Ein Überblick zur Soforthilfe für unsere Gas- und Wärmekund*innen

Wegen steigender Preise für Energie sollen mit der Umsetzung des Erdgas-Wärme-Soforthilfegesetz (EWSG) die Verbraucher*innen entlastet werden. Die finanziellen Mittel hierfür werden vom Bund zur Verfügung gestellt. Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen zur Soforthilfe zusammengefasst und halten Sie auf dieser Seite auf dem Laufenden.

Die wichtigsten Fragen zur Soforthilfe im Überblick

1. Was ist die Dezember-Soforthilfe?

Die Dezember-Soforthilfe ist ein Entlastungs­paket der Bundes­regierung für Gas- und Wärmekund*innen, welches aufgrund der steigenden Preise für Energie beschlossen wurde. Grundlage für die Umsetzung der Dezember-Soforthilfe ist das Erdgas-Wärme-Soforthilfe­gesetz (EWSG). Nach diesem Gesetz erhalten Verbraucher*innen im Dezember eine Einmalzahlung, welche über die Energieversorger an deren Kund*innen weitergegeben werden soll. Die finanziellen Mittel für die Soforthilfe werden vom Bund zur Verfügung gestellt.

2. Wer bekommt die Dezember-Soforthilfe?

Soforthilfe für Gaskund*innen

Anspruch auf die Dezember-Soforthilfe haben alle Verbraucher*innen mit einem sogenannten Standardlastprofil (SLP). Sie profitieren automatisch von der Soforthilfe.

Zusätzlich können folgende größeren Unternehmen und Einrichtungen (RLM-Kunden) die Entlastung erhalten: Wohnungswirtschaft, Pflege- und Rehabilitations­einrichtungen sowie Bildungs- und Wissenschafts­einrichtungen. Wenn Ihr Unternehmen bzw. Einrichtung unter diese Kategorie fällt, müssen Sie dem Gaslieferanten bis zum 31.12.2022 in Textform darlegen, dass die Voraussetzungen für den Anspruch auf Soforthilfe gemäß § 2 Abs. 1 Satz 4 EWSG vorliegen. Bitte nutzen Sie dafür die E-Mail-Adresse wechselmanagement@enbw.com.

Was genau ist SLP und RLM?

Soforthilfe für Wärmekund*innen

Von der Dezember-Soforthilfe der Bundesregierung profitieren sowohl Privatkunden als auch Unternehmen mit einem Jahresverbrauch bis zu 1,5 Millionen Kilowattstunden (kWh). Bitte beachten Sie, dass Kund*innen, die Wärmestrom zum Heizen nutzen, laut Gesetz keinen Anspruch auf die Soforthilfe haben.

Zusätzlich werden – wie bei Gas – Unternehmen und Einrichtungen aus den Bereichen Wohnungswirtschaft, Pflege- und Rehabilitation sowie Bildung und Wissenschaft entlastet. Wenn Ihr Unternehmen bzw. Einrichtung zu dieser Kategorie gehört, können Sie uns zur transparenten Handhabung bis zum 31.12.2022 mitteilen, dass die Voraussetzungen für den Anspruch auf Soforthilfe gemäß §4 Abs.1 ESWG vorliegen. Sie können dafür gerne unsere E-Mail-Adresse info.fernwaerme@enbw.com nutzen.

Wenn Sie als Mieter*in oder Wohnungseigentümer*in keinen direkten Wärmevertrag mit uns haben, beachten Sie bitte die Informationen im Kapitel 4 auf dieser Seite.

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Wichtige Informationen für unsere Wärmekund*innen

Wir sind gesetzlich verpflichtet, die Daten unserer Kund*innen bei der Antragsstellung an einen Beauftragten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC) weiterzugeben. Dazu gehören die folgenden Informationen:

  • E-Mail-Adresse oder Telefonnummer
  • Postanschrift
  • Abschlagszahlung für September 2022
  • Liefermenge des Jahres 2021 oder des letzten Abrechnungszeitraums

3. Wie wird die Dezember-Soforthilfe berechnet?

Die Soforthilfe entspricht nicht zwingend genau dem Abschlag, den Sie im Dezember 2022 bezahlen würden. Die Höhe der Soforthilfe wird auf Grundlage von Vorgaben durch den Gesetzgeber errechnet.

Für Gas gilt:

  • 1/12 des im September 2022 für Sie prognostizierten Jahres­verbrauchs für Gas (auf Grundlage der Daten, die uns vorliegen, z.B. auf Basis des Vorjahres­verbrauchs)
  • Multipliziert mit dem Brutto­verbrauchs­preis Ihres Vertrags (gültig zum 1. Dezember 2022)
  • Addiert mit 1/12 des Bruttogrund­preises Ihres Vertrags (gültig zum 1. Dezember 2022)

Um den Zusammenhang für Sie transparenter zu machen, haben wir eine Beispielrechnung mit den folgenden Annahmen für Sie aufgestellt:

  • Ein Energie­versorger hat für seinen Kunden einen Jahres­verbrauch von 18.000 kWh prognostiziert (Stand September 2022). 1/12 davon sind 1.500 kWh.
  • Der Verbrauchspreis für Gas zum 1. Dezember 2022, bspw. 13 ct/kWh (brutto).
  • Der Jahres­grundpreis zum 1. Dezember 2022, bspw. 120 Euro. 1/12 für den Monat Dezember sind somit 120 Euro/12=10 Euro.
Berechnung Ergebnis
1/12 des Jahresgrundpreises 10,00 €
+ 13 ct/kWh x 1.500 kWh (1/12 des prognostizierten Jahresverbrauchs) 195,00 €
Soforthilfe Dezember 2022 (brutto) 205,00 €

Berechnung der Soforthilfe für Gas bei RLM-Kund*innen

Ähnlich wie bei SLP-Kund*innen beträgt die Entlastung ein Zwölftel des individuellen Jahres­verbrauchs der Monate November 2021 bis einschließlich Oktober 2022. Die Berechnung erfolgt auf Basis der zum 1. Dezember 2022 gültigen Preise.

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Für Wärme berechnet sich der Betrag für den Fall einer Zahlung von 12 Abschlägen pro Jahr wie folgt:

  • die Abschlagszahlung (brutto) für den Monat September 2022
  • multipliziert mit einem pauschalen, durchschnittlichen Anpassungsfaktor von 1,2. Dieser Faktor soll die Preissteigerung zwischen September und Dezember widerspiegeln.

Um den Zusammenhang für Sie transparenter zu machen, haben wir eine Beispielrechnung mit den folgenden Annahmen für Sie aufgestellt:

  • Der Betrag der im September 2022 geleisteten Abschlagszahlung einer Wärmekund*in beläuft sich auf 140,00 € (brutto).
  • Dieser wird mit dem gesetzlich festgelegten Anpassungsfaktor in Höhe von 1,20 multipliziert.
  • Vertraglich sind pro Jahr zwölf Abschläge festgelegt.
Berechnung Ergebnis
Die im September 2022 geleistete Abschlagszahlung (brutto) 140,00 € (brutto)
x Anpassungsfaktor 1,2
Soforthilfe Dezember 2022 (brutto) 168,00 € (brutto)

Wie in unseren Beispielen ersichtlich wird, entspricht die Dezember-Soforthilfe nicht automatisch dem für Dezember festgelegten Abschlag. Nun fragen Sie sich sicherlich, wie wir sicherstellen, dass Sie genau den Betrag bekommen, der Ihnen zusteht. Das geht ganz einfach: Bei der nächsten Abrechnung verrechnen wir die Soforthilfe mit Ihrem entfallenen Dezember­abschlag.

4. Wie erhalte ich die Dezember-Soforthilfe?

Alle EnBW Gaskund*innen mit einem Verbrauch von weniger als 1,5 Millionen Killowattstunden profitieren automatisch von der Soforthilfe. Das Gleiche gilt für alle EnBW Wärmekund*innen mit einem Verbrauch unter 1,5 Millionen Killowattstunden sowie für Einrichtungen und Unternehmen, die trotz höherem Verbrauch aufgrund der besonderen Nutzungsart der Wärme unter die gesetzlichen Ausnahme­regelungen (s. Abschnitt 1) fallen.

Abhängig von der von Ihnen gewählten Zahlungsart kann sich die Vorgehensweise unterscheiden. Wir haben alle wichtigen Informationen dazu für Sie zusammengestellt.

5. Was gilt für Mieter und Wohnungseigentümer in Mehrfamilienhäusern, die keinen direkten Gas- bzw. Wärmevertrag mit uns haben?

Ist in Ihrer Wohnung bspw. kein eigener Gas- bzw. Wärmezähler installiert? Dann kümmert sich Ihre Vermieter*in oder Ihre Hausverwaltung um die Abwicklung der von der EnBW erhaltenen Dezember-Soforthilfe und gibt die Entlastungs­zahlung im Rahmen der nächsten Betriebs­kosten­abrechnung an Sie weiter. Das gilt für den Fall, dass Ihre Vermieter*in die monatliche Miete noch nicht an die gestiegenen Gas- bzw. Wärmepreise angepasst hat. Sollten Ihre Mietnebenkosten in den letzten neun Monaten bereits an die aktuelle Energiemarkt­situation angepasst worden sein, brauchen Sie laut Gesetzgeber den entsprechenden Erhöhungsbetrag für Dezember 2022, der für Gas bzw. Wärme anfällt, nicht zahlen. Bei allen Fragen rund um die Dezember-Soforthilfe wenden Sie sich bitte an Ihre Vermieter*in bzw. an Ihre Hausverwaltung.

Weitere Informationen und Regelungen zur Entlastung für Mieter*innen finden Sie im § 5 des EWSG.

6. Welche Themen sind für mich sonst noch relevant?

Ihre häufigsten Fragen zur Soforthilfe für Gas

Ihre häufigsten Fragen zur Soforthilfe für Wärme

Warum ist Energiesparen nach wie vor wichtig?

Trotz der Entlastungs­maßnahmen der Bundesregierung ist der sparsame Umgang mit Energie entscheidend. Die geplante Gaspreisbremse wird zwar die Kostensteigerung für die Verbraucher*innen abfedern, aber die hohen Energiepreise nicht komplett ausgleichen können. Zum Glück kann man bereits mit kleinen Maßnahmen eine große Wirkung erreichen. Wussten Sie, dass Sie bereits mit einer geringen Senkung der Raumtemperatur um lediglich 1°C bis zu 6 % Energie einsparen können? Zudem tragen Sie damit täglich zur Versorgungssicherheit in Deutschland bei und leisten einen Beitrag zum Umweltschutz.

Auf unserer Seite rund ums Energiesparen haben wir für Sie hilfreiche und einfach umsetzbare Energiespartipps zusammengestellt. Schauen Sie gerne vorbei!

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