Elektrik im Haus erneuern: Kosten, Planung & Smart-Home-Tipps

Ihre Elektroleitungen sind in die Jahre gekommen? Dann wird es vielleicht Zeit für eine Sanierung. Doch dabei reicht es nicht nur aus, alle Kabel auszutauschen. Jetzt ist durchdachte Planung gefragt, um das Zuhause fit für die Zukunft zu machen. Wir geben einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik, Kosten und Fördermöglichkeiten – und was Sie bei der Planung beachten sollten.

Vom Induktionsherd über die Wärmepumpe bis zur Wallbox: Moderne Haushalte nutzen immer mehr Elektrogräte. Umso wichtiger ist eine vorausschauende Planung, wenn Sie die Elektrik im Haus erneuern wollen: zum Beispiel mit ausreichend Steckdosen und gut erreichbaren Schaltern. Auch Smart-Home-Anwendungen werden immer stärker zum Thema, um etwa Heizung, Licht oder Rollläden automatisch zu steuern. Das bedeutet aber nicht nur mehr Komfort und Effizienz im Alltag – sondern stellt auch neue Ansprüche an die Elektrik im Haus.



Wann Sie die Elektrik im Haus erneuern sollten

Nicht immer ist sofort sichtbar, ob die Hauselektrik veraltet ist. Ein offensichtlicher Hinweis darauf ist aber zum Beispiel ein fehlender Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter) für die Sicherung des Badezimmers. Dieser ist seit 1984 Pflicht. Ist er nicht vorhanden, ist Elektroinstallation über 40 Jahre alt. In Häusern, die vor den 1980er-Jahren gebaut wurden, entspricht die Elektroinstallation meist nicht mehr heutigen Anforderungen. In diesen Fällen sollten Sie die gesamte Elektrik prüfen und gegebenenfalls vollständig erneuern lassen.
Eine Modernisierung der Elektroinstallationen ist besonders ratsam bei:

  • Altbauten mit alter Verdrahtung (Stoff- oder Aluleitungen)
  • Zustandsverschlechterung durch Alter oder unsachgemäße Erweiterungen
  • Erhöhtem Leistungsbedarf, etwa durch neue Geräte oder Homeoffice
  • Nutzungsänderungen, z. B. bei Umbauten, Anbauten oder Grundrissänderungen
  • Modernisierung vor Vermietung, um gesetzliche Anforderungen zu erfüllen

Je nach Zustand der bestehenden Leitungen kann eine Teilsanierung ausreichen – etwa wenn nur der Sicherungskasten erneuert wird oder einzelne Räume betroffen sind. Wird jedoch eine neue Küche installiert, ein Dachboden ausgebaut oder gleich das ganze Haus energetisch saniert, empfiehlt sich oft eine Vollsanierung inklusive neuer Kabel, Dosen und Sicherungen.

Wichtig: Auch wenn Sie ein Haus kaufen oder vermieten möchten, sollten Sie die Elektroinstallation genau unter die Lupe nehmen. Als Vermieter*in sind Sie verpflichtet, eine sichere und funktionstüchtige Anlage bereitzustellen. Investieren Sie frühzeitig in eine zeitgemäße Ausstattung, beugen Sie nicht nur späteren Mängelanzeigen (und teuren Reparaturen) vor – Sie steigern auch den Wert und Komfort Ihrer Immobilie gleich mit.

Baustelle einer neuen Küche

Beim Einbau einer neuen Küche sollte die gesamte Elektrik gleich mit auf Vordermann gebracht werden.

State of the Art: So sieht moderne Elektrotechnik heute aus

Moderne Elektroinstallationen müssen weit mehr leisten als früher. Wo früher zwei Steckdosen pro Raum ausreichten, braucht es heute eine flexible und zukunftsfähige Infrastruktur. Denn im Alltag kommen immer mehr stromintensive Geräte zum Einsatz – vom Induktionsherd bis zur Wallbox. Gleichzeitig wünschen sich viele Smart-Home-Systeme, stabile Netzwerkverbindungen und eine Ausstattung, die sich relativ einfach anpassen lässt, sollten sich einmal die eigenen Wohnbedürfnisse verändern.

Typisch für moderne Elektroinstallationen:

  • FI-Schalter
  • Mindestens 3 Steckdosen pro Wandseite
  • Eigene Stromkreise für Küche, Bad und größere Geräte
  • Netzwerkanschlüsse (LAN) in mehreren Räumen – für stabiles Internet ohne Funklöcher
  • Vorbereitung für E-Mobilität, PV-Anlage oder Smart-Home-Komponenten (Elektroinstallation ist so vorbereitet, dass die genannten Komponenten ohne großen baulichen Aufwand installiert werden können)
  • Leerrohre für spätere Erweiterungen oder Umbauten an der Technik
Ein Versicherungskasten

Zum Teil lassen sich veraltete Sicherungskästen leicht erkennen – z.B. durch fehlende FI-Schalter.

Was bei der Planung und Umsetzung beachtet werden muss

Eine moderne Elektroinstallation will gut geplant sein. Denn was heute praktisch erscheint, kann morgen schon nicht mehr ausreichen – zum Beispiel, wenn Arbeitszimmer, Kinderzimmer oder Küche künftig anders genutzt werden. Planen Sie deshalb nicht nur für den Moment, sondern mit Weitblick.

Diese Normen gelten bei der Sanierung

Bei einer Erneuerung Ihrer Hauselektrik gelten verbindliche Regeln – insbesondere diese drei müssen bei der Planung beachtet werden:

  • DIN VDE 0100: Regelt Planung, Errichtung und Prüfung elektrischer Anlagen bis 1.000 Volt. Sie sorgt dafür, dass Ihre Elektroinstallation sicher und betriebssicher ist.
  • DIN 18015: Gilt speziell für Wohngebäude und definiert die Mindestausstattung – etwa wie viele Steckdosen, Schalter und Stromkreise pro Raum vorgesehen sein müssen.
  • RAL-RG 678: Ergänzt die DIN 18015 durch Komfortklassen (1 bis 3 Sterne), in denen Ausstattung, Lichtkonzept, Netzwerkanschlüsse, Steuerungstechnik und Sicherheit abgestuft beschrieben werden.

Je höher die Ausstattungsklasse, desto umfangreicher sind die Anforderungen – etwa an die Zahl und Position der Steckdosen, an die Lichtplanung, die Integration von Netzwerkanschlüssen oder die Möglichkeit zur Steuerung von Heizung, Rollläden und Sicherheitstechnik.

Für Eigentümer*innen empfiehlt sich mindestens die Ausstattungsklasse 2. Auch bei Vermietung ist diese Klasse durchaus zu empfehlen, steigern Sie damit doch die Attraktivität – und natürlich auch den Wert – der Immobilie. Informationen zu den verschiedenen Ausstattungsklassen finden Sie in der oben verlinkten TAL-RG 678.

Ihr Strom, Ihre Ersparnisse

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Steckdosen, Stromkreise & Internetanschluss

Ein häufiger Fehler bei der Sanierung: Es fehlen am Ende genau dort Steckdosen, wo Sie sie brauchen. Gerade in Küche, Bad, Wohnzimmer und Homeoffice sollten Sie ausreichend Anschlüsse vorsehen – idealerweise mindestens drei Steckdosen pro Wandseite. Auch USB-Steckdosen oder kombinierte Ladestationen lassen sich gezielt einbauen – das verhindert gleich, dass Sie später zum Beispiel zusätzliche Steckdosenleisten nachrüsten müssen.

Für große Verbraucher wie Herd, Waschmaschine oder Wallbox benötigen Sie eigene Stromkreise mit separater Absicherung. Das wird empfohlen, um die Betriebssicherheit zu gewährleisten, Leitungsüberlastungen zu vermeiden und Brandgefahr durch überhitzte Kabel abzuwenden. Pro Raum kann zudem ein eigener Stromkreis sinnvoll sein, um Lasten besser zu verteilen.

Zusätzlich empfiehlt sich eine strukturierte Netzwerkverkabelung – mit LAN-Dosen in allen Wohn- und Arbeitsräumen. Das sorgt für stabilen Internetempfang, auch wenn das WLAN an Grenzen stößt.

Drei Anschlüsse an der Wand

Gerade in Küche, Bad, Wohnzimmer und Homeoffice sollten Sie ausreichend Anschlüsse vorsehen – idealerweise mindestens drei Steckdosen pro Wandseite.

Verlegearten im Vergleich

Bei der Sanierung stehen Ihnen mehrere Methoden zur Verfügung, um neue Leitungen zu verlegen. Welche Variante sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab, wo die Installation erfolgt, wie aufwendig sie sein darf – und ob sichtbare Kabel stören würden:

  • Unterputz (Standard im Wohnbereich): unsichtbar, aber aufwändiger in der Umsetzung
  • Aufputz (z. B. Keller, Garage): einfacher & günstiger, aber sichtbar
  • Im-Putz (z. B. mit Stegleitungen, die praktisch auf die Wand genagelt und dann mit Putz bedeckt werden): alternative Methode, bei Sanierungen zum Teil genutzt

Für maximale Flexibilität sollten Sie bei allen Varianten Leerrohre einplanen – so lassen sich später neue Kabel einziehen, ohne die Wand erneut aufstemmen zu müssen.

Zukünftige Möglichkeiten mitdenken

Auch wenn Sie aktuell (noch) kein Elektroauto fahren oder smarte Steuerung nutzen: Die Vorbereitung lohnt sich. Denken Sie bei der Sanierung z. B. an:

  • Leitungen für eine Wallbox in der Garage oder Einfahrt
  • Steuerleitungen für Rollläden oder Heizkörperventile
  • Anschlussmöglichkeit für PV-Anlage oder Batteriespeicher

Je durchdachter die Planung, desto leichter lassen sich später neue Funktionen integrieren – ganz ohne größere Umbauten oder Mehrkosten.

Diese Kosten entstehen bei einer Elektrosanierung

Wie teuer die Erneuerung der Elektrik im Haus wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab – etwa dem Umfang der Arbeiten, dem Ausstattungsniveau und dem Alter des Gebäudes. Grundsätzlich gilt: Je größer der Aufwand, desto höher die Kosten. Gleichzeitig bietet eine moderne Elektroinstallation langfristige Sicherheit und Komfort – und schützt vor späteren Nachrüstkosten.

Kosten im Überblick

Als grobe Orientierung können Sie mit folgenden Werten rechnen:

  • Neubau oder vollständige Erneuerung: ca. 50 bis 100 €/m² Wohnfläche
  • Sanierung im Altbau (inkl. Rückbau): ca. 60 bis 150 €/m² (höhere Kosten, da zum Teil zusätzliche Stemm- und Verputzarbeiten anfallen)

Die tatsächlichen Kosten hängen von mehreren Faktoren ab:

  • Anzahl der Steckdosen, Schalter und Stromkreise
  • Länge der Kabeltrassen und Zahl der Leerrohre
  • Installationsart (Unterputz, Aufputz, Mischform)
  • Materialqualität und Geräte (z. B. Marken-Schalterprogramme)
  • Niveau der Lohnkosten in der Umgebung

Kostenaufteilung: Material vs. Arbeitsleistung

Erfahrungsgemäß entfallen rund 60 % der Kosten auf Arbeitsleistung, etwa für das Verlegen, Anschließen und Prüfen der Anlage. Die restlichen 40 % betreffen das Material. Wer bestimmte vorbereitende Arbeiten selbst übernimmt (z. B. Schlitze stemmen oder Unterputzdosen setzen), kann die Gesamtkosten deutlich reduzieren.

Tipp: Lassen Sie sich vorab einen transparenten Kostenvoranschlag vom Elektrofachbetrieb erstellen – idealerweise mit einer klaren Aufschlüsselung nach Positionen und Gewerk.

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Gibt es Förderungen für die Elektrosanierung?

Für die reine Erneuerung der Elektrik – also das Austauschen von Leitungen, Schaltern, Dosen oder Zählerschränken – gibt es in der Regel keine direkten Zuschüsse vom Staat.
Es bestehen aber zwei Möglichkeiten zur finanziellen Entlastung:

  • Steuerbonus für Handwerkerleistungen: Sie können 20 % der Lohnkosten, maximal 1.200 € pro Jahr, steuerlich geltend machen – unabhängig von der Art der Modernisierung. Wichtig: Die Rechnung muss elektronisch vorliegen und per Überweisung bezahlt werden.
  • Bausparvertrag mit Wohn-Riester oder zinsgünstigen Darlehen: Wenn Sie Ihre Sanierung langfristig planen, kann ein Bausparvertrag sinnvoll sein. Bei Zuteilung profitieren Sie von günstigen Kreditzinsen. Zusätzlich können staatliche Zulagen (z. B. Wohn-Riester, Kinderzulage) helfen, das Eigenkapital aufzubauen.

Für weitergehende energetische Sanierungsmaßnahmen – z. B. Dämmung, neue Heizung oder PV-Anlage – stehen andere Förderprogramme zur Verfügung, etwa über das BAFA oder die KfW. Alternativ sind auch bestimmte steuerliche Vorteile drin. Eine Kombination mit der Elektrosanierung ist oft möglich, wenn alle Maßnahmen im Rahmen einer Gesamtsanierung geplant werden.

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Mit Eigenleistung und Vorbereitungsarbeiten Kosten senken

Bestimmte Arbeiten bei der Elektrosanierung dürfen Sie selbst übernehmen – etwa das Stemmen der Schlitze, das Setzen von Unterputzdosen oder das Verlegen von Leerrohren. Auch die grobe Planung, wo Steckdosen und Anschlüsse liegen sollen, liegt in Ihrer Hand.

Das kann sich lohnen: Bis zu 30 % Einsparpotenzial sind möglich, wenn Sie vorbereitende Tätigkeiten selbst durchführen. Wichtig ist dabei eine enge Abstimmung mit dem Elektrofachbetrieb – so vermeiden Sie Nacharbeiten und stellen sicher, dass alles den geltenden Normen entspricht.

Eine Frau bedient ihr Smart-Home-System

Smart-Home-Systeme, die der Energieeinsparung oder dem Einbruchschutz dienen, können unter bestimmten Voraussetzungen staatlicherseits gefördert werden.

Smart Home: Wenn die Elektrik intelligenter wird

Moderne Elektroinstallationen bieten die perfekte Grundlage für Smart-Home-Lösungen – sei es für mehr Komfort, Sicherheit oder Energieeffizienz. Wichtig ist: Wer beim Sanieren clever vorausdenkt, schafft die richtigen Voraussetzungen, ohne später Wände aufstemmen zu müssen.

Welche Funktionen sind sinnvoll?

Ein intelligentes Zuhause lässt sich ganz individuell gestalten. Nicht immer muss es an das Maximum an verfügbaren Lösungen sein, schon kleine Anwendungen können den Alltag spürbar erleichtern. Besonders gefragt sind aktuell:

  • Automatisierte Heizungssteuerung (z. B. per Thermostat oder App)
  • Intelligente Lichtsysteme mit Szenensteuerung oder Zeitplänen
  • Rollladensteuerung je nach Wetterlage oder Tageszeit
  • Bewegungsmelder in Flur, Keller oder Außenbereich
  • Fenster- und Türsensoren für mehr Sicherheit
  • Zentral-Aus-Schalter für alle Verbraucher beim Verlassen des Hauses
  • Steuerung via Sprachassistent, Smartphone oder Wandpanel

Die meisten Smart-Home-Systeme arbeiten heute funkbasiert – etwa über WLAN oder Zigbee – oder lassen sich mit digitalen Sprachassistenten koppeln. Manche Funktionen, wie Rollladensteuerung oder Heizungsregelung, erfordern jedoch kabelgebundene Komponenten. Wenn Sie ohnehin sanieren, sollten Sie deshalb entsprechende Stromleitungen und Leerrohre für Netzwerk- oder Automatisierungstechnik vorsehen – so bleibt das System später flexibel, wenn Sie es um weitere Komponenten erweitern wollen.

Förderung für smarte Technik

Smart-Home-Systeme, die der Energieeinsparung oder dem Einbruchschutz dienen, können unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden – etwa über die „Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)“. Zuschüsse von bis zu 20 % der Investitionskosten sind möglich (Quelle: BAFA, Stand 2025).

Zusätzlich lassen sich die Handwerkerleistungen ebenfalls (wie bereits weiter oben erwähnt) steuerlich absetzen – auch hier können bis zu 1.200 € pro Jahr geltend gemacht werden.

Fazit: Ihre Elektrik zukunftssicher modernisieren

Ob Neubau, Altbausanierung oder Umbau – eine moderne Elektroinstallation bietet mehr Sicherheit, Komfort und Flexibilität. Sie steigert den Wohnwert und senkt langfristig die Betriebskosten. Wer frühzeitig plant und sich an den aktuellen Normen orientiert, schafft die Basis für digitale Anwendungen und kommende Wohnbedürfnisse.

Gerade bei einer Sanierung gilt: Lieber heute mitdenken, was morgen praktisch sein könnte, als später teuer nachzurüsten. Mit guter Planung, gegebenenfalls finanzieller Unterstützung vonseiten des Staates und etwas Eigenleistung lässt sich viel erreichen – für Sie selbst oder als Pluspunkt bei Vermietung oder Verkauf.

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