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Das Wichtigste in Kürze
  • Solarparks zählen zu den kostengünstigsten Formen der Stromerzeugung, verursachen vergleichsweise geringe Treibhausgasemissionen und können bei naturnaher Gestaltung die Artenvielfalt fördern.
  • Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, die installierte Photovoltaikleistung bis 2030 auf mindestens 215 Gigawatt und bis 2040 auf rund 400 Gigawatt auszubauen, wobei etwa die Hälfte davon durch Freiflächenanlagen wie Solarparks entstehen soll.
  • Im ersten Halbjahr 2026 speisten Solaranlagen in Deutschland 43,2 Terawattstunden (TWh) Strom ins Netz ein und damit zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
  • Geeignete Standorte sind unter anderem Konversionsflächen, Flächen entlang von Verkehrswegen und bestimmte landwirtschaftliche Flächen.
  • Batteriespeicher und Hybridparks mit Windkraftanlagen helfen dabei, Solarstrom flexibler zu nutzen und erneuerbare Energien besser in das Stromsystem zu integrieren.
  • Freiflächenanlagen sind die am weitesten verbreitete Form von Solarparks. Daneben gibt es Sonderformen wie Agri-PV, schwimmende Photovoltaikanlagen und integrierte Photovoltaik.
Inhalt
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In Solarparks erzeugen Photovoltaikmodule Strom aus Sonnenenergie und speisen ihn ins Stromnetz ein. (Quelle: EnBW)

Was sind Solarparks?

Ein Solarpark, auch Photovoltaik-Freiflächenanlage genannt, ist eine großflächige Anlage zur Erzeugung von Solarstrom. Photovoltaik ist die Technik, mit der Sonnenenergie in elektrische Energie umgewandelt wird.

Solarparks umfassen meist mehrere Hektar Fläche mit Tausenden Solarmodulen. Ihre Module sind, anders als bei Eigenheimsolaranlagen, nicht auf einem Gebäude oder an einer Fassade montiert, sondern stehen auf freier Fläche. Der erzeugte Gleichstrom wird mithilfe von Wechselrichtern in Wechselstrom umgewandelt und anschließend in das öffentliche Stromnetz eingespeist oder in einem angeschlossenen Batteriespeicher zwischengespeichert.

Neben fest aufgestellten Freiflächenanlagen gibt es auch sogenannte nachgeführte Anlagen bzw. Tracker-Module, die dem Sonnenstand folgen, um die Effizienz zu erhöhen. Am weitesten verbreitet sind jedoch die fest aufgestellten Modelle, da sie günstiger in der Anschaffung und weniger wartungsintensiv sind.

Welche Arten von Solarparks gibt es?

Solarparks sind die „Schwergewichte“ unter den Photovoltaikanlagen. Daneben gibt es weitere Formen wie schwimmende Solarparks, Agri-PV-Anlagen und integrierte Photovoltaik.

Schwimmende Photovoltaik­anlagen: Solarstrom vom Wasser

Bei schwimmenden Photovoltaik­anlagen befinden sich die Solarmodule auf künstlichen Gewässern wie Baggerseen oder Stauseen. Der Vorteil daran: Es werden keine zusätzlichen Landflächen benötigt. Gleichzeitig kann die kühlende Wirkung des Wassers den Wirkungsgrad der Module verbessern. Die Planung und die Genehmigung sind hingegen anspruchsvoll, da man technische, wasserrechtliche und ökologische Anforderungen berücksichtigen muss. Einige gute Beispiele für schwimmende PV-Anlagen gibt es bei der EnBW-Tochter Erdgas Südwest: derzeit laufen die Bauarbeiten für eine neue Anlage auf dem Kühlsee in Iffezheim.

Agri-Photovoltaik: Oben Solarmodule, unten Pflanzen

Agri-Photovoltaik kombiniert landwirtschaftliche Nutzung und Stromerzeugung auf derselben Fläche. Die Solarmodule sind so installiert, dass man darunter weiterhin Pflanzen anbauen oder Flächen bewirtschaften kann. So lässt sich die Fläche doppelt nutzen, und die Module können die Pflanzen zugleich teilweise vor extremem Wetter schützen. Die Planung ist jedoch komplexer als bei klassischen Solarparks und nicht für jede Kultur geeignet.

Auf den Schnellladeparks der EnBW werden die Überdachungen zu Solaranlagen. (Quelle: EnBW)

Integrierte Photovoltaik: Wenn Oberflächen zu Solaranlagen werden

Bei integrierter Photovoltaik werden Solarmodule direkt in Gebäude oder Infrastrukturen eingebunden, etwa in Fassaden, Dächer oder Parkplatz­überdachungen. So kann Solarstrom erzeugt werden, ohne zusätzliche Freiflächen zu beanspruchen. Auch diese Systeme übernehmen häufig mehrere Funktionen gleichzeitig und dienen beispielsweise als Sonnen- oder Wetterschutz. Ein Beispiel für diese Variante sind die Solardächer auf den Schnellladeparks der EnBW.

Wie viel Strom erzeugen Solarparks in Deutschland?

Erneuerbare Energien deckten im ersten Halbjahr 2026 58 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Solaranlagen speisten mit 43,2 Terrawattstunden (TWh) zehn Prozent mehr Strom als im Vorjahr ins Netz ein und sind nach Windkraftanlagen (43%) die zweitwichtigste Erzeugungsquelle (34%).

Die Gründe für die gute Bilanz waren überdurchschnittlich viel Sonnenschein und ein Plus beim Ausbau: fast 400.000 neue Solaranlagen mit einer installierten Bruttoleistung von insgesamt 7,3 Gigawatt (GW) gingen 2026 schon ans Netz. Freiflächen-Solarparks hatten mit vier GW den größten Anteil am Zubau. Damit stieg die installierte Gesamtleistung in Deutschland auf etwa 128 Gigawatt-Peak.

Geht es nach der Bundesregierung soll die installierte Photovoltaikleistung bis 2030 auf mindestens 215 GW steigen, bis 2040 auf rund 400 GW – etwa die Hälfte davon durch Freiflächenanlagen wie Solarparks.

Photovoltaik-Anlagen in Deutschland

Segment
Inbetriebnahmen 1. HJ 2026
Leistung 1. HJ 2026
Gesamtbestand zum 1. HJ 2026
Gesamtleistung zum 1. HJ 2026
Segment
Freiflächen-Solarparks
Inbetriebnahmen 1. HJ 2026
203.459
Leistung 1. HJ 2026
278,1 MW
Gesamtbestand zum 1. HJ 2026
19.167
Gesamtleistung zum 1. HJ 2026
43.958,6 MW
Segment
Gebäudesolaranlagen
Inbetriebnahmen 1. HJ 2026
185.014
Leistung 1. HJ 2026
3.186,4 MW
Gesamtbestand zum 1. HJ 2026
4.694.892
Gesamtleistung zum 1. HJ 2026
79.865,8 MW
Segment
Steckerfertige Solaranlagen
Inbetriebnahmen 1. HJ 2026
1.002
Leistung 1. HJ 2026
4.010,4 MW
Gesamtbestand zum 1. HJ 2026
1.413.156
Gesamtleistung zum 1. HJ 2026
1.498,9 MW
Segment
Sonstige Solaranlagen
Inbetriebnahmen 1. HJ 2026
9
Leistung 1. HJ 2026
3,7 MW
Gesamtbestand zum 1. HJ 2026
115
Gesamtleistung zum 1. HJ 2026
49,1 MW

Quelle: Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur; Stand: 13.07.2026; Auswertung nach Inbetriebnahmedatum

Welche Flächenpotenziale gibt es in Deutschland?

Die Flächenpotenziale für den Ausbau von Photovoltaik sind nach Einschätzung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) in Deutschland weiterhin groß und bei weitem nicht ausgeschöpft. Studien zeigen, dass insbesondere auf Freiflächen, Konversionsflächen, Verkehrsflächen und in Kombination mit Agri-Photovoltaik noch Ausbaureserven im Bereich von mehreren hundert Gigawatt bestehen.

Wo dürfen Solarparks gebaut werden?

Solarparks sind genehmigungspflichtig. In den meisten Fällen entscheidet die jeweilige Kommune im Rahmen der Bauleitplanung, ob eine Fläche für Photovoltaik genutzt werden kann, und schafft dafür in den folgenden Schritten die rechtlichen Voraussetzungen:

  • Um eine Fläche nutzen zu können, muss die zuständige Gemeinde diese im örtlichen Flächennutzungsplan als „Sondergebiet Solar“ ausweisen. Es braucht zudem einen Bebauungsplan, der auf der entsprechenden Fläche Baurecht schafft.
  • Vorab prüft die Gemeinde die Umweltverträglichkeit des Vorhabens.
  • Die Gemeinde bezieht alle Träger öffentlicher Belange sowie die Bürger*innen vor Ort mit ein. Nach Anhörung aller Parteien erstellt die Gemeinde einen Bebauungsplan und erteilt die Baugenehmigung.
  • Wichtige Kriterien für die Entscheidung sind die Anlagengröße, die Größe der genutzten Fläche und der Grünordnungsplan. Dieser erläutert, wie sich der geplante Solarpark in die Landschaft integriert und welche ökologischen Aufwertungen vorgesehen sind.

Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, dürfen Solarparks gebaut werden. Als Standorte kommen beispielsweise Konversionsflächen – etwa ehemalige Militär- und Industrieflächen, Deponien, Parkplätze, Gewerbeflächen sowie ökologisch weniger wertvolle Acker- und Grünlandflächen infrage. Besonders sensible Flächen wie Naturschutzgebiete, Nationalparks, wertvolle Biotope oder artenreiche Grünflächen sollen dagegen von Solarparks freigehalten werden.

Wie entsteht ein Solarpark?

Von der Standortsuche bis zur Inbetriebnahme vergehen meist mehrere Jahre. Der Weg zum Solarpark lässt sich in vier Phasen unterteilen:

Flächenakquise

Bei der Auswahl geeigneter Standorte stehen vor allem die Intensität der Sonneneinstrahlung, die örtliche Topografie sowie vorhandene Anschlussmöglichkeiten an das Stromnetz im Fokus. Auch Naturschutz und mögliche Konflikte mit der Landwirtschaft werden beachtet.

Ist ein passender Standort identifiziert, gehen Projektierer wie die EnBW auf die Kommune und die Flächeneigentümer*innen zu und führen erste Gespräche zu einem möglichen Projekt. Kommt es zu einer Einigung, wird ein Pachtvertrag für das Gelände abgeschlossen. Diese Phase dauert in der Regel etwa sechs Monate.

Planung und Baugenehmigung

In dieser Phase werden Anlagengröße, Netzanschluss und technische Umsetzung geplant. Parallel laufen Bauleitplanung, Umweltprüfungen und Abstimmungen mit Behörden. Für die Gemeinde entstehen hier keine Kosten.

Die Länge des Genehmigungsprozesses hängt von den jeweiligen Rahmenbedingungen des Bundeslandes sowie vom Umfang und der Komplexität des geplanten Projekts ab. Je nach Projekt und Genehmigungsaufwand kann dieser Schritt mehrere Jahre dauern.

Ein Solarpark nimmt Gestalt an: EnBW-Fachkräfte bei der Installation der Anlage. (Quelle: EnBW)

Bau des Solarparks

Nach Erhalt aller Genehmigungen werden die Unterkonstruktion, Solarmodule und technischen Anlagen errichtet. Die Umsetzung beginnt mit der Vorbereitung der Freifläche, etwa mit der Anpassung und gegebenenfalls der Einebnung des Geländes sowie mit der Errichtung der Unterkonstruktion. Nach der Installation der Solarmodule und technischen Komponenten werden die elektrischen Verbindungen hergestellt und die Anlage mit den Wechselrichtern verbunden.

Die Bauphase dauert meist nur wenige Monate und erfolgt häufig mit regionalen Partnerunternehmen unter der Leitung erfahrener EnBW-Fachleute.

Betrieb, Wartung & Rückbau

Nach der Inbetriebnahme wird die Anlage kontinuierlich überwacht und gewartet, um einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen. Die regelmäßige Pflege der Flächen und die Reinigung der Module tragen zum langfristigen Erhalt der Stromerträge bei.

Solarparks sind in der Regel auf eine Laufzeit von rund 30 Jahren ausgelegt. Anschließend werden die Anlagen zurückgebaut und die Materialien weitgehend recycelt oder wiederverwendet. Welches Potenzial heute und in Zukunft in Ansätzen zur Kreislaufwirtschaft steckt, hat eine gemeinsame Studie von EnBW und der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte kürzlich untersucht.

Wo stehen die größten Solarparks in Deutschland?

Im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur finden sich alle Einzelanlagen und separaten Bauabschnitte von Großprojekten. Demnach stehen die kapazitätsstärksten Solarparks vor allem in Sachsen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Der mit Abstand größte Solarpark Deutschlands ist der Energiepark Witznitz südlich von Leipzig (Sachsen) mit einer Gesamtleistung von 650 Megawatt-Peak (MWp).

Die fünf größten Solarparks in Deutschland

Rang
Name
Standort
Leistung in MW
Anzahl Solarmodule
Betreiber
Rang
1
Name
Energiepark Witznitz
Standort
Sachsen
Leistung in MW
647,9 MW
Anzahl Solarmodule
1.135.298
Betreiber
SILUX / MoveOn Energy GmbH
Rang
2
Name
Solarpark Schafhöfen
Standort
Bayern
Leistung in MW
268 MW
Anzahl Solarmodule
368.415
Betreiber
Blue Elephant Energy GmbH
Rang
3
Name
Solarpark Bartow
Standort
Mecklenburg-Vorpommern
Leistung in MW
262,7 MW
Anzahl Solarmodule
452.400
Betreiber
Goldbeck Solar
Rang
4
Name
Solarkraftwerk Halenbeck-Rohlsdorf
Standort
Brandenburg
Leistung in MW
228,6 MW
Anzahl Solarmodule
396.306
Betreiber
Solarkraftwerk Halenbeck-Rohlsdorf GmbH
Rang
5
Name
Solarpark Weesow-Willmersdorf
Standort
Brandenburg
Leistung in MW
187 MW
Anzahl Solarmodule
464.256
Betreiber
EnBW

Quelle: Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, Goldbeck Solar; Stand: 13.07.2026

Solarparks der EnBW – Zahlen und Projekte

Die EnBW betreibt Solarparks mit einer installierten Leistung von 1.560 Megawatt in Deutschland. Gemeinsam haben sie im Jahr 2025 1.186 Gigawattstunden Strom erzeugt. Der Fokus liegt auf förderfreien Großprojekten in Brandenburg sowie innovativen Kombikraftwerken in Baden-Württemberg. Im ersten Halbjahr 2026 sind in Deutschland und im Ausland Wind- und Solarparks mit einer Leistung von mehr als 540 MW hinzugekommen – einer von ihnen ist der Ende Juni eingeweihte Solarpark Wangen im Allgäu.

Was sind die wichtigsten Vor- und Nachteile?

Fast die Hälfte des in Deutschland erzeugten PV-Stroms stammt aus Freiflächen-Solarparks. Was für diese Form der Energieerzeugung spricht und was nicht, haben wir hier zusammengefasst:

Vorteile von Solarparks

  • Solarparks erzeugen Strom mit vergleichsweise geringen Treibhausgasemissionen. Über den gesamten Lebenszyklus verursacht Photovoltaik nach Berechnungen des Umweltbundesamtes etwa 43 bis 63 Gramm CO₂-Äquivalente je kWh.
  • Große Photovoltaik-Freiflächenanlagen gehören – neben Windkraftanlagen - zu den kostengünstigsten Möglichkeiten Strom zu erzeugen. Laut Fraunhofer ISE liegen die Stromgestehungskosten, also die Kosten um eine Kilowattstunde Strom zu erzeugen, bei 4,1 bis 14,4 Cent je kWh.
  • Besondere Konzepte wie Agri-PV und Parkplatz-PV ermöglichen die Mehrfachnutzung bereits genutzter Fläche.
  • Naturnah gestaltete Solarparks können neue Lebensräume schaffen und die Artenvielfalt fördern.

Nachteile von Solarparks

  • Großflächige Anlagen verändern das Landschaftsbild und müssen deshalb sorgfältig räumlich geplant sowie mit den Interessen der Bevölkerung vor Ort abgestimmt werden.
  • Die Stromproduktion schwankt abhängig von Tageszeit, Jahreszeit und Wetter. Für eine zuverlässige Versorgung zum Beispiel während längerer Dunkelflauten braucht es Alternativen.
  • Nicht immer kann ein Solarpark seine volle Leistung auch ins Netz einspeisen. Besteht die Gefahr einer Netzüberlastung, werden Anlagen zeitweise abgeregelt. Das geschieht im Rahmen des sogenannten Redispatch-Prozesses.

Wie wirtschaftlich sind Solarparks?

Solarparks zählen zu den kostengünstigsten Formen der Stromerzeugung. Eine zentrale Kennzahl für die Wirtschaftlichkeit sind die Stromgestehungskosten: Sie beschreiben die durchschnittlichen Kosten einer erzeugten Kilowattstunde über die gesamte Lebensdauer einer Anlage. Für Solaranlagen betragen sie zwischen 4,1 bis 14,4 Cent pro Kilowattstunde.

Wie wirtschaftlich ein Solarpark im Einzelfall ist, hängt unter anderem vom Standort, den Netzanschlusskosten, den Finanzierungskonditionen und der Vermarktung des erzeugten Stroms ab. Förderfreie Solarparks vermarkten ihren Strom häufig über langfristige Stromlieferverträge (PPA), die für Betreiber und Stromabnehmer Planungssicherheit schaffen.

Lohnen sich Solarparks für Kommunen?

Die Antwort lautet, ja. Das zeigt eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums. Sie untersucht, welche wirtschaftlichen Effekte der Ausbau erneuerbarer Energien für Städte, Landkreise und Kommunen haben kann. Wenn die Ausbauziele erreicht werden, profitieren Regionen in ganz Deutschland von einer höheren regionalen Wertschöpfung, zusätzlichen Arbeitsplätzen und Mehreinnahmen in der Gemeindekasse.

Verursachen Solarparks CO₂-Emissionen?

Bezogen auf eine Nutzungsdauer von 30 Jahren entstehen laut Umweltbundesamt durch die Herstellung, den Betrieb und die Entsorgung einer Photovoltaikanlage rechnerische Emissionen in Höhe von 67 Gramm CO₂-Äquivalenten pro kWh Ökostrom. Demgegenüber vermeidet eine Photovoltaikanlage laut Berechnungen im Rahmen der Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger Emissionen – etwa aus Steinkohle- und Gaskraftwerken – in Höhe von 694 Gramm CO₂-Äquivalenten pro kWh. Der Netto-Vermeidungsfaktor von Strom aus Photovoltaik liegt somit bei 627 Gramm CO₂-Äquivalenten je kWh.

Schafe beweiden die Flächen eines Solarparks und tragen so zu einer naturnahen Pflege der Vegetation bei. (Quelle: EnBW)

Naturschutz und Biodiversität in Solarparks

Solarparks erhöhen nachweislich die Biodiversität vor Ort, weil sie Tieren und Pflanzen ungestörte Rückzugsräume bieten. Gut geplante Solarparks können neben der Stromerzeugung also auch einen ökologischen Mehrwert schaffen. Entscheidend sind Standortwahl, Flächengestaltung und ein langfristiges Pflegekonzept. Die bundesweite Feldstudie „Artenvielfalt im Solarpark" untersuchte 2024 insgesamt 30 Solarparks und wies dort unter anderem 385 Pflanzenarten, 30 Heuschreckenarten, 36 Tagfalterarten, 32 Brutvogelarten und 13 Fledermausarten nach. Orientierung bieten Branchenstandards wie die Selbstverpflichtung „Gute Planung von Solarparks“.

Investieren: Wie kann ich mich an einem Solarpark beteiligen?

Privatpersonen können sich je nach Projekt auf unterschiedliche Weise an Solarparks beteiligen, etwa über Energiegenossenschaften, Beteiligungsgesellschaften oder andere regionale Beteiligungsmodelle. Im Gegenzug profitieren Anleger beispielsweise von Zinszahlungen oder den Erträgen aus der Stromproduktion. Insbesondere Anwohner*innen und Kommunen erhalten bei vielen Projekten die Möglichkeit sich zu beteiligen. Die konkreten Beteiligungsmodelle unterscheiden sich aber je nach Projekt, Standort und rechtlichen Rahmenbedingungen. Eine Bürgerbeteiligung erhöht aber in jedem Fall die Akzeptanz von Solarparks in der Region.

Welche Gesetze gelten für Solarparks?

Für den Bau eines Solarparks in Deutschland sind insbesondere das Baugesetzbuch (BauGB), das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) relevant:

  • Das BauGB regelt, ob und unter welchen Bedingungen eine Freiflächen-Solaranlage errichtet werden darf. Grundlage für die Planung sind der Flächennutzungsplan und der Bebauungsplan. Das BauGB sieht aber auch Ausnahmen vor: Solarparks an Autobahnen oder Agri-PV-Parks gelten unter bestimmten Voraussetzungen privilegiert. Für sie ist keine Bauleitplanung erforderlich.
  • Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) regelt die finanziellen Rahmenbedingungen, den Netzanschluss und den Verkauf des erzeugten Stroms. Ab 2027 sind neue Regelungen für Solarparks geplant.
  • Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) bestimmt die ökologische Zulässigkeit. Das Gesetz fordert im Rahmen der Genehmigung eine Umweltverträglichkeitsprüfung und artenschutzrechtliche Prüfungen. Betreiber werden gesetzlich dazu verpflichtet, unvermeidbare Eingriffe durch ökologische Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen (z. B. Heckenpflanzungen, Blühstreifen) vollständig zu kompensieren.
Die EEG-Novelle soll den Ausbau Erneuerbarer Energien künftig stärker an Netzkapazitäten ausrichten. (Quelle: EnBW)

Neue Regeln: Was die EEG-Novelle ab 2027 vorsieht

Die Bundesregierung arbeitet an einer Neuausrichtung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes für die Zeit ab 2027. Der Ausbau soll stärker mit den verfügbaren Netzkapazitäten abgestimmt und konsequenter an Marktsignalen ausgerichtet werden. Eine wichtige Rolle könnten dabei zweiseitige Differenzverträge, sogenannte Contracts for Difference (CfD), oder vergleichbare Fördermodelle spielen, die Betreibern bei niedrigen Strompreisen eine Mindestvergütung sichern, während hohe Markterlöse teilweise zurückgezahlt werden. Die genaue Ausgestaltung ist aber noch offen. Nach dem Kabinettsbeschluss Ende Juli 2026 müssen noch Bundestag und Bundesrat zustimmen.

Wie kann man Strom aus Solarparks noch besser nutzen?

Solarenergie ist nach der Windkraft die zweitwichtigste erneuerbare Energiequelle in Deutschland. Der einzige Wermutstropfen: Die Sonne scheint nicht immer gleich lang und gleich intensiv. Der Strombedarf fragt aber nicht nach Sonnenschein. Deshalb setzen Betreiber auf Kombinationen:

Solarparks mit Batteriespeicher

Erneuerbare Energien schwanken: An manchen Tagen ist zu wenig Strom verfügbar, an anderen Tagen produzieren Wind und Sonne mehr, als verbraucht werden kann. Große Batteriespeicher lösen dieses Problem: Sie nehmen überschüssigen Solarstrom auf und speisen ihn ins Netz ein, wenn Nachfrage und Strompreise steigen – etwa abends, wenn die Solaranlagen weniger Strom erzeugen. So verhindern sie Erzeugungsspitzen, die das Netz belasten und zur Abregelung von Solarstrom führen würden.

Seit 2023 integriert die EnBW Batteriespeicher standardmäßig in neue Solarparks und stattet auch bestehende Anlagen nachträglich damit aus. Ein Beispiel: In Öhringen ging Anfang 2026 ein Solarpark mit 6,22 MWp Leistung und einem 6,1-MWp-Speicher in Betrieb.

Hybridparks: Sonne und Wind

Sonnen- und Windenergie können sich bei der Stromerzeugung gut: Scheint die Sonne, ist es meist weniger windig. Bei bewölktem Himmel windet es in der Regel mehr. Hybride Energieparks kombinieren Windkraft- und Photovoltaikanlagen auf derselben Fläche, und optimieren so die Stromerzeugung. Der Vorteil ist, dass beide Systeme dieselben Transformatoren, Leitungen und Netzanschlüsse nutzen, was enorme Kosten spart. Ein aktuelles Beispiel ist der Energiepark Lausitz: Das Projekt verbindet drei Formen der Energiegewinnung auf einer gemeinsamen Fläche – Freiflächen-Photovoltaik, klassische Windkraftanlagen und moderne Höhenwindtürme.

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