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Das Wichtigste in Kürze
  • Windkraftanlagen wandeln die Energie des Windes über Rotor, Generator und Netztechnik in Strom um und lieferten 2025 rund 30 Prozent des deutschen Strommixes.
  • Windräder haben heute Nabenhöhen von 90–130 Metern, Rotordurchmesser bis 90 Meter. Offshore-Anlagen erreichen Gesamthöhen von über 240 Metern.
  • Moderne Anlagen mit drei Rotorblättern erreichen Wirkungsgrade von etwa 40–50 Prozent, erzeugen bis zu 15 Millionen Kilowattstunden (kWh) pro Jahr und amortisieren ihren Energieaufwand meist nach drei bis sechs Monaten.
  • Onshore-Windräder haben heute Leistungen von zwei bis fünf Megawatt (MW), Offshore-Anlagen bis zu 15 MW. Ihre Lebensdauer liegt im Schnitt bei 20–25 Jahren und wird häufig durch Repowering verlängert.
  • Ende 2025 waren in Deutschland 30.906 Windkraftanlagen in Betrieb, während der weitere Ausbau – insbesondere offshore mit Zielen von 30.000 MW bis 2030 – eine zentrale Rolle für die Energiewende spielt.
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Was sind Windkraftanlagen?

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Windkraftanlagen (WKA), auch als Windkraftwerke bezeichnet, sind das Rückgrat der modernen Energiezukunft. Sie nutzen die Energie des Windes zur Stromerzeugung. Umgangssprachlich sagen viele auch „Windrad“, technisch korrekter ist jedoch „Windenergieanlage“ (WEA); Der Begriff macht deutlich, dass es nicht nur um den Rotor geht, sondern um ein Gesamtsystem aus Rotor, Gondeltechnik, Turm, Netzanschluss und Steuerung, das zusammenarbeitet, um zuverlässig Strom zu erzeugen

Ob an Land (Onshore) oder auf dem Meer (Offshore): Beide Formen sollen grünen Strom bereitstellen und durch eine deutliche Reduktion der Emissionen im Energiesektor die Klimafolgen abmildern.

Aufbau und Funktion: Wie wird aus Wind Strom?

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Das Prinzip einer Windkraftanlage ähnelt dem eines Fahrrad-Dynamos: Bewegungsenergie wird in elektrische Energie umgewandelt. Die Luftströmung setzt die Flügel der Turbine in Bewegung und erzeugt eine Drehbewegung, die ein Generator in elektrischen Strom umwandelt.

Doch hinter diesem einfachen Konzept steckt hochmoderne Ingenieurskunst:

  • Das Herzstück – Der Rotor: Der Wind trifft auf die Rotorblätter, die meist aus glas- oder kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff bestehen. Durch ihr spezielles aerodynamisches Profil entstehen Druckunterschiede (Auftriebsprinzip), die den Rotor in Bewegung versetzen. Die Nabe bündelt die Kräfte der Rotorblätter und leitet die mechanische Rotationsenergie ins Innere der Anlage weiter. Die Rotorwelle nimmt das Drehmoment auf und führt es zum Generator.
  • Die Gondel – Das Maschinenhaus: In der Gondel an der Spitze des Turms findet die eigentliche Verwandlung der elektrische Energie statt. Im Generator wird die mechanische Drehung in Strom umgewandelt. Da sich der Rotor eher langsam dreht, nutzen viele Anlagen ein Getriebe, um die Drehzahl für den Generator zu erhöhen (ähnlich einer Gangschaltung beim Auto). Getriebelose Anlagen nutzen stattdessen spezielle, größere Generatoren. Sensoren messen ständig den Wind. Bei Richtungsänderungen drehen Elektromotoren die gesamte Gondel auf dem Turm so, dass der Rotor immer optimal im Wind steht.
  • Vom Turm ins Stromnetz: Damit der erzeugte Strom auch in unseren Steckdosen ankommt, muss er technisch aufbereitet werden. Ein Transformator passt die Spannung an, damit der Strom effizient transportiert werden kann. Er sitzt entweder direkt in der Gondel oder im Turmfuß. Der Umrichter sorgt dafür, dass der Strom exakt die im Netz benötigte Frequenz (in Deutschland 50 Hertz) besitzt. Über Kabel im Inneren des Turms und das Fundament gelangt der Strom schließlich in das öffentliche Stromnetz. Die Menge des produzierten Stroms hängt stark von der Windgeschwindigkeit ab: Je stärker der Wind die sogenannten Rotorblätter antreibt, desto mehr Strom kann die Windkraftanlage erzeugen.
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Stromerzeugung in einer Windkraftanlage

Quelle: EnBW
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Windkrafttechnik im Vergleich

Quelle: EnBW
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Warum haben Windräder nur drei Flügel?

Moderne Windräder haben heute meist nur drei Flügel, weil das in der Praxis der beste Kompromiss aus Effizienz, Stabilität und Kosten ist. Der Grund liegt in der Aerodynamik: Jedes Blatt muss die Luftverwirbelungen des vorherigen durchqueren, sie „nehmen sich also gegenseitig den Wind weg“. Je mehr Blätter der Rotor hat, desto stärker wirkt sich dieser Effekt aus und umso ineffizienter wird die Energieumwandlung.

Eine gerade Anzahl von Rotorblättern (zwei oder vier) hat außerdem den Nachteil, dass die Last ungleich verteilt wird: Vor dem Turm entsteht ein Luftstau. Läuft ein Rotorblatt in senkrechter Stellung daran vorbei, bekommt es einen Stoß, der sich bei gerader Blattzahl direkt auf das gegenüberliegende Blatt überträgt. Das kann Lastspitzen und Schwingungen verstärken. Zudem weht der Wind in großer Höhe deutlich stärker als nahe am Boden. Bei sehr großen Rotoren mit über 100 Meter Durchmesser bedeutet das: Das obere Blatt wird stärker angetrieben, während das untere im schwächeren Windbereich läuft – eine Belastung für Lager und Turm.

Fazit: Mit einer ungeraden Anzahl von Blättern lässt sich dieser Effekt besser verteilen und abfedern. Deshalb hat sich der Dreiflügler als technisch und ökonomisch sinnvolle Kompromisslösung durchgesetzt.

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Wann und wie Windräder optimal Strom erzeugen

Weht der Wind mit mindestens 3-4,5 Metern pro Sekunde (m/s), schalten sich die Anlagen automatisch ein. Durch die drehbare Gondel stehen die Rotoren immer im Wind. Auch bei wechselnden Windgeschwindigkeiten kann die Drehzahl konstant gehalten werden, da die einzelnen Rotorblätter um ihre Längsachse verstellbar sind. Bereits ab drei Umdrehungen pro Minute ist ein Windrad effizient.

Entscheidend für einen ergiebigen Stromertrag sind vor allem hohe mittlere Windgeschwindigkeiten und die Größe der Rotorfläche. Bei zunehmender Höhe über dem Erdboden weht der Wind stärker und gleichmäßiger.

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Windräder lieferten 2025 den meisten Strom von allen erneuerbaren Energien. (Quelle: EnBW)

Wie viel Leistung hat ein Windrad?

Große, moderne Windkraftanlagen können unter optimalen Bedingungen – etwa an einem windreichen Standort wie auf einem Hügel oder an der Küste – durchschnittlich 15 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr erzeugen. Diese Menge reicht aus, um rund 4.000 Haushalte ein Jahr lang mit sauberem, grünem Strom zu versorgen. Damit tragen Windkraftanlagen erheblich zur Reduzierung von CO₂-Emissionen bei und leisten einen wertvollen Beitrag zur Energiewende.

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Wirkungsgrad von Windkraftanlagen

Der Wirkungsgrad von Windkraftanlagen liegt typischerweise zwischen 40 und 50 Prozent, abhängig vom Anlagentyp und den Windbedingungen vor Ort. Dieser Wert beschreibt, wie viel der im Wind vorhandenen Energie tatsächlich in elektrische Energie umgewandelt wird. Interessanter Fakt: Der maximale Wirkungsgrad eines Windrads ist auf etwa 59,3 Prozent begrenzt. Das besagt das sogenannte Betz'sche Gesetz. Die Form und der Bau der Rotorblätter richten sich nach diesem Gesetz.

Darüber hinaus weisen Windkraftanlagen eine sehr positive Energiebilanz auf: Die Energie, die für ihre Herstellung, den Transport und die Installation benötigt wird, kann eine Windkraftanlage innerhalb von nur drei bis sechs Monaten wieder ausgleichen. Das bedeutet, dass sie nach dieser kurzen Amortisationszeit im Prinzip „energiepositiv“ arbeitet und weiterhin umweltfreundlichen Strom produziert, ohne zusätzlichen Energieaufwand für ihren Betrieb zu benötigen.

Die Kraft des Windes

Der deutsche Physiker Albert Betz erkannte bereits 1919, dass ein Windrad niemals die gesamte kinetische Energie des Windes in Rotationsenergie umwandeln kann. Denn sonst würde der Wind direkt hinter der Anlage zum Stillstand kommen und kein neuer Wind könnte nachströmen. Um die Rotorblätter in Bewegung zu halten, muss aber immer eine gewisse Menge an Luft durch das Windrad hindurchfließen, um einen stabilen Luftstrom zu gewährleisten.

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Drehen Windräder bei Sturm eigentlich durch?

Ist das Wetter stürmisch, werden Windräder ganz besonders beansprucht, aber durchdrehen können sie nicht. Dafür gibt es entsprechende Schutzmechanismen. Kündigt sich ein orkanartiger Sturm an, werden Windkraftanlagen deshalb in der Regel vorsorglich abgeschaltet und die Rotorblätter in eine Position (Fahnenstellung) gebracht, in der sie dem Wind möglichst wenig Angriffsfläche bieten (Pitch-Regelung). Überschreitet der Wind die sogenannte „Cut Out Geschwindigkeit“, wird der Rotor ganz gestoppt und aus dem Wind gedreht, damit die Technik nicht beschädigt wird und das Netz nicht überlastet wird. Diese Maßnahmen schützen Windkraftanlagen ab einer Windgeschwindigkeit von 90 Kilometern pro Stunde – das entspricht Windstärke zehn – vor sturmbedingten Schäden.

Die vorübergehende Abschaltung von Windkraftanlagen bei sehr hohen Windgeschwindigkeiten beugt zudem einer Überlastung des Stromnetzes vor, da sonst möglicherweise zu viel Energie auf einmal in die Netze fließen würde. Entsteht wegen der abgeschalteten Windkraftanlagen dagegen ein Ungleichgewicht im Netz, springen kurzfristig Reservekraftwerke ein, um die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten.

Wie hoch sind Windräder?

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Ein durchschnittliches Windrad erreicht eine Nabenhöhe von 90 bis 130 Metern, während der Rotordurchmesser bis zu 90 Meter betragen kann. Die Nennleistung variiert zwischen zwei und fünf Megawatt (MW) – bei Offshore-Anlagen im Meer sind sogar bis zu 15 MW möglich. Windkraftanlagen der neuesten Generation beeindrucken mit noch größeren Dimensionen: Sie können inklusive Rotorblättern Höhen von bis zu 240 Metern erreichen. Eines der höchsten Windräder Deutschlands entsteht derzeit in Schipkau in der Lausitz. Es ist 365 Meter hoch und damit fast so hoch wie der Berliner Fernsehturm.

Denn je höher die Windenergieanlage und je länger die Rotorblätter, desto besser kann die Anlage das Windangebot vor Ort ausnutzen. „Weil der Wind im Binnenland im Mittel schwächer ist als in Küstenregionen, werden die Anlagen hier in der Regel höher gebaut, um die geringeren Windgeschwindigkeiten in Bodennähe zu kompensieren.

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Durchschnittliche Konfiguration neuer Windenergieanlagen an Land

Quelle: Bundesverband Windenergie BWE
Der richtige Standort

Der Bau einer Onshore-Windkraftanlage lohnt sich überall dort, wo die sogenannte (mittlere) Windleistungsdichte für den wirtschaftlichen Betrieb hoch genug ist. Die Einheit ist typischerweise Watt pro Quadratmeter (W/m2), bezogen auf die Fläche, die der Wind durchströmt, z.B. die Rotorkreisfläche einer Windkraftanlage. Höhere Windleistungsdichte bedeutet in der Regel eine bessere Standortqualität.

Wie lange ist die durchschnittliche Lebensdauer einer Windkraftanlage?

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Eine Windkraftanlage wird im Schnitt 20 bis 25 Jahre alt, bevor sie zurückgebaut werden muss. (Quelle: EnBW)

Eine Windkraftanlage wird im Schnitt 20 bis 25 Jahre alt, bevor sie zurückgebaut werden muss. Oft wird die Technik für etwa 20 Jahre ausgelegt, die Anlagen können aber bei guter Wartung und Prüfung auch bis zu 30 Jahre oder länger weiterbetrieben werden. Ausrangierte Windkraftanlagen können zu großen Teilen recycelt werden. An den Standorten von veralteten Anlagen entstehen oft neue, leistungsstärkere Windparks – ein Prozess, der als Repowering bezeichnet wird und die Stromerzeugung an bewährten Standorten weiter optimiert. 2025 wurden in Deutschland 279 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.548 Megawatt (MW) erneuert.

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Wie viele Windkraftanlagen gibt es in Deutschland und wie viel Strom produzieren sie?

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30.906 Windkraftanlagen drehten sich Ende 2025 hierzulande – 29.226 davon an Land und etwa 1.680 auf hoher See. 2025 wurden in Deutschland 958 Anlagen an Land neu installiert – bezogen auf den Bruttozubau ein Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 30 Prozent der neuen Anlagen wurden als Repowering realisiert. Durch den Bau neuer Anlagen und die Erneuerung alter Windräder wächst die Menge gewonnener Windenergie stetig und hat einen immer größeren Anteil am deutschen Strommix.

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Windkraftanlagen an Land

Der größte Teil der Onshore-Anlagen befindet sich in Norddeutschland. In Brandenburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen stehen jeweils mehr als etwa zehn Prozent des Leistungsbestands in der Bundesrepublik. Bezogen auf die jeweilige Landesfläche weisen Schleswig-Holstein und Bremen mit mehr als 450 Kilowatt pro Quadratkilometer (kW/km²) die höchste Leistungsdichte auf. Die Bundesländer Sachsen, Baden-Württemberg, Bayern und Berlin verfügen jeweils nur über eine Leistungsdichte von weniger als 100 kW/km².

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Windkraftanlagen auf See

Die Deutschen Offshore-Windkraftanlagen befinden sich in der Nordsee und in der Ostsee; Ende 2025 gab es dort 31 Offshore-Windparks, mit insgesamt 1.680 Windkraftanlagen und einer Leistung von 9.740 Megawatt; Aktuell wird diskutiert, ob weitere WEA auch außerhalb des deutschen Seegebiets gebaut werden könnten, z.B. in Dänemark

Gegenüber der Onshore-Gesamtleistung ist der Beitrag der Offshore-Windkraft bislang verhältnismäßig gering, der weitere Ausbau dürfte aber in den nächsten Jahren kräftig an Fahrt gewinnen. Bis zum Jahr 2030 sollen auf hoher See Windkraftanlagen mit einer Leistung von mindestens 30.000 MW stehen – das hat die Bundesregierung im novellierten Windenergie-auf-See-Gesetz festgeschrieben. Bis 2035 soll die Offshore-Gesamtleistung auf 40.000 MW steigen, bis zum Jahr 2045 sind 70.000 MW geplant.

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Gesamte Bruttoleistung von Windenergieanlagen an Land und zur See in MW

Wie kommt der Ausbau der Windkraft heute voran?

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Nachdem der Ausbau der Windkraft jahrelang ins Stocken geraten war, nahm die Zahl der Genehmigungen für neue Anlagen seit 2022 wieder Fahrt auf: 2025 wurden Windkraftanlagen mit einer Leistung von 20.865 Megawatt genehmigt – ein Plus von 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit bisher absoluter Rekord.

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Quelle: FA Wind und Solar, Stand: 19. März 2026

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Die Windenergienutzung bietet kurz- bis mittelfristig das wirtschaftlichste Ausbaupotenzial unter den erneuerbaren Energien. Die Stromerzeugung durch Windenergieanlagen spielt daher eine bedeutende Rolle für die Energiewende. Um die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen, müssten bis 2030 jedes Jahr etwa 2.000 neue Windkraftanlagen hinzukommen oder bestehende Standorte durch Repowering ihre Leistung bedeutend erhöhen.

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Vor- und Nachteile von Windkraftanlagen im Überblick

Strom aus Windkraft ist derzeit mit der Photovoltaik die preiswerteste Form der Stromerzeugung. Wind weht fast immer – zumindest in den luftigen Höhen, in denen sich bei modernen Windkraftanlagen die Rotorblätter drehen. Windkraftanlagen zu errichten, ist zudem vergleichsweise kosteneffizient. Seit vielen Jahren sind Bürger*innen über diverse Beteiligungsformate an fast jedem zweiten Windenergieprojekt in Deutschland beteiligt und profitieren so direkt oder indirekt von der Produktion des sauberen Stroms vor Ort. Auch die Energiebilanz von Windkraftanlagen stimmt: Die Anlagen holen die für ihre Fertigung und Errichtung benötigte Energie in der Regel innerhalb von wenigen Monaten wieder herein.

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Vorteile von Windkraftanlagen:

  • Unbegrenzte Verfügbarkeit von Wind
  • Geringer Flächenbedarf im Vergleich zu anderen Stromerzeugungsanlagen
  • Schnelle Energierückzahlung: Eine Anlage erzeugt die für ihre Herstellung benötigte Energie oft schon nach 6–12 Monaten
  • Keine Emissionen von Schadstoffen während des Betriebs
  • Schaffung von Arbeitsplätzen in Herstellung, Wartung und Betrieb
  • Finanzielle Vorteile für Gemeinden durch Pachtzahlungen und Wertschöpfung vor Ort
  • Wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zur Unabhängigkeit von Energieimporten
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Nachteile von Windkraftanlagen:

  • Windkraftwerke liefern keine konstante, planbare Menge an Strom
  • Hohe Kosten für den Bau in windreichen Gebieten
  • Notwendigkeit von Backup-Energiequellen bei schwankender Windstärke
  • Schwierigkeiten bei der Speicherung der erzeugten Energie
  • Standortwahl mit Rücksicht auf Anwohner*innen schwierig
  • Eingriff in den Lebensraum von Tieren

Sind Windräder schädlich?

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Wird ein Windräder umweltgerecht geplant und platziert, werden weder Mensch noch Natur nachhaltig belastet.

  • SF₆: Für das klimaschädliche, in Schaltanlagen von Windrädern in geringen Mengen eingesetzte Gas SF₆ plant die EU ein Verbot. Die Windkraftindustrie arbeitet bereits intensiv daran, den Einsatz des Isoliergases so weit wie möglich zu reduzieren und SF₆-freie Alternativen zu verwenden.
  • Schattenschlag und „Discoeffekt“: Drehende Rotorblätter können bei Sonnenschein einen bewegten Schatten werfen, den sogenannten Schattenschlag oder „Diskoeffekt“. Dieser kann für Anwohnende in der Nähe störend sein. Im Genehmigungsverfahren wird der Schattenwurf daher genau berechnet und begrenzt: Auf Wohnhäuser darf er höchstens 30 Stunden im Jahr und maximal 30 Minuten pro Tag fallen.
  • Schall: Wenn sich die Rotorblätter drehen, entsteht außerdem hörbarer Schall. Damit die Geräuschbelastung möglichst gering bleibt, gelten Mindestabstände zu Wohngebieten und gesetzlich festgelegte Grenzwerte. Davon zu unterscheiden ist der sogenannte Infraschall – Schallwellen mit Frequenzen unter 20 Hertz, die unterhalb der menschlichen Hörschwelle liegen. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft gehen von Infraschall aus Windenergieanlagen keine gesundheitsschädlichen Wirkungen aus.
Windkraft: Fakten statt Mythen

Rund um Windenergie kursieren viele Behauptungen – doch was stimmt wirklich? Unser Faktencheck räumt mit Irrtümern auf und liefert fundierte Antworten.

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Gibt es auch Unfälle mit Windkraftanlagen?

Windkraftanlagen gelten als äußerst sichere Technologie, Unfälle sind sehr selten. Bei derzeit knapp 28.860 Onshore-Windkraftanlagen in Deutschland treten durchschnittlich nur etwa sechs bis sieben Zwischenfälle pro Jahr auf. Solche Zwischenfälle können Blitzeinschläge sein, die gelegentlich Brände verursachen, oder das Abbrechen von Rotorblättern. In extrem seltenen Fällen kam es auch bereits zum Umsturz kompletter Anlagen.

Um die Sicherheit von Windkraftanlagen zu gewährleisten, gibt es strenge Wartungsvorgaben gemäß den Richtlinien des Deutschen Instituts für Bautechnik: Die elektrischen Anlagen werden halbjährlich überprüft, alle zwei bis vier Jahre wird die Standsicherheit der gesamten Konstruktion kontrolliert. Die Häufigkeit und Qualität der Wartung machen Windkraftanlagen zu einer verlässlichen und sicheren Technologie im Energiesektor.

Wie sieht die Zukunft der Windkraft aus?

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Moderne Windkraftanlagen sind heute technisch auf einem sehr hohen Stand, was Effizienz und Zuverlässigkeit angeht. Doch neben den bekannten Anlagentypen gibt es innovative Ansätze, die das Potenzial der Windenergie weiter ausschöpfen – auch in Gebieten, die bisher nicht genutzt werden konnten. Drei Beispiele:

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Offshore-Windkraftanlagen können nur in einer Wassertiefe von maximal 50 Metern im Meeresboden installiert werden. (Quelle: EnBW)

Schwimmende Windkraftanlagen

Offshore-Windkraft hat ungeheures Potenzial. Allerdings können Offshore-Windkraftanlagen derzeit nur bei einer Wassertiefe von maximal 50 Metern mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand im Meeresboden installiert werden. Daher wird an alternativen Konzepten geforscht: das im Jahr 2025 gestartete Projekt RECORD15 möchte bis 2028 eine schwimmende Plattform für Offshore Windkraftanlagen mit Leistungen von über 15 Megawatt (MW) entwickeln und in der Praxis testen. Koordiniert wird das Projekt vom französischen Technologieanbieter Ocergy. Auch die EnBW beteiligt sich an diesem Vorhaben.

Die Green Volt Floating Offshore Wind Farm vor der schottischen Küste ist da schon einen Schritt weiter: sie gilt als erstes kommerzielles schwimmendes Offshore-Windprojekt Europas und soll in Wassertiefen von über 100 Metern realisiert werden. Die dafür notwendigen Genehmigungen wurden 2024 erteilt. In der ersten Ausbaustufe ist eine Leistung von rund 560 MW vorgesehen. Die Inbetriebnahme ist für 2029 geplant.

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Fliegende Windkraftanlagen

Einen anderen Ansatz verfolgen sogenannte Airborne Wind Energy Systeme (AWE). Dabei wird Windenergie mithilfe fliegender Systeme wie Lenkdrachen oder Flügeln in mehreren hundert Metern Höhe gewonnen. Eines der größten Demonstrationsvorhaben ist das von der EU geförderte NAWEP-Projekt: ab 2028 sollen erstmals mehrere fliegende Windkraftanlagen dauerhaft im Verbund getestet werden. Geplant sind 12 Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 1,2 Megawatt (MW).

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KI gestützte Windparksteuerung

Mit Lösungen wie „Swarm™ for Wake Mitigation“ von WindESCo wird erforscht, wie Windparks mithilfe künstlicher Intelligenz als Gesamtsystem optimiert werden können. Dabei werden einzelne Anlagen nicht mehr isoliert betrieben, sondern dynamisch so gesteuert, dass Nachlaufeffekte („Wakes“) zwischen den Turbinen reduziert werden. Feldtests in bestehenden Windparks zeigen, dass sich auf diese Weise messbare Ertragssteigerungen erzielen lassen – ohne neue Anlagen oder zusätzliche Flächen. Diese Technologie ist besonders relevant für Repowering Standorte und dicht bebaute Windparkcluster.

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