Der Schutz der Umwelt einschließlich der Luftqualität ist eine zentrale Aufgabe unseres Unternehmens. Sie bilden die Grundlage für eine umweltfreundliche Energieversorgung für unsere Kund*innen. Nachfolgend erfahren Sie mehr über unsere Grundsätze zur Verringerung von Emissionen, insbesondere von Luftschadstoffen, zu deren Einhaltung sich die EnBW verpflichtet.
Wie wir unsere Emissionen erfassen
Besonders umweltrelevant sind Industrieanlagen, welche unter die Industrieemissionsrichtlinie
Die EU-Richtlinie über Emissionen aus Industrie und Tierhaltung (englisch: Industrial Emissions Directive, IED) ist die zentrale Richtlinie zum Schutz von Mensch und Umwelt vor Verschmutzung aus Industrieanlagen. Die IED enthält Regelungen für besonders umweltrelevante Industrieanlagen. Das Ziel ist, Emissionen in Luft, Wasser und Boden so weit wie möglich zu vermeiden oder zu verringern, um die menschliche Gesundheit und die Umwelt vor Schadstoffen zu schützen.
Die Überwachung der Luftschadstoffemissionen erfolgt über dauerhaft eingebaute Messgeräte, sogenannte kontinuierliche Messungen, oder durch regelmäßige Messkampagnen über einen festgelegten Zeitraum. Die Mess- und Auswerteeinrichtungen sind zertifiziert nach DIN EN 15267, es erfolgen regelmäßige Funktionsprüfungen und Kalibrierungen von unabhängigen, zugelassenen Messinstituten nach festgelegten Zeitintervallen.
Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und Genehmigungsauflagen wird unter anderem durch regelmäßige Vor-Ort-Inspektionen der zuständigen Behörden geprüft. Hierfür werden behördliche Überwachungspläne und -programme erstellt, der Abstand zwischen den Vor-Ort-Inspektionen wird auf dieser Basis festgelegt und beträgt je nach Risikostufe ein bis drei Jahre (§ 52a Abs. 3 BImSchG). Darüber hinaus erfolgen interne und externe Umweltaudits und Begehungen. Alle unsere Standorte mit IED-Anlagen
Feuerungsanlagen, welche unter die IED-Richtline fallen.
Unsere Kraftwerksstandorte
Standort
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Betreibergesellschaft
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
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Standort
Heizkraftwerk Altbach/Deizisau
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Betreibergesellschaft
EnBW AG
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
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Standort
Heizkraftwerk Stuttgart-Gaisburg
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Betreibergesellschaft
EnBW AG
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
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Standort
Heizkraftwerk Stuttgart-Münster mit Müllverbrennungsanlage
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Betreibergesellschaft
EnBW AG
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
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Standort
Heizkraftwerk Heilbronn
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Betreibergesellschaft
EnBW AG
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
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Standort
Kraftwerk Marbach
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Betreibergesellschaft
EnBW AG
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
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Standort
Kraftwerk Walheim
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Betreibergesellschaft
EnBW AG
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
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Standort
Rheinhafen-Dampfkraftwerk
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Betreibergesellschaft
EnBW AG
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
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Standort
Braunkohlekraftwerk Lippendorf,
Block S |
Betreibergesellschaft
EnBW Kraftwerk Lippendorf Beteiligungsgesellschaft mbH (Eigentümer)
Lausitz Energie Kraftwerke AG, LEAG (Betreiber) |
Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
(Zertifikat hält die Betreibergesellschaft LEAG) |
Standort
Heizkraftwerk Lausward
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Betreibergesellschaft
Stadtwerke Düsseldorf AG
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
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Standort
Heizkraftwerk Flingern
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Betreibergesellschaft
Stadtwerke Düsseldorf AG
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
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Standort
Müllverbrennungsanlage Flinger Broich
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Betreibergesellschaft
Stadtwerke Düsseldorf AG
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
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Standort
Heizkraftwerk Garath
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Betreibergesellschaft
Stadtwerke Düsseldorf AG
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
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Standort
Kraftwerk Rostock
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Betreibergesellschaft
KNG Kraftwerks- und Netzgesellschaft mbH
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
in der Umsetzung, Zertifizierung 2026
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Standort
Industrieheizkraftwerk Walsrode
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Betreibergesellschaft
EnBW Contracting GmbH
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
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Standort
Untergrundgasspeicher Bad Lauchstädt
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Betreibergesellschaft
VNG Gasspeicher GmbH
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
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Standort
Gasverdichterstation Bobbau (Raguhn-Jeßnitz)
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Betreibergesellschaft
ONTRAS Gastransport GmbH
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
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Standort
Gasverdichterstation Sayda
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Betreibergesellschaft
ONTRAS Gastransport GmbH
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
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Standort
Gasverdichterstation Scharenstetten
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Betreibergesellschaft
terranets bw GmbH
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Zertifiziert nach DIN EN ISO 14001
✓
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Unsere Maßnahmen für weniger Emissionen
Wir streben an, unternehmerische, politische und gesellschaftliche Ziele im Bereich Umwelt glaubwürdig in Einklang zu bringen. Abgeleitet aus unserer Strategie, unseren Umweltaspekten und den Anforderungen der Energiewende, haben wir die Reduktion von Schadstoffemissionen als ein wesentliches Handlungsfeld im Umweltschutz festgelegt. Es werden jährlich Leistungskennzahlen ermittelt und auf das Erreichen der jeweiligen Zielwerte hin überprüft. Die Zielwerte werden in 5-Jahreszyklen neu bewertet und festgelegt.
So haben wir uns das Ziel gesetzt, die SO₂-Intensität und die NOx-Intensität unserer Eigenerzeugung Strom bis zum Jahr 2030 auf 2 bis 5 mg/kWh bzw. auf 40 bis 60 mg/kWh zu reduzieren, was gegenüber den bisherigen Zielwerten von 2025 einer Reduktion von mehr als 75 % entspricht. Als neue Zielgröße soll zudem die Staubintensität der Eigenerzeugung Strom bis 2030 auf max. 0,5 mg/kWh reduziert werden. Eine Zusammenfassung unserer Leistungskennzahlen erhalten Sie mit Blick auf unsere Umweltziele.
Fuel Switch
Die EnBW plant und vollzieht derzeit an mehreren konventionellen Kraftwerksstandorten den Fuel Switch von Kohle auf die Brückentechnologie Erdgas, im zweiten Schritt ist eine weitere Umrüstung auf Wasserstoff ist angestrebt. Über die Fuel Switch-Planungen sowie den Stand der Umsetzung der einzelnen Projekte können Sie sich im Detail auf unseren Themenseiten informieren.
Aufgrund der Brennstoffzusammensetzung werden bei der Verbrennung von Erdgas und Wasserstoff deutlich weniger Schadstoffe freigesetzt als bei der Verbrennung von Kohle. Mit dem weiteren Ausbau von Windkraft und Photovoltaik verringert sich der Schadstoffausstoß in unserem Erzeugungsportfolio ebenfalls.
Rauchgasreinigungs­techniken
Auch bei unseren bestehenden Verbrennungsanlagen wird sichergestellt, dass die europaweit anerkannten besten verfügbaren Techniken (BVT) bei der Emissionsminderung angewendet werden. Dies wird z.B. durch Nachrüstung von Abgasreinigungstechniken gewährleistet. So wurde in den letzten Jahren in mehreren nassen Rauchgaswäschern die Abscheidung von Quecksilber optimiert, was die Quecksilbergehalte im Rauchgas um bis zu 70 % reduziert hat. An unseren Steinkohlekraftwerken sind grundsätzlich folgende Rauchgasreinigungsstufen installiert:
Entschwefelung
Bei der Entschwefelung strömt das mit Schwefeldioxid (SO₂) belastete Abgas in einem Wäscher aufwärts und wird dabei mit einer Suspension aus Kalkstein und Wasser besprüht. Dabei bindet sich das SO₂ in der Suspension und wird im Absorbersumpf aufgefangen. Mit der dort eingeblasenen Luft oxidiert das Kalziumsulfit – das Reaktionsprodukt von Schwefeldioxid, Kalkstein und Wasser – zu Kalziumsulfat (Gips). Der Abscheidegrad für das Schwefeldioxid beträgt beim Nasswaschverfahren mehr als 90 %.
Entstickung
Die Entstickungsanlage arbeitet im sogenannten selektiven katalytischen Reduktionsverfahren: Hier wird Ammoniak in das heiße Rauchgas eingedüst und das Gemisch über Katalysatoren geleitet, in denen eine chemische Reaktion stattfindet. Die Stickoxide (NOX) werden dabei zu über 70 % in unschädlichen Stickstoff (N₂) und Wasser (H₂O) umgewandelt.
Entstaubung
Bei der Entstaubung wird die Flugasche aus dem Rauchgas entfernt. Dieser Prozess erfolgt in großen Elektrofiltern. Dort bauen Sprühelektroden ein starkes elektrisches Feld auf, in dem die Aschepartikel negativ aufgeladen werden. Diese schlagen sich dann an den positiv geladenen Abscheideplatten nieder und werden durch Klopfwerke entfernt. Mehr als 99,9 % der Flugasche kann so aus dem Rauchgas entfernt werden.
Immissionsrichtwerte im Blick
Neben Emissionen werden auch Immissionen berücksichtigt. Als Emissionen werden Ausstöße von Schadstoffen oder Energie aus einer Quelle in die Umwelt bezeichnet, z.B. die Abgase aus einem Schornstein. Immissionen sind hingegen die Einwirkungen der Emissionen auf die Umwelt, also was an einem bestimmten Ort ankommt.
Ermittlung und Beurteilung
Ausbreitungsberechnungen sind rechnerische Verfahren zur Prognose, wie sich Luftschadstoffe von einer Emissionsquelle in der Atmosphäre ausbreiten. Sie sind ein zentrales Instrument im Rahmen des Genehmigungsverfahrens. Auf Basis von Emissionswerten und meteorologischen Daten wird so ermittelt, wie sich Schadstoffe ausbreiten und welche Konzentrationen an bestimmten Orten auftreten. Auch für Immissionen gelten gesetzlich festgelegte Grenzwerte, für deren Einhaltung ggf. strenge Emissionsgrenzwerte erforderlich sind. Die Ergebnisse der Ausbreitungsberechnungen fließen auch in die Umweltverträglichkeitsprüfung
Prüfung nach UVPG (Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung), entsprechend Anlage 1 „UVP-pflichtige Vorhaben“. Dort ist festgelegt, für welche Vorhaben grundsätzlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung, eine allgemeine oder eine standortbezogene Vorprüfung durchzuführen ist. Wird bei einer Vorprüfung durch die Behörde festgestellt, dass ein Vorhaben erhebliche Umweltbeeinträchtigungen auslösen kann, bedarf es einer Umweltverträglichkeitsprüfung.
Neben Schadstoffen kann auch Energie, z. B. in Form von Lärm oder Erschütterung, zu Immissionen führen. Erschütterungen treten im Wesentlichen in der Bauphase auf. Beim Betrieb von Erzeugungsanlagen und Transportleitungen kommt es zu Lärmimmissionen in der Umgebung der Anlagen. Unsere Anlagen werden so geplant, dass die nach Technischer Anleitung zum Schutz gegen Lärm maßgeblichen Immissionsrichtwerte eingehalten bzw. deutlich unterschritten werden.