Spricht man heute über die Schwergewichte im Markt für E-Autos, fallen längst nicht mehr nur Namen wie Volkswagen oder Tesla, sondern auch Marken wie BMW, Mercedes oder Renault, die ihr Angebot an Elektroautos massiv ausgebaut haben. Gleichzeitig drängen chinesische Anbieter wie BYD, MG oder Xpeng mit aggressiven Preisen und wachsendem Marktanteil nach Europa und setzen die etablierten Hersteller unter Druck. In diesem Umfeld hat sich die Hyundai Motor Group mit ihren Marken Hyundai, Kia und Genesis vom unterschätzten Außenseiter zu einem der wichtigen Treiber der Elektromobilität entwickelt – mit stetig steigenden Zulassungen und einem überdurchschnittlich hohen E-Anteil an den Verkäufen.
Hyundai und Elektromobilität: Ein kurzer Blick zurück
Dass Hyundai heute zu den festen Größen im E-Auto-Markt zählt, ist kein Zufall. Der Hersteller beschäftigt sich schon seit den 1990er-Jahren mit elektrischen Antrieben – also lange bevor Elektromobilität im Mainstream angekommen war. Damals ging es noch nicht um große Stückzahlen, sondern darum, Erfahrungen zu sammeln, neue Technologien zu erproben und damit die Grundlagen für spätere Serienmodelle zu schaffen.
Ein frühes Ergebnis dieser Phase war der Hyundai BlueOn: ein kleiner Elektro-Prototyp auf Basis des i10, der ab 2010 in Südkorea in sehr begrenzter Stückzahl eingesetzt wurde.
Der Schritt in den europäischen Massenmarkt folgte einige Jahre später. Mit dem Hyundai Ioniq Electric, der ab 2016 erhältlich war, zeigte Hyundai erstmals, wie ein alltagstaugliches Elektroauto für viele Menschen aussehen kann: effizient, übersichtlich ausgestattet und ohne technische Spielereien.
Parallel dazu machte sich der Hyundai Kona Elektro einen Namen. Ab 2018 bewies das kompakte Elektro-SUV, dass Reichweite, Alltag und bezahlbare Preise kein Widerspruch sein müssen. Gerade in Europa entwickelte sich der Kona zu einem der wichtigsten E-Modelle der Marke und ebnete den Weg für deutlich höhere Stückzahlen.
2022 wurde „Ioniq“ als eine eigene Submarke etabliert. Bereits im Jahr zuvor fiel der Startschuss für das erste Modell. Ergänzt wird dieses Angebot aber mittlerweile durch weitere vollelektrische Fahrzeuge, die zwar nicht den Ioniq-Namen tragen, aber dennoch klar in Hyundais E-Auto-Portfolio eingebettet sind.
Diese Hyundai E-Autos gibt es aktuell in Deutschland
Den deutschen Markt deckt Hyundai mit mehreren rein elektrischen Modellen ab, die sich in puncto Größe, Reichweite, Komfort und Preis klar voneinander unterscheiden. Das Angebot reicht von kompakten City-Flitzern über vielseitige Allrounder bis hin zu großen, luxuriösen Elektro-SUVs und E-Vans für Familien.
Hyundai Ioniq 5: Crossover mit moderner 800-Volt-Technologie
Für die Marke Hyundai markiert der Ioniq 5 bis heute einen Wendepunkt – und auch optisch hat Hyundai mit dem Modell einen Nerv getroffen. Das markante, selbstbewusste Pixel-Design mit seinen klaren Linien, den charakteristischen Leuchtelementen und der fast schon retro-futuristischen Anmutung heben den Ioniq 5 deutlich vom schnittigeren Look vieler Verbrenner ab.

Das markante Pixel-Design mit seinen klaren Linien, den charakteristischen Leuchtelementen und der fast schon retro-futuristischen Anmutung geben dem Ioniq 5 einen einzigartigen Look (Bildquelle: © Hyundai).
Mindestens genauso ungewöhnlich ist der Innenraum. Dank langem Radstand und flachem Fahrzeugboden bietet der Ioniq 5 Platzverhältnisse, die man eher aus höheren Fahrzeugklassen kennt. Hyundai setzt hier bewusst auf ein Lounge-artiges Raumgefühl: offene Flächen, verschiebbare Sitze, klare Strukturen. Hinzu kommen nachhaltige Materialien, etwa recycelte Kunststoffe und umweltfreundlichere Stoffe, die den modernen Anspruch des Fahrzeugs unterstreichen.
Technisch ist Hyundai mit dem Ioniq 5 ebenfalls ein Ausrufezeichen gelungen. Die 800-Volt-Architektur war machte den Ioniq 5 zu seinem Release zu einem der am schnellsten ladenden Elektroautos seiner Zeit. Das Motto: kurze Ladezeiten statt langer Pausen. Unter optimalen Bedingungen reichen rund 18 Minuten, um von 10 auf 80 Prozent zu laden – ein Wert, der das Verreisen mit dem E-Auto spürbar entspannter macht.
Mit dem jüngsten Facelift hat Hyundai den Ioniq 5 gezielt weiterentwickelt, ohne seinen Charakter zu verwässern. Die wichtigste Neuerung ist eine größere Batterie, die die Reichweite auf bis zu rund 500 Kilometer nach WLTP erhöht. Hinzu kommen ein modernisiertes Infotainment, weiterentwickelte Assistenzsysteme sowie Feinabstimmungen bei Fahrkomfort und Geräuschdämmung. Beim Look ist Hyundai bewusst beim
Bewährten geblieben: Kein Designbruch, keine Experimente – der Ioniq 5 soll wiedererkennbar bleiben.
Auch im Alltag zeigt der Ioniq 5, dass er mehr kann als nur gut aussehen und schnell laden. Die Vehicle-to-Load-Funktion macht ihn zur mobilen Steckdose: Strom für E-Bikes, Werkzeuge oder Camping-Equipment kommt direkt aus der Hochvoltbatterie. Für die einen ist bidirektionales Laden ein Gimmick, für die anderen ein sehr nützliches Detail.
Hyundai Ioniq 6: Elegante Limousine mit jeder Menge Fahrspaß
Der Hyundai Ioniq 6 ist der bewusste Gegenentwurf zum kantigen Ioniq 5 – und genau das macht ihn so besonders. Während der Crossover mit Raum und Variabilität punktet, setzt der Ioniq 6 kompromisslos auf Effizienz, Form und Reichweite. Hyundai wollte hier kein weiteres Elektroauto bauen, sondern eine elegante Limousine, bei der jede Linie einen Zweck erfüllt.
Das fällt sofort auf. Die lang gestreckte Silhouette, die stark geneigte Dachlinie und die fließenden Übergänge lassen den Ioniq 6 fast wie ein Konzeptfahrzeug wirken. Hyundai spricht von „Streamliner-Design“ – gemeint ist vor allem eines: möglichst wenig Luftwiderstand. Mit einem sehr niedrigen cw-Wert gehört der Ioniq 6 zu den aerodynamisch effizientesten Serienautos überhaupt. Das zahlt direkt auf die Reichweite ein und ist einer der Hauptgründe, warum der Ioniq 6 im Alltag besonders sparsam unterwegs ist.

Die lang gestreckte Silhouette, die stark geneigte Dachlinie und die fließenden Übergänge lassen den Ioniq 6 fast wie ein Konzeptfahrzeug wirken (Bildquelle: © Hyundai).
Auch im Innenraum geht Hyundai einen eigenen Weg. Statt klassischer Limousinen-Enge bietet der Ioniq 6 überraschend viel Platz, vor allem vorne. Das Cockpit ist klar horizontal aufgebaut, die Anzeigeinstrumente wirken aufgeräumt und modern. Hinzu kommen nachhaltige Materialien, etwa recycelte Kunststoffe und umweltfreundlichere Stoffe, die den technischen Anspruch mit einem zeitgemäßen Innenraumkonzept verbinden.
Insgesamt fühlt sich der Ioniq 6 weniger nach klassischem Auto und mehr nach modernem Wohnraum an.
Seine größte Stärke spielt der Ioniq 6 jedoch auf der Straße aus. Dank seines geringen Verbrauchs sind WLTP-Reichweiten von bis zu rund 614 Kilometern möglich. Die Ladeperformance ist vergleichbar mit dem Ioniq 5 – denn auch bei diesem Modell ist die bekannte 800-Volt-Technik an Bord und sorgt für kurze Ladepausen.
Hyundai Kona Elektro: Kompakt, vielseitig und mit viel Platz
Während Ioniq 5 und Ioniq 6 als technologische und gestalterische Statements auftreten, bleibt der Kona bewusst näher an dem, was viele von einem Auto erwarten: unkompliziert, übersichtlich und alltagstauglich. Mit der zweiten Generation hat Hyundai diesen Ansatz nicht neu erfunden, sondern konsequent weiterentwickelt.
Ein kurzer Blick zurück reicht: Schon der erste Kona Elektro gehörte ab 2018 zu den Modellen, die Elektromobilität für viele zu einer realistischen Option machten – mit brauchbarer Reichweite und dem Verzicht auf die bis dahin üblichen, häufig hohen Preise. Die zweite Generation, seit 2023 auf dem Markt, greift diese Rolle wieder auf, wirkt dabei aber deutlich erwachsener. Der Kona ist etwas größer, bietet mehr Platz im Innenraum und tritt optisch eigenständiger auf, ohne den SUV-Charakter zu überzeichnen.

Brauchbare Reichweite, keine Luxuspreise: Der Kona Elektro gehört zu den Modellen, die Elektromobilität für viele zu einer bedenkenswerten Option machen (Bildquelle: © Hyundai).
Technisch setzt Hyundai auf bewährte, solide Lösungen. Je nach Version sind Batterien bis rund 65 kWh verfügbar, was WLTP-Reichweiten von bis zu etwa 500 Kilometern ermöglicht. An Schnellladesäulen sind Ladeleistungen um 100 kW möglich – kein Rekordwert, aber absolut ausreichend für einen kurzen Zwischenstopp. Serienmäßig ist Wallbox-Laden mit 11 kW vorgesehen.
Im Innenraum bleibt der Kona Elektro sachlich und funktional. Die Bedienung ist klar, die Anzeigen sind übersichtlich, Assistenzsysteme und Infotainment bewegen sich auf dem aktuellen Stand. Spielereien stehen nicht im Vordergrund – stattdessen geht es um verlässliche Technik, gute Ergonomie und niedrige Verbrauchswerte. Genau das macht den Kona für viele attraktiv, die ein Elektroauto suchen, das sich sofort vertraut anfühlt.
Hyundai Inster: Kompakter Einstieg in die Elektromobilität
Der Inster ist Hyundais Antwort auf eine Frage, die im Alltag immer häufiger gestellt wird: Wie viel Auto braucht man eigentlich wirklich? Statt größer, stärker oder aufwendiger zu werden, setzt der günstige Inster bewusst auf das Gegenteil – und trifft damit einen Nerv.
Mit seinen kompakten Abmessungen ist der Inster klar auf den Stadtverkehr zugeschnitten. Enge Parklücken, schmale Straßen, kurze Wege: Genau hier fühlt er sich wohl. Gleichzeitig vermeidet Hyundai den typischen „Zweitauto“-Charakter vieler Elektro-Kleinwagen. Der Inster wirkt nicht billig oder reduziert, sondern durchdacht – ein vollwertiges Auto im kompakten Format.

Mit seinen kompakten Abmessungen ist der Inster klar auf den Stadtverkehr zugeschnitten. Enge Parklücken, schmale Straßen, kurze Wege – alles kein Problem (Bildquelle: © Hyundai).
Technisch gesehen hält Hyundai den Ball flach: Je nach Ausführung stehen Batterien mit rund 42 oder 49 kWh zur Wahl, was WLTP-Reichweiten von etwa 330 bis rund 370 Kilometern ermöglicht. Das reicht locker für den Alltag und selbst für gelegentliche Überlandfahrten. An Schnellladesäulen sind bis zu rund 85 kW möglich, angesichts der relativ kleinen Batterien fallen auch hier die Ladepausen kurz aus. An der Wallbox wird serienmäßig mit 11 kW gelden.
Im Innenraum überrascht der Inster. Trotz seiner Größe bietet er ein luftiges Raumgefühl, eine aufgeräumte Bedienstruktur und moderne Anzeigen. Zwei große Displays, aktuelle Assistenzsysteme und – je nach Ausstattung – sogar eine Wärmepumpe zeigen, dass Hyundai beim kleinsten E-Modell nicht spart. Der niedrige Verbrauch von rund 14 bis 15 kWh pro 100 Kilometer unterstreicht zusätzlich die Leitidee von Effizienz.
Hyundai Ioniq 9: Viel Raum, viel Ruhe, viel Anspruch
Der Hyundai Ioniq 9 ist Hyundais Ansage an das obere Ende des Elektro-Markts. Groß, selbstbewusst und klar als Langstrecken– und Familienfahrzeug gedacht, rückt er dort an, wo bislang vor allem Premium-Hersteller unterwegs sind. Der Ioniq 9 will nicht sportlich provozieren – er will Raum, Komfort und Reichweite liefern.
Schon die Abmessungen machen klar, worum es hier geht. Der Ioniq 9 ist als großes Elektro-SUV mit bis zu drei Sitzreihen ausgelegt und bietet entsprechend viel Platz für Passagiere und Gepäck. Der Innenraum ist großzügig geschnitten, die Sitzposition hoch, das Raumgefühl offen. Hyundai setzt klar auf entspanntes Reisen statt auf sportliche Inszenierung – mit bequemen Sitzen, viel Beinfreiheit und einem ruhigen, aufgeräumten Innenraumlayout.

Der Ioniq 9 ist als großes Elektro-SUV mit bis zu drei Sitzreihen ausgelegt und bietet entsprechend viel Platz für Passagiere und Gepäck (Bildquelle: © Hyundai).
Technisch spielt der Ioniq 9 ebenfalls in einer anderen Liga. Eine Batterie mit rund 110 kWh ermöglicht WLTP-Reichweiten von bis zu etwa 620 Kilometern. Kombiniert mit der bekannten Schnellladetechnik sind auch längere Etappen ohne ständiges Nachladen realistisch drin. Je nach Version ist der Ioniq 9 entweder klar auf entspanntes Reisen ausgelegt oder mit spürbar kräftigem Antrieb ausgestattet – genug Leistungsreserve für Überholmanöver und volle Beladung inklusive.
Im Alltag punktet der Ioniq 9 vor allem durch Komfort-Details. Zahlreiche Assistenzsysteme unterstützen auf der Autobahn, mehrere USB-C-Anschlüsse in allen Sitzreihen kümmern sich um die Stromversorgung von Smartphones, Tablets und Laptops, und der große Kofferraum bleibt auch bei voller Bestuhlung gut benutzbar. Damit richtet sich der Ioniq 9 klar an Familien, Vielfahrer*innen und alle, die regelmäßig mit mehreren Personen (oder viel Gepäck) unterwegs sind.
Hyundai Staria Electric: Der nächste große Elektro-Van
Der Staria Electric fällt selbst im wachsenden E-Auto-Angebot aus dem Rahmen. Hyundai hat den vollelektrischen Großraum-Van am 9. Januar 2026 auf der Brussels Motor Show offiziell vorgestellt – und damit ein Segment adressiert, das bislang kaum elektrische Alternativen kannte. Der Marktstart ist für die erste Hälfte 2026 in Europa und Korea geplant.
Technisch bleibt Hyundai nah am bekannten Staria-Konzept, elektrifiziert es aber konsequent. Unter dem großen Blech arbeitet ein 84-kWh-Akku, kombiniert mit der 800-Volt-Architektur. Das Ergebnis: WLTP-Reichweiten von bis zu rund 400 Kilometern und Schnellladefähigkeit auf Pkw-Niveau – ein entscheidender Punkt nicht nur für Familien mit Kindern, sondern auch (und gerade) für Shuttle-Dienste und gewerbliche Nutzer*innen, bei denen Standzeiten Geld kosten.

Der neue Staria Elektro ist bereits als 7- und 9-Sitzer erhältlich – in näherer Zukunft vielleicht sogar als Camper (Bildquelle: © Hyundai).
Auch bei den Varianten zeigt sich der Staria Electric klar strukturiert. Angeboten werden zwei Versionen: ein 7-Sitzer („Luxury“) mit Fokus auf Komfort und Platzgefühl sowie ein 9-Sitzer („Wagon“) für maximale Transportkapazität. Hohe Karosserie, große Fensterflächen und breite Schiebetüren sorgen für leichten Einstieg und gute Übersicht – genau das, was man von einem Van dieser Größe erwartet.
Dass Hyundai mit dem Staria Electric noch mehr vorhat, zeigte sich ebenfalls Anfang 2026: Auf der CMT in Stuttgart präsentierte der Hersteller eine Elektro-Camper-Studie auf Basis des Staria Electric. Zwar handelte es sich nicht um ein seriennahes Modell, die Studie lieferte aber um einen deutlichen Hinweis darauf, welches Potenzial im elektrischen Van steckt – für längere Reisen, Campingausbauten oder den Einsatz als mobiles Büro.
Hyundai E-Auto-Modelle im Überblick
Hinweis: Viele Modelle sind unterschiedlichen Varianten erhältlich – zum Beispiel mit Heck- oder Allradantrieb bzw. mit kleinerem oder größerem Akku („Long Range“). Die in der Tabelle genannten Werte dienen daher zur Orientierung und können je nach Ausführung abweichen.
Modell |
WLTP-Reichweite (max.) |
Batterie (ca.) |
Schnellladeleistung |
Preis |
|---|---|---|---|---|
Ioniq 5 |
440 bis 500 km |
63 /84 kWh |
175 bis 200 kW |
ab ca. 45.500 Euro |
Ioniq 6 |
429 bis 614 km |
63 /84 kWh |
195 bis 260 kW |
ab ca. 45.500 Euro |
Kona Elektro II |
377 bis 514 km |
51 / 65 kWh |
ca. 100 kW |
ab ca. 38.000 Euro |
Inster |
330 bis 370 km |
42 / 49 kWh |
85 bis 120 kW |
ab ca. 24.400 Euro |
Ioniq 9 |
600 bis 620 km |
110 kWh |
233 bis 350 kW |
ab ca. 70.000 Euro |
Staria Electric |
bis ca. 400 km |
84 kWh |
bis ca. 350 kW |
ab ca. 49.500 Euro |
Die sportlichen Hyundai-N-Modelle
Auf die Plätze, fertig, los: „N“ steht bei Hyundai für maximale Sportlichkeit. Der Name verweist auf die Entwicklungsstandorte Namyang und den Nürburgring – und genau dort liegt auch der Anspruch. Denn die N-Modelle verfügen über deutlich mehr Leistung, einem strafferen Fahrwerk und einer renntauglicheren Fahrdynamik als die Serienversionen.
Dieses Konzept hat Hyundai inzwischen auf Elektroautos übertragen. Den Anfang machte der Hyundai Ioniq 5 N, der seit 2023 erhältlich ist. Der Ioniq 6 N folgte 2025 mit seiner Premiere beim Goodwood Festival of Speed. Beide basieren auf den bekannten Ioniq-Modellen, wurden jedoch umfassend für sportliches Fahren umgebaut: Typisch für die N-Modelle sind leistungsstarke Allradantriebe mit bis zu 478 kW (650 PS im Boost), ein speziell abgestimmtes Fahrwerk sowie umfangreiche Performance-Funktionen wie N-Launch-Control, Drift-Modi und ein aktives Batterie-Temperaturmanagement.
Ausblick: Angekündigte Elektro-Modelle von Hyundai
Nach den aktuellen Modellen ist für Hyundai natürlich noch lange nicht Schluss. Die nächsten Elektroautos zielen klar auf die umsatzstarken Klassen – und damit auf genau die Segmente, in denen sich Elektromobilität durchsetzen muss.
Hyundai Ioniq 3: Der Angriff auf die Kompaktklasse
Mit dem Hyundai Ioniq 3 plant Hyundai für 2026 eines der wichtigsten Modelle seiner Elektro-Offensive. Der Ioniq 3 soll als kompakter E-SUV die Lücke zwischen Inster, Kona und Ioniq 5 schließen – und genau dort angreifen, wo der Markt in Europa besonders hart umkämpft ist: bei bezahlbaren, alltagstauglichen Stromern.
Optisch wird klar, dass der Ioniq 3 kein braver Ableger sein soll. Das Design orientiert sich am „Concept Three“ und folgt der neuen Hyundai-Designsprache „Art of Steel“. Kantige Flächen, klare Linien und die markentypische Pixel-Lichtsignatur sorgen für einen futuristischen Auftritt mit deutlichen Anleihen an Science-Fiction-Designs der 1980er-Jahre. Mit einer erwarteten Länge von rund 4,30 Metern bleibt der Ioniq 3 kompakt genug für die Stadt, wirkt aber deutlich erwachsener als klassische Kleinwagen.

Kantige Flächen, klare Linien, aber auch die markentypische Pixel-Lichtsignatur: Das Design des Ioniq 3 – hier als Studie auf der IAA 2025 – folgt der neuen Hyundai-Designsprache (Bildquelle: © Hyundai).
Hyundai nutzt beim Ioniq 3 eine 400-Volt-Version der E-GMP-Plattform, ähnlich wie beim Kia EV3. Erwartet werden mehrere Akkuvarianten, vermutlich im Bereich von rund 58 bis etwa 81 kWh, was WLTP-Reichweiten von etwa 430 bis über 600 Kilometern ermöglichen soll. Angetrieben werden dürfte der Ioniq 3 von einem Motor mit rund 150 kW (204 PS) – was ausreichend Leistung für den Alltag, aber auch für Autobahnfahrten und entspannte Überholmanöver bieten sollte.
Im Innenraum will Hyundai erneut Akzente setzen. Vorgesehen ist ein bewusst ruhig gestaltetes, wohnliches Ambiente mit nachhaltigen Materialien, darunter recycelte Kunststoffe und Garne aus Meeresmüll. Große Displays, eine moderne Benutzeroberfläche und KI-gestützte Infotainment-Funktionen sollen den Ioniq 3 technisch auf Augenhöhe mit deutlich teureren Modellen bringen. Komfortfeatures wie Ambientebeleuchtung und hochwertige Soundsysteme sind ebenfalls eingeplant.
Besonders spannend ist der Einstiegspreis. Ab etwa 30.000 Euro soll der Ioniq 3 kosten. Gelingt das, würde der Kompakt-Stromer direkt als Konkurrent von VW ID.3 & Co. auftreten.
Hyundai Ioniq 2: Der Preisbrecher für die Stadt
Auch der weitere Einstieg in das immer wichtigere Segment der günstigen Stromer ist für den Hyundai-Konzern bereits gesetzt. Mit dem Kia EV2, der 2026 gegen Modelle wie Renault 4, VW ID.2 oder Skoda Epiq antreten soll, ist der erste Schritt gemacht. Ergänzend dazu plant Hyundai innerhalb des Konzerns ein eigenes Modell: den Ioniq 2, der unterhalb des noch ausstehenden Ioniq 3 positioniert wird und die Rolle des konzerninternen Schwestermodells zum Kia EV2 übernimmt.
Anders als die größeren Ioniq-Modelle (und analog zum Ioniq 3) ist der Ioniq 2 auf eine möglichst effiziente und schlanke Technik ausgelegt. Basierend auf der kostengünstigeren 400-Volt-Variante der E-GMP-Plattform werden Frontantrieb, eine Motorleistung von bis zu rund 110 kW (150 PS) sowie WLTP-Reichweiten von bis zu etwa 400 Kilometern erwartet. Erwarteter Einstiegspreis: unter 25.000 Euro – das sollte weitere Bewegung in den Markt bringen.
Auch beim Design soll der Ioniq 2 neue Wege gehen. Erste Hinweise deuten auf eine flachere, weniger SUV-artige Karosserie hin, kombiniert mit der bekannten Pixel-Lichtoptik am Heck. Innen setzt Hyundai auf moderne Technik statt Schnickschnack: Das neue „Pleos“-Infotainmentsystem mit Cloud-Anbindung und Over-the-Air-Updates könnte nun auch im Einstiegssegment Einzug halten.
Fazit: Hyundai deckt E-Mobilität in der Breite ab
Hyundai zeigt mit seinem aktuellen und geplanten E-Auto-Portfolio, wie ernst es dem Hersteller mit der Elektromobilität ist. Vom kompakten Inster über den alltagstauglichen Kona Elektro bis hin zu den eigenständig positionierten Ioniq-Modellen spannt Hyundai einen Bogen, der nahezu alle relevanten Fahrzeugklassen abdeckt. Dabei geht vor allem um ein klar strukturiertes Gesamtangebot.
Gleichwohl steht besonders die Ioniq-Submarke für eine klare E-Strategie: ein einzigartiges Design, modernste Technologien, eine klare Innenraum-Konzeption – und Modelle in allen Größen, die bei wichtigen Kennzahlen keinen Vergleich scheuen müssen.
Titelbild: Bildquelle © Hyundai)
