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Bisher half der GPS-Notruf

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Wer auf Strommasten klettert oder bei Stromausfall nachts allein zum Umspannwerk fährt und im Trafohäuschen eine Störung behebt, hatte bisher schon ein GPS-Notrufgerät mit dabei. Doch Gefahr lauert häufig dort, wo man sie kaum vermutet. Wenn etwa Außendienstmitarbeiter*innen an der Haustür klingeln, weil sie in einem Haushalt den Strom abstellen müssen, treffen sie in der Regel auf einen einsichtigen Kunden. Es kam aber auch schon vor, dass Kolleg*innen im Keller eingesperrt wurden. Handy-Empfang: Fehlanzeige.

Markus Eisenlohr, Ingenieur bei der Netze BW und verantwortlich für die Abteilung Mobility, Schutz und Sensorik, kennt viele solcher Geschichten – schließlich wird das System auch extern durch die Netze BW - Sparte Dienstleistung - vermarktet. Er weiß von Lebensmittelkontrolleur*innen, die in Kühlhäusern festgehalten wurden oder von Gerichtsvollziehern, die in der Wohnung festgehalten wurden. In allen Fällen konnte durch das GPS-Notrufgerät ein Alarm abgesetzt und den betroffenen Personen geholfen werden.

NeWa ist intelligent und praktisch

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Die NeWa-App ist eine Weiterentwicklung und Verfeinerung des GPS-Notruf-Baukastens. Sie holt die Notruffunktion auf die Uhr. Die ersten Versionen der von Apple entwickelten Armbanduhr freilich waren nicht für komplexe Aufgaben konzipiert – Prozessor und Akku waren nicht leistungsstark genug. Erst mit der Serie 6 wurden die Voraussetzungen geschaffen: Zum Jahreswechsel 2021/2022 konzipierte das Team aus Netze-BW- und EnBW-Fachleuten – unter Beteiligung von SAP – die NeWa-App und rüstete für den Pilotbetrieb 50 Monteur*innen mit der neuen Armbanduhr aus.

Die App überwacht und löst Alarm aus

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Wie schon der GPS-Notruf, erlaubt es auch die NeWa-App direkt einen Notruf abzusetzen oder ein Zeitfenster “Überwachung” in Gang zu setzen, das selbstständig abläuft und Alarm auslöst, falls sich Mitarbeiter*innen nicht zurückmelden. Markus Eisenlohr: „Die Technik baut vor. Ich kann auf der Uhr zum Beispiel die Funktion einstellen: Melde mich in 20 Minuten wieder ab! – Melde ich mich in 20 Minuten nicht wieder ab, wird Alarm ausgelöst und die entsprechende Prozesskette in Gang gesetzt: Meldung an die Notruf- und Serviceleitstelle, Alarmierung von Rettungskräften oder Polizei.“

Damit nicht genug: Die ersten Prototypen der NeWa-App werden mit einer Apple-eigenen Sturzerkennungsfunktion ausgestattet: Wird ein Sturz registriert und bewegt sich die Person für etwa eine Minute nicht, alarmiert die Uhr ebenfalls die Notruf- und Serviceleitstelle. Mark Zimmermann, verantwortlich für die Software-Entwicklung: „Wir haben die Sturzerkennung, die in allen Apple Watches vorhanden ist, erweitert. Zusätzlich zu dem von Apple implementierten Prozess, wird auch unsere eigene Leitstelle über den Zustand des Kollegen, der Kollegin informiert. Und wir erkennen anhand unserer Funktionserweiterung spontane Höhenunterschiede, wie den Sturz von einer Leiter.“

Überall, wo potenziell Gefahr lauert, kann die NeWa-App helfen. Der Verkehrsüberwachung, die es mit wütenden Autofahrern zu tun bekommt. Dem Hersteller von Aufzugsanlagen, wenn im Probebetrieb der Aufzug stecken bleibt. Das Einsatzgebiet, sagt Eisenlohr, sei ein weites Feld.

Weitere Funktionen in Arbeit

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Indessen tüfteln die App-Entwickler*innen weiter. In Zukunft soll es möglich sein, dass Monteur*innen ohne Sichtkontakt mithilfe der App miteinander kommunizieren – auch ohne Internetverbindung. Oder dass die App bewusstlos gewordene Kolleg*innen orten kann, ähnlich einem Lawinenfinder. Gesundheit und Überwachung der Vitalparameter, sagt Markus Eisenlohr, sind ein „wichtiges Thema in der strategischen Weiterentwicklung.

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+++ Eine Information des Netzbetreibers Netze BW. +++

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