Hyundai Ioniq 5: Der Turbo-Lader kommt

Von 10 auf 80 in 18 Minuten – nein, das ist keine absurd langsame Beschleunigung, sondern das irre Ladetempo des neuen Hyundai Ioniq 5. Ab Mitte 2021 ist der koreanische Elektro-Crossover erhältlich und bietet unter anderem ein kantig-futuristisches Design, einen flexiblen Innenraum – und ein 800-Volt-Power-Ladesystem.

Wir stellen Hyundais Premium-Stromer – den Ioniq 5 – im Folgenden vor.


Das erwartet dich hier

Ioniq 5: Hyundais Antwort auf den ID.4

Ioniq 5: Hyundais Antwort auf den ID.Bislang war der Ioniq für Hyundai nur ein Modell. Doch nun will der südkoreanische Autobauer verschiedene Elektroautos unter der Submarke produzieren. Den Anfang macht der Ioniq 5, der bereits im vergangenen Jahr angekündigt und Ende Februar endlich vorgestellt wurde. Hyundai selbst nennt den Elektro-Crossover einen CUV, übersetzt: Crossover Utility Vehicle, eine Mischung aus Sportcoupé und SUV.

  • Im nächsten Jahr folgt dann der Ioniq 6, eine elektrische Sportlimousine wie Teslas Model 3 und der Audi e-tron GT.
  • Für 2024 ist der Ioniq 7 angekündigt, der dem Audi e-tron, dem nächsten Porsche Macan oder dem Mercedes EQS Konkurrenz machen soll.

Optisch erinnert der Ioniq 5 an das Konzeptfahrzeug Hyundai 45 EV-Concept, das die Südkoreaner 2019 auf der IAA vorstellten. Das Serienfahrzeug sieht zwar nicht mehr so eckig aus wie die Studie, die sich noch kräftig beim legendären 1975er Hyundai Pony bediente. Allerdings zeigt der Ioniq 5 nun, 45 Jahre später, immer noch eine klarere Kante als die Konkurrenz, zum Beispiel das Model X von Tesla oder der Mustang-E von Ford.

Beim Kasten-Look hilft der Hersteller im Detail durchaus etwas nach. Die Kanten an den Seiten beispielsweise werden mit großem Aufwand ins Blech hineingepresst. Am stärksten wirkt sich das eckige Design an der Frontseite aus, die mit Pixeloptik und Vier-Augen-Gesicht aufwartet. Am Heck setzen sich die Pixel fort, wo die leuchtenden Blöcke eine moderne Lichtsignatur mit dem Charme der 80er-Jahre kombinieren.

Hyundai Ioniq 5 Seitenansicht

Der Ioniq 5 beeindruckt durch ein klares, kantiges Design (Bild: © 2020 Hyundai Motor America).

Ioniq 5: Laden mit Turbo-Boost

Als erstes Modell des Hyundai-Konzerns nutzt der Ioniq 5 die neue E-GMP-Plattform des Autobauers. E-GMP steht für „Electric Global Modular Platform“ und stellt das südkoreanische Pendant zum Modularen Elektrobaukasten (MEB) von Volkswagen dar. Im Vergleich zu MEB bietet E-GMP deutlich mehr Power. Während der direkte Konkurrent ID.4 den MEB mit 400 Volt nutzt, setzt der Ioniq 5 bereits auf die 800-V-Technologie.

Diese sorgt dafür, dass an entsprechenden Schnellladesäulen die Akkus von 10 auf 80 Prozent innerhalb von 18 Minuten geladen werden können. Mit einer maximalen Reichweite von bis zu 480 Kilometern hat der Ioniq 5 im Vergleich zu den Reichweiten-Champions das Nachsehen. Allerdings qualifiziert er sich aufgrund seiner beeindruckenden Ladeleistung trotzdem als Elektroauto für die Langstrecke.

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Standard, schnell und ultraschnell: Alle Infos zu Schnellladestationen

Was Schnellladen bedeutet und auf welchem technischen Stand die Schnellladestationen aktuell sind, erfährst du übrigens in unserem Artikel „Standard, schnell, ultraschnell – so viel Power haben Schnelladestationen für E-Autos“.

Der Ioniq 5 soll über zwei Akkugrößen verfügen:

  • 58-kWh-Akku mit einer Reichweite von knapp 400 Kilometern
  • 72,6-kWh-Akku mit einer Reichweite von rund 480 Kilometern

Bei den Akkus setzt Hyundai auf die sogenannte „Vehicle-to-Load-Technologie“ (V2L). Dadurch kannst du den Ioniq 5 auch als riesige Powerbank einsetzen und andere Verbraucher daran aufladen, zum Beispiel dein E-Bike, einen E-Scooter oder einen Campingkocher. Dafür muss das Auto noch nicht einmal angeschaltet sein.

Hyundai Ioniq 5 an der Ladestation

Die hohe Ladegeschwindigkeit de Ioniq 5 ist einer der größten Vorteile (Bild: © 2020 Hyundai Motor America).

Zum Marktstart bietet Hyundai den Ioniq 5 in vier unterschiedlichen Motorisierungen von 170 bis 305 PS an. Das Drehmoment startet bei ordentlichen 350 Nm und reicht bis zu truck-starken 605 Nm. Neben Heckantrieb ist auch Allrad (durch zuschaltbaren Vorderantrieb) möglich. Sogar Anhänger bis zu 1,6 Tonnen soll der Elektro-Crossover auf diese Weise ziehen können.

Interieur mit nachhaltigen Details

Innen versorgen zwei jeweils 12,25 Zoll große und direkt hinter dem Lenkrad positionierte Displays den Fahrer mit allen notwendigen Informationen. Links gibt’s die fahrrelevanten Daten, der rechte Bildschirm ist mit dem Infotainment- und Navigationssystem verbunden. Das System funktioniert mit Apple CarPlay und Android Auto und bietet eine verbesserte Sprachsteuerung. Zudem unterstützt es das Speichern von bis zu drei Nutzerprofilen und die Last-Mile-Navigation (bis zum endgültigen Ziel nach Verlassen des Fahrzeugs auf dem Smartphone).

Für Fahrer und Beifahrer gibt es optional Sitze mit Relax-Funktion. Sie können bei Bedarf zu Liegesitzen mit Fußstützen umgelegt werden (zum Beispiel für einen Power-Nap beim Turbo-Laden). Aber bereits die regulären Sitze sind sehr bequem gehalten und bieten nachhaltige Entspannung. Denn dank der verarbeiteten Natur- und Recyclingfasern sowie des verwendeten Biolacks ist das Interieur umweltfreundlich hergestellt.

Frau liegt im Hyundai Ioniq 5 Sitz

Von innen erweist sich der Ioniq 5 als überraschend bequem (Bild: © 2020 Hyundai Motor America).

Die Mittelkonsole ist verschiebbar, um dem Innenraum mehr Variabilität zu geben. Auch die Rückbank lässt sich elektrisch um bis zu 13,5 Zentimeter vor- und zurückschieben, um beispielsweise den Passagieren im Fonds mehr Beinfreiheit zu gewähren. Oder um das Kofferraumvolumen zu erhöhen. Dieses liegt zwischen 531 und 1.591 Litern (bei umgelegter Rückbank). Dazu gibt es einen Front-Kofferraum („Frunk“) mit 25 bis 57 Litern (abhängig vom Antrieb). Weitere Ausstattungsmerkmale:

  • Das Bose-Soundsystem mit acht Lautsprechern.
  • Das Solardach, das zwar nicht ganz so groß ist wie bei den Solarautos Lightyear One oder Sion, aber immerhin für bis zu 2.000 Extrakilometer Reichweite pro Jahr (5,5 km pro Tag) sorgt (optional).
  • Das Head-up-Display, das Fahrtinformationen wie Warn- oder Navigationshinweise in 44 Zoll (110 Zentimeter) Breite auf die Frontscheibe projiziert (optional).
  • Zahlreiche Assistenzsysteme, wie ein adaptiver Tempomat oder die Verkehrszeichenerkennung, sind bereits serienmäßig vorhanden. Auf Wunsch kommen weitere Systeme dazu, etwa der HDA2-Autobahnassistent.

Das kostet der Hyundai Ioniq 5

Zum Marktstart im Frühsommer 2021 bot Hyundai den Ioniq 5 in einer Sonderedition mit dem Namen „Project 45“ (in Erinnerung an das Konzeptfahrzeug 45 auf der IAA) an. Trotz des stolzen Kaufpreises von 60.000 Euro ließen sich die Interessenten nicht abschrecken. Die Vorbestell-Liste war schnell voll, das Sondermodell mit einer Stückzahl von 3.000 Exemplaren ist bereits ausverkauft.

Alle anderen müssen sich bis zum Release des Serienmodells gedulden. Der Kaufpreis soll bei 41.900 Euro – vor Abzug des Umweltbonus – starten. Bei der Ausstattung ist preistechnisch gesehen aber viel Luft nach oben. Doch dafür erhalten Kunden nicht nur einen stylischen und futuristischen Stromer. Sondern auch ein innovatives E-Autos, das dank 800-V-Laden und V2L technologisch ganz weit vorn steht.

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