30 Tage mit dem E-Auto: So leicht fiel der Umstieg

Bei E-Autos wird über vieles gesprochen: über Verkaufszahlen und Marktanteile, über Reichweiten und Ladeinfrastruktur. Kaum ein anderes Mobilitätsthema wird dabei so schnell grundsätzlich oder emotional diskutiert. Doch wie sieht es aus, wenn man selbst vom Verbrenner auf einen Stromer umsteigt? Ein Erfahrungsbericht einer EnBW-Mitarbeiterin.

Gerade die ersten Wochen zeigen, was beim E-Auto wirklich neu ist – und was sich schneller einspielt als gedacht. Wie fühlt sich das Fahren an? Wie klappt das Laden, wenn zu Hause keine Wallbox vorhanden ist? Wie oft muss der Stromer tatsächlich an die Ladesäule? Und wie stark verändert sich der gesamte Familienalltag?



Vom zwölf Jahre alten Golf zum ersten E-Auto

Eigentlich kennt sich Marie-Luise in Sachen Elektromobilität ziemlich gut aus. Sie arbeitet bei der EnBW im Marketing. Aus dienstlichen Gründen war sie vor dem Leasing ihres E-Autos drei bis vier Mal im E-Auto unterwegs.

Der private Umstieg zum E-Auto ergab sich eher zufällig. Marie-Luise fuhr zuvor einen Golf mit Verbrennungsmotor – knapp zwölf Jahre lang. Irgendwann kam der Gedanke auf, dass bei einem Auto in diesem Alter auch mal größere Reparaturen anstehen könnten. Gleichzeitig bot sich ein attraktives Leasingangebot an.

Im Mai 2025 bestellte die Familie den ID.3 von Volkswagen, Ende November wurde er geliefert. Versicherung, Steuer, Werkstattservice und Allwetterreifen sind wie in den meisten Leasing-Modellen enthalten. Nach vielen Jahren mit dem eigenen Golf war das für Marie-Luise ein ziemlich komfortabler Wechsel. Vor allem aber war die Gelegenheit da, Elektromobilität jetzt selbst länger auszuprobieren. „Dann haben wir gesagt: Jetzt machen wir das“, beschreibt sie die Entscheidung ziemlich pragmatisch.

Ganz ohne Fragezeichen startete Marie-Luise aber nicht. „Ich war am Anfang eher ein bisschen skeptisch“, erinnert sie sich. Viel übrig geblieben ist davon nach den ersten 30 Tagen allerdings nicht.

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Auf den ersten Kilometern fühlt sich der Stromer anders an

Die ersten Erfahrungen mit dem neuen E-Auto konnte Marie-Luise bei der Abholung des Wagens sammeln. Auf der Rückfahrt fiel Marie-Luise auf, wie anders sich das Auto fährt. Das direkte Ansprechen des Antriebs, die Ruhe im Innenraum und die leichte Lenkung waren für sie trotz erster Erfahrungen mit anderen E-Autos besonders. Aber vor allem die Beschleunigung so unmittelbar zu erleben, das blieb hängen. Die sei „schon super“, sagt sie – gerade im direkten Vergleich zum Verbrenner der Familie, der ihr inzwischen teilweise deutlich schwerfälliger vorkommt.

Auch im Cockpit gab es einiges zu entdecken. Der ID.3 ist vergleichsweise reduziert eingerichtet, dazu kommen das Fahrdisplay und das Infotainmentsystem. Genau dieser schlichte Aufbau gefällt Marie-Luise. In die Bedienung musste sie sich zwar erst einfinden, die Gewöhnung ging dann aber schneller als erwartet.

Schon nach kurzer Zeit war das ungewohnte Gefühl weg. Inzwischen freut sie sich jedes Mal auf das Fahren mit ihrem Stromer. Das gilt mittlerweile auch für ihren Mann: „Wir streiten uns nicht, aber es wird schon diskutiert: Wer kriegt denn jetzt das E-Auto?“, erzählt Marie-Luise.

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Marie-Luise im Kurzporträt

Marie-Luise arbeitet im Marketing der EnBW und fährt seit Ende November 2025 ein Elektroauto. Als Zweitwagen nutzt sie ihn vor allem im Alltag und für kurze Strecken mit der Familie. Was sie anfangs noch skeptisch gesehen hat, möchte sie heute nicht mehr missen: „Das E-Auto hat sich an unseren Alltag angepasst – nicht andersherum.“

Mitarbeiterin der EnBW mit Brille und einem gestreiften T-Shirt

Ab wann lohnt sich ein E-Auto?

Sinkende Fahrzeugpreise, hohe Spritkosten und neue Fördermöglichkeiten sorgen dafür, dass sich ein E-Auto immer schneller rechnet als noch vor einigen Jahren. Entscheidend ist dabei vor allem, wie günstig geladen werden kann, wie viele Kilometer pro Jahr zusammenkommen und welcher Stromer überhaupt mit welchem Verbrenner vergleichbar ist. Im Ratgeber „Ab wann lohnt sich ein E-Auto?“ wurden verschiedene Szenarien durchgerechnet, unter welchen Bedingungen der Stromer bei den Gesamtkosten die Nase vorn hat.

Laden ohne Wallbox ist eigentlich kein Problem

Das größere Fragezeichen war für Marie-Luise tatsächlich nicht das Fahren, sondern das Laden. Die Familie lebt im eigenen Haus, hat dort aber keine Wallbox.

Entsprechend unsicher war sie anfangs, wie gut das Laden unterwegs funktionieren würde. „Ich war schon etwas skeptisch, ob ich in der Stuttgarter Innenstadt oder bei uns im Stadtteil eine freie Ladesäule finde, wenn ich sie brauche.“, erinnert sie sich an ihre ersten Gedanken. In den folgenden Wochen stellte sich aber schnell heraus, dass sie eine eigene Wallbox kaum vermisst.

An Bürotagen lädt der ID.3 während der Arbeitszeit. Beim Einkaufen, am Schwimmbad oder beim Stadtbummel lädt die Familie das Auto an öffentliche Ladestationen, wenn sich die Gelegenheit ergibt. So lädt die Familie oft genau dann, wenn der Wagen sowieso steht.

Auch der Umgang mit der EnBW mobility+ App und der Ladekarte sowie das Laden an der Säule waren am Anfang noch ungewohnt. Nach ein paar Mal wusste Marie-Luise aber, wie es läuft – und musste darüber gar nicht mehr groß nachdenken. Heute fühlt sich das für sie ähnlich selbstverständlich an wie das Tanken oder, wie sie selbst sagt, „das Handy ans Ladegerät zu hängen“. Und selbst die kleinen Lade-Hacks hat sie schon souverän drauf.

Manchmal stellt sie das Laden vor kleinere Herausforderungen: So zeigt die App mal einen freien Ladepunkt an, wenn Marie-Luise losfährt. Bei ihrer Ankunft kommt es dann aber auch vor, dass in der Zwischenzeit doch schon jemand da steht. Vor allem bei Standorten mit nur einer Ladestation kann das passieren. Meistens findet die Familie aber eine Möglichkeit zum Laden. Genau das war für Marie-Luise eine der positiven Überraschungen der ersten Wochen: „Die Ladeinfrastruktur in und um Stuttgart ist echt besser, als ich es gedacht hätte.“

Die EnBW mobility+ App im Alltag

Für Marie-Luise gehört die EnBW mobility+ App inzwischen fest zum Ladealltag. Mit dem Lademonitor behält sie den Fortschritt des Ladevorgangs im Blick. Das ist besonders praktisch, wenn die Familie in der Stadt unterwegs ist: So weiß Marie-Luise, wann das Auto weiterfahren kann.

Auch bei der Suche nach einer freien Ladestation hilft die App. Im Ladestationsfinder sieht sie, welche Ladepunkte verfügbar sind und wo sich die nächste passende Möglichkeit befindet. Nach dem Laden schaut Marie-Luise in die Ladehistorie. Dort kann sie nachvollziehen, wann und wo geladen wurde und welche Kosten dabei entstanden sind.

Am wichtigsten ist für Marie-Luise aber EnBW collect. Bei jedem Ladevorgang an EnBW-Ladestationen sammelt sie automatisch Punkte. Die lassen sich später in Ladeguthaben umwandeln. Für Marie-Luise ein zusätzlicher Anreiz, fleißig weiterzuladen und Punkte zu sammeln.

Und wenn die Familie doch einmal die Ladepause im Auto verbringt, muss das nicht langweilig sein. Die große Tochter hat inzwischen die Spiele im Infotainmentsystem entdeckt – etwa Sudoku und Wortsuchaufgaben. Auch mit den Farb- oder Beleuchtungseinstellungen spielt sie gern herum. „Es gibt ganz viele Dinge, die man da ausprobieren kann, und da hat jeder seinen Spaß dran“, erzählt Marie-Luise.

Vor allem aber hat sich ihre Vorstellung davon verändert, was Laden überhaupt bedeutet. Sie fährt eben nicht regelmäßig irgendwohin, nur um Strom nachzuladen und zu warten. „Ich empfinde es nicht als Zeitverlust“, betont Marie-Luise, „weil ich in der Zeit ja immer etwas machen kann.“

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Akkustand verliert schneller an Bedeutung als gedacht

Weil Marie-Luise immer dann lädt, wenn das E-Auto sowieso steht, schaut sie inzwischen auch viel seltener auf den Akkustand. Der Weg ins Büro beträgt für sie rund 20 Kilometer pro Strecke. Ihr Mann nutzt das Auto ebenfalls für den Arbeitsweg. Dazu kommen Einkäufe und Fahrten mit den Kindern. Unter diesen Bedingungen wird der ID.3 normalerweise ein- bis zweimal pro Woche geladen. Der Ladestand liegt in der Regel zwischen 20 und 80 Prozent, so dass der Akku geschont wird.

Wie weit ihr Stromer mit einer Akkuladung kommt, hängt dabei natürlich auch vom Fahrstil ab. „Wir fahren beide gerne flott“, räumt Marie-Luise ein – und merkt entsprechend, dass der Verbrauch dann steigt. Im normalen Wochenablauf spielt das für die Familie aber kaum eine Rolle.

„Man muss den Akkustand gar nicht unbedingt immer im Blick haben“, sagt Marie-Luise. Der Grund dafür ist aus ihrer Sicht simpel: Weil das Auto regelmäßig dort lädt, wo es sowieso steht, kommt der Akku nur selten in einen Bereich, in dem sie überhaupt darüber nachdenken muss.

Für den Familienurlaub nutzt sie derzeit trotzdem noch den größeren Verbrenner. Das hat vor allem praktische Gründe: Mit Kindern und Gepäck stößt das Platzangebot des ID.3 schneller an Grenzen. Und auf längeren Strecken wird dann das Thema Reichweite doch relevanter. Die Familie fährt zum Beispiel gerne nach Südtirol – knapp 600 Kilometer sind das für sie. Mit ein-, zweimal Laden wäre die Strecke zwar machbar, für solche Fahrten würde Marie-Luise langfristig aber eher ein größeres E-Auto mit mehr Reichweite wählen.

Die ersten 30 Tage mit E-Auto: drei Erkenntnisse

Wenn Marie-Luise ihre ersten Wochen mit dem E-Auto auf drei Erfahrungen herunterbricht, sind es vor allem diese:

  • Laden, wenn das Auto sowieso steht: Im Büro, beim Einkaufen oder bei anderen Terminen lässt sich der Ladevorgang mit Dingen verbinden, die ohnehin anstehen. So entsteht für Marie-Luise kaum das Gefühl, zusätzliche Zeit fürs Laden einplanen zu müssen.
  • Nicht ständig auf die Reichweite schauen: Gerade das war anfangs ein größeres Thema im Kopf als später im Alltag. Durch regelmäßiges Laden nebenbei ist der Akkustand inzwischen deutlich weniger präsent. Allerdings war im ersten Winter mit dem E-Auto der witterungsbedingte höhere Verbrauch für sie und ihre Familie deutlich spürbar.
  • Der neuen Routine etwas Zeit geben: Ladepunkte finden, App und Ladekarte nutzen, das Auto kennenlernen: In den ersten Tagen ist vieles neu. Marie-Luise empfiehlt deshalb, sich erst einmal einzuspielen – bei ihr ging das überraschend schnell.

Fazit: Zurück zum Verbrenner ist keine Option mehr

Nach ein paar Wochen war vieles, worüber Marie-Luise sich anfangs noch Gedanken gemacht hatte, schon ziemlich selbstverständlich geworden. Sie wusste, wo sie laden kann, schaute nicht mehr ständig auf den Akkustand und nahm den ID.3 lieber als den Verbrenner.

Inzwischen ist ihre Präferenz ziemlich eindeutig. Sie fahre „echt gerne E-Auto“ und wolle es nicht mehr missen, sagt Marie-Luise. Bei ihrer persönlichen Bilanz ist sie sich deshalb sicher: „Zurück gibt es für mich auf jeden Fall nicht.“

Am treffendsten beschreibt ihre ersten 30 Tage aber vielleicht eine andere Erkenntnis. Vor dem eigenen E-Auto hatte Marie-Luise noch überlegt, wie stark sie ihre Gewohnheiten verändern müsste. Heute sieht sie das genau andersherum: „Eigentlich muss man ja nicht seinen Alltag an das E-Auto anpassen, sondern andersrum“, sagt sie. Bei ihrer Familie habe sich das E-Auto vielmehr „ziemlich easy“ in den bestehenden Alltag eingefügt.

Das gilt auch ohne eine eigene Wallbox. Sollte sich die Familie zukünftig aber für ein zweites E-Auto entscheiden, wird über die Anschaffung einer Wallbox noch einmal diskutiert.

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