasserleitung bildet sogenanntes Stagnationswasser
  • In diesem „toten Wasser“ können sich Keime und Legionellen schnell vermehren
  • Diese Keime können über das Rohrnetz in andere Bereiche des Hauses gelangen

Die hygienisch richtige Lösung

Wenn eine Zapfstelle dauerhaft kein Warmwasser mehr erhalten soll, muss die Leitung:

  • fachgerecht direkt am Abzweig der Hauptleitung getrennt
  • und dauerhaft verschlossen werden

Dieser Rückbau sogenannter Totleitungen sollte durch einen Installationsbetrieb erfolgen. Nur so lässt sich das Hygienerisiko zuverlässig ausschließen.

Tipp: Wer Warmwasser am Gäste-WC behalten möchte, kann Energie auch ohne Umbau sparen:
Sind die Leitungen im Keller zugänglich, hilft eine nachträgliche Rohrdämmung (übrigens auch bei Heizungsrohren). Das Material kostet etwa 5–10 Euro pro Meter und reduziert die Wärmeverluste.

Zeitaufwand

Eine Rohrdämmung nimmt etwa 30–60 Minuten in Anspruch. Für eine Stilllegung oder eine dezentrale Lösung ist wiederum ein Fachbetrieb erforderlich.

Tipp 6: Warmwasser mit Solarstrom aus dem Balkonkraftwerk erzeugen

Ein Balkonkraftwerk produziert an sonnigen Tagen oft mehr Strom als im Haushalt gerade verbraucht wird. Dieser Überschuss verpufft häufig ungenutzt – oder wird nur gering vergütet ins Netz eingespeist. Eine clevere Alternative ist, diesen Solarstrom direkt zur Warmwasserbereitung zu nutzen und so Energie im Warmwasserspeicher „zwischenzulagern“.

Grundprinzip: Solarstrom wird zu Wärme

Ein elektrischer Heizstab im Warmwasserspeicher wandelt Strom nahezu verlustfrei (98–99 %) in Wärme um. Wird er gezielt dann aktiviert, wenn Solarstrom im Überschuss vorhanden ist, ersetzt er Gas, Öl oder teuren Netzstrom für die Warmwasserbereitung.

Zwei technische Wege zur Umsetzung

1. Direktlösung ohne Hausnetz (Gleichstromanschluss)

Bei dieser Variante werden die Solarmodule direkt mit einem Gleichstrom-Heizstab verbunden – ohne Wechselrichter und ohne Einspeisung ins Hausnetz.

So funktioniert es:
Die Module speisen den Heizstab unmittelbar. Je stärker die Sonne scheint, desto mehr Wärme wird erzeugt.

Vorteile:

  • Sehr hohe Effizienz, da keine Umwandlungsverluste entstehen
  • Elektrisch vom Hausnetz getrennt
  • Häufig keine Anmeldung beim Netzbetreiber nötig

Tipp: Moderne Systeme können bei fehlender Sonne automatisch kurzzeitig auf Netzstrom umschalten, um eine Mindesttemperatur sicherzustellen.

2. Smart-Home-Lösung mit Balkonkraftwerk (Wechselstromanschluss)

Hier speist das Balkonkraftwerk wie üblich über den Wechselrichter in die Steckdose ein. Ein intelligent gesteuerter Heizstab nutzt gezielt den Stromüberschuss.

So funktioniert es:
Ein Energiemanagement-System erkennt, wenn mehr Strom erzeugt als verbraucht wird. Genau dann schaltet sich der Heizstab im Speicher automatisch ein.

Benötigte Komponenten:

  • Balkonkraftwerk (Module + Wechselrichter)
  • Energiemanager oder Smart Meter
  • Elektrischer Heizstab (nachrüstbar in viele Speicher)

Kosten:

  • Heizstab: ca. 300–700 Euro
  • Steuerung und Montage zusätzlich

Wirtschaftlichkeit und Einsparpotenzial

Da Balkonstrom meist keine Einspeisevergütung erhält (weil der Aufwand und die Kosten sowohl die Einnahmen wie den Nutzen übersteigen), ist die Warmwasserbereitung eine der wirtschaftlich sinnvollsten Nutzungen. Denn hier kommt Strom zum Einsatz, der vielleicht sonst nichtverwendet worden wäre:

  • Jährliche Einsparung: abhängig vom Überschuss und Heizsystem
  • Amortisation: ca. 5–10 Jahre bei konsequenter Überschussnutzung

Tipp: Prüfen Sie vorab, ob Ihr Warmwasserspeicher einen freien Anschlussstutzen (meist 1,5 Zoll) besitzt. Ist das der Fall, lässt sich ein Heizstab in vielen Fällen unkompliziert nachrüsten.

Fazit: Weniger Warmwasser verbrauchen und Kosten sparen

Warmwasser zählt zu den größten Energieposten im Haushalt – und gleichzeitig zu den Bereichen, in denen sich mit überschaubarem Aufwand besonders viel erreichen lässt. Die sechs Tipps zeigen: Wer Technik, Einstellungen und Nutzung sinnvoll kombiniert, kann beim Warmwasser jede Menge Energie und damit auch Kosten sparen.

In Summe lassen sich so mehrere hundert Euro Energiekosten pro Jahr einsparen. Entscheidend ist nicht eine einzelne Maßnahme, sondern das Zusammenspiel der passenden Tipps für den eigenen Haushalt. Wer hier gezielt ansetzt, kann dauerhaft seine Energiekosten senken.

Tipp: Und hier erklären wir, wie Sie gezielt Stromfresser im Haushalt identifizieren und durch nachhaltigere Lösungen ersetzen können.

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